Grillen und Wein – ein Sommertraum

Grillen und Wein – ein Sommertraum. Diesen erfüllen wir uns bei Wein & Speise im August. Elly von Elly’s Island, Schule für entspanntes Kochen, legt kein Rinder-Steak auf den Grill. Kann ja jeder… Die Event-Köchin aus Legden hat sich für feine Steaks vom Thunfisch entschieden – die mit Sojasauce und anderen Köstlichkeiten gelackt – also eingepinselt – werden. „Kinderleicht“, meint Elly. Und: „Ich habe das Glück, dass ich super Sojasauce von unserer Austauschschülerin Hinako aus Japan hatte, die hier gar nicht verkauft wird. Im Japan-Shop sollte es aber etwas Gleichwertiges geben“, versichert Elly.
Ran ans Schwelgen.

Easy peasy lackierter Thunfisch vom Grill

4 Thunfisch-Filets in Sushi-Qualität (jeweils ca. 180g bis 200 g)
Olivenöl
Grill mit Deckel

Für den Lack:
30 g frischer Ingwer, 1 Knoblauchzehe
250 ml japanische Sojasauce
100 ml flüssiger Honig
100 ml süßscharfe Chilisauce
1 TL Reisessig (oder Weißweinessig)
3-4 EL Sesam-Saat

Frischen Ingwer schälen, Knoblauch pellen, beides fein reiben, dann mit Sojasauce, Honig, Chilisauce und Essig ohne Deckel für 2-3 Minuten sirupartig einkochen. Durch ein Sieb passieren und beiseite stellen. Sesam in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten (Achtung, tanzt in der Pfanne). Die Hälfte des Sesams unter den Lack rühren.

Thunfisch-Steaks dünn mit Olivenöl bestreichen. Die Glut im Grill mit Deckel sollte gleichmäßig durchgeglüht und von mittlerer Hitze sein. Grillrost mit einem ölgetränkten Pinsel dünn einreiben und unmittelbar danach die Thunfischsteaks auflegen. Den Deckel schließen und den Thunfisch nun individuell nach Gargrad grillen (am besten ist er, wenn er noch einen rohen Kern hat). Thunfisch dabei nicht wenden. Den Fortschritt der Steaks alle 2 Minuten bis zum gewünschten Ergebnis prüfen. Nun die Oberseiten der Thunfisch-Steaks mit dem Lack bestreichen und mit der übrigen Sesamsaat bestreuen. Übrigen Lack dazu servieren.
Dazu passt sehr gut ein Rote Beete- oder Rettich-Salat.

Wein-Empfehlung

Dieses Gericht punktet mit puren, echten Aromen und wir können bei der Weinauswahl aus dem Vollen schöpfen. Ein paar Überlegungen vorher, damit der Fisch gut schwimmt:
Im Thunfisch und in der Sojasauce steckt Umami. Wir schmecken süß, sauer, salzig, bitter – und eben Umami. Das ist kein Teufelszeug, sondern eine Aminosäure, die in proteinhaltiger Nahrung enthalten ist. Sie wirkt geschmacksverstärkend, herzhaft-kräftig, und sorgt für ein wohlig-angenehmes Gefühl im Mund. Mit Chili und Ingwer kommt außerdem Schärfe ins Spiel.

Hier sind kräftige, vollmundige Weine gefragt, die gleichzeitig die pikant-scharfen Komponenten balancieren. Meine Favoriten sind eindeutig sehr aromatische Weißweine mit – ja! – feiner Restsüße. Ein passender Sommertraum im Glas ist ein Gewürztraminer aus Südtirol, eine Scheurebe aus Deutschland (Rheinhessen, Pfalz, Franken, Nahe) oder ein Chenin Blanc aus Südafrika, wo die Rebsorte unter dem Namen „Steen“ in Höchstform ins Glas fließt.

Schärfe und Süße werden dicke Freunde

Was passiert? Schärfe im Essen und Süße im Wein heben sich gegenseitig auf. Nach dem Motto ‚Eine Hand wäscht die andere‘ werden sie sozusagen dicke Freunde. Die Fruchtsüße nimmt der Schärfe die Spitze, und die Schärfe verringert den Eindruck von Fruchtsüße. Die Aromen der Weine kommen dabei herrlich zur Geltung.

Nicht überzeugt von halbtrocken bei Grillen und Wein? Dann sei an dieser Stelle ein trockener Chardonnay empfohlen. Einer, der nicht durch Holzfass-Ausbau in aufdringlichen Röst- und Buttertoast-Aromen ertrinkt, sondern pur und klar nach Melonen und anderen exotischen Früchten duftet.

Thunfisch, noch dazu gegrillt, harmoniert auch sehr gut mit Rotwein mit nicht zu kräftigen Gerbstoffen. Ein fruchtiger, frischer Spätburgunder ist mein Favorit.

Viel Spaß bei Grillen und Wein!

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Empfehlungen. Ich freue mich!

 

Foto (Thunfisch): Michael Shivili auf Pixabay

Santé, Jean-Luc Picard!

Santé, Jean-Luc Picard! Was der legendäre Captain mit dem Wein des Monats April zu tun hat? Nun, Sina Maria Hempel verpasste keine Folge der neuen Serie „Star Trek: Picard“, die ja auf Château Picard beginnt. Sie würde mit der fiktiven Kultfigur gerne mal ein Glas Wein trinken.
Für ihren ganz persönlichen Liebling im Glas entführt uns die 33-Jährige ebenfalls nach Frankreich, in den Süden des Landes. Die studierte Gesundheitsökonomin und Prüfungsassistentin bei einer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in Ratingen favorisiert einen kräftigen Weißwein.
Also: „Energie!“

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt dein derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Sina Maria Hempel:
Mein derzeitiger Lieblingswein heißt Domaine Bosquet. Der Weißwein des Winzers Pierre Degroote kommt aus Südfrankreich, genauer gesagt aus dem Languedoc-Roussillon.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein entdeckt?
Sina Maria Hempel: Das ist eine sehr gute Frage, die ich nicht ganz präzise beantworten kann. Den Wein kenne ich schon sehr lange, da ich neben meinem Studium bei Jacques‘ Wein-Depot gearbeitet habe. Ich selbst habe mich lange Jahre auf kräftige, fassbetonte Rotweine konzentriert, da sie mir eine Zeit lang am besten schmeckten.
Die Weißweine schafften es meist nur zur Verkostung, jedoch selten zu mir nach Hause. Vor etwa vier Jahren hatte ich die Rotweine satt und die Weißweine wurden interessanter. Dabei trat dann vor drei Jahren der Domaine Bosquet hervor und ist seitdem als fester Bestandteil im Weinregal geblieben.

Warum ist das dein Lieblingswein?
Sina Maria Hempel: Ich mag Chardonnay, da er in den meisten Fällen nicht so verspielt und blumig wie andere Rebsorten ist. Auch zeichnet er sich selten durch eine starke Säure aus und eignet sich hervorragend für den Ausbau im Fass. Der Domaine Bosquet war zum Teil eine kurze Zeit im Eichenfass. Ich mag Weißweine gerne fassgereift, da sie sich durch einen kräftigen, herberen Geschmack und eine buttrige Note auszeichnen. Dies ist nicht jedermanns Sache, aber es kommt ja darauf an, seinen eigenen Geschmack zu finden und zu kennen.

Begleitet dich ein Wein, den du magst, dann über längere Zeit? Oder probierst du auch gerne andere Tropfen?
Sina Maria Hempel: Ich probiere gerne andere Tropfen. Allerdings schaffen es nicht viele in mein Weinregal. Meist entdecke ich einen Wein und trinke ihn über längere Zeit mit kleineren Unterbrechungen. Irgendwann überzeugt mich dann ein neuer Wein vollständig.

Weingenuss ist wie ein kleiner Urlaub

„Wein ist für mich…“ Bitte ergänze den Satz mit 3 Begriffen, die für dich ganz wesentlich sind.
Sina Maria Hempel: …ein Genussmittel, ein Luxus. Er ist wie ein kleiner Urlaub, der Entspannung bringt und mich abschalten lässt.

Wie bist du überhaupt auf den Wein gekommen?
Sina Maria Hempel:
Nach meinem Studium waren eine Freundin und ich drei Wochen in Südafrika. In einem Hostel in Kapstadt erzählten uns andere Reisende, wie toll die Wein-Touren wären. Daraufhin buchten wir diese. Wir hatten beide zum damaligen Zeitpunkt gar keine Berührungspunkte mit Wein und somit auch gar keine Ahnung, was uns erwartet.
Die Weingüter und die Natur waren einfach überwältigend. Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, in einem Weinberg in der Sonne zu sitzen und beim Winzer verschiedene Weine zu probieren. Nach der Tour war mein Interesse am Wein entfacht. Alles was danach kam, war ein Entwicklungsprozess. Bis heute. Der Geschmack entwickelt sich stetig fort und ändert sich im Laufe der Zeit. Ich denke nicht, dass dieser Prozess jemals abgeschlossen sein wird.

Worauf achtest du bei der Weinauswahl? Was ist dir wichtig?
Sina Maria Hempel:
Mir ist wichtig, dass mir der Wein schmeckt und weder Sodbrennen noch Kopfschmerzen verursacht. Ich bin da manchmal empfindlich. Der Preis ist bis zu einem gewissen Punkt sekundär.

Geschichten von Jean-Luc Picard

Mit wem trinkst du am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Sina Maria Hempel:
Mit meinem Mann und seinem Bier…

Mit wem würdest du gerne mal ein Glas Wein zusammen trinken – und warum?
Sina Maria Hempel:
Ich würde gerne ein Glas Wein mit der fiktiven Figur Jean-Luc Picard trinken. Er weiß ein gutes Glas Wein zu schätzen und könnte mir alte Geschichten über die USS Enterprise erzählen.

Foto: Stefanie Schön