Bunter Herbst mit Grauburgunder

Ein Grauburgunder sorgt beim Wein des Monats Oktober für gute Laune im Glas. Bei Beata Krebs hat er einen „Wow!-Effekt“ ausgelöst. Die diplomierte Käse-Sommelière und Seminar-Leiterin ist Chefin an der Käsetheke eines Edeka-Supermarktes in Wesel. Kulinarischer Genuss ist ihr eine Herzensangelegenheit, mit der sie sich und anderen Menschen immer wieder Freude bereitet. Hier ihre Empfehlung, bei der mit Sicherheit kein Herbstblues aufkommt.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr Lieblingswein, woher stammt er?
Beata Krebs: Derzeit ist es ein kraftvoller Grauburgunder mit 13 Volumenprozent Alkohol; ein 2018er, trocken, vom Weingut Brunnenhof in Bernkastel-Kues an der Mosel. Er ist dabei sehr fruchtig und wirkt am Gaumen weich und cremig.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein entdeckt?
Beata Krebs: Ein Stammkunde erzählte mir von diesem Wein und schenkte ihn mir. Ich probiere gerne neue Lebens- und Genussmittel sowie neue Gerichte aus. Abends nach der Arbeit verkostete ich den Grauburgunder. Ich dachte: ‚Wow! Ein edler Tropfen.

Grauburgunder zum Feierabend

Warum ist das Ihr Lieblingswein?
Beata Krebs: Er trinkt sich leicht und ist sehr angenehm im Abgang. Einfach ein Genuss. Der richtige Wein zum Feierabend.
Bei Wein bin ich sehr wählerisch. Mir schmeckt bei Weitem nicht alles. Wenn ich einen Wein trinke, darf ich keinen ‚Schüttelfrost‘ beim Trinken bekommen. Das mag ich nicht.

Käse-Sommelière Beata Krebs.

Beata Krebs: Mir ist schon wichtig, dass der Wein eine angenehmen Frische und  Fruchtnote hat. Guter Wein darf gerne ein bisschen mehr kosten. Wenn man sich selbst liebt, dann sollte man darauf  achten, dass man nur das Beste zu sich nimmt.

Bei welcher Gelegenheit MUSS es ein Glas Wein sein?
Beata Krebs: Bei einem geselligen Abend mit Freunden.

Worauf achten Sie bei der Weinauswahl? Was ist Ihnen wichtig?
Beata Krebs:
Mir ist schon wichtig, dass der Wein eine angenehmen Frische und  Fruchtnote hat. Guter Wein darf gerne ein bisschen mehr kosten. Wenn man sich selbst liebt, dann sollte man darauf  achten, dass man nur das Beste zu sich nimmt.

Was ist für Sie als Käse-Sommelière Ihre ganz persönliche Traumkombination Käse und Wein?
Beata Krebs: Was immer gut passt, ist Blauschimmel-, Edelpilzkäse mit einer Beerenauslese. Die Süße der Beerenauslese verträgt sich gut mit dem Salzgehalt des Käses.

Mit wem trinken Sie am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Beata Krebs: Gerne mit mein Mann am Abend – bei Kerzenschein und gutem Käse.

Lust auf Käse und Wein? Probieren Sie fröhlich aus und werden Sie mit zwei Expertinnen an nur einem Abend Ihr eigener Kenner beim Kombinieren. Nehmen Sie Kontakt zu mir auf!

Hasch mich, ich bin der Frühling!

Der Frühling macht uns übermütig: Beim „Wein & Speise“-Tipp im Monat Mai kommt ein Bunsenbrenner zum Einsatz. Es dreht sich alles um ein besonderes Kraut: Waldmeister. Damit nicht genug: In diesem Monat ist Elly sowohl für Fest- als auch Flüssignahrung zuständig. Die Chefin von Elly’s Island, der Schule für entspanntes Kochen, reicht Kulinarisches, das nicht nur außergewöhnlich klingt: Tatar mit Parmesan-Brûlée. Dazu reicht Elly  ihre Maibowle „light“, die nicht nur verlockend aussieht: Das Rezept gibt’s hier exklusiv zum Ausprobieren.
Nur bei der Weinauswahl zur Maibowle habe ich mich ein bisschen eingemischt. Ellys Vorgabe: ein Grauer Burgunder. Und da ein Mixgetränk erst durch seine hochwertigen Zutaten zur Geltung kommt, habe ich mich für den Grauen Burgunder vom Löss vom Weingut Lisa Bunn aus Nierstein in Rheinhessen entschieden. Geprägt vom heißen Sommer 2018, zeigt er Kraft, konzentrierte, klare Frucht und einen starken Abgang. Er erinnert mich an reife gelbe Früchte, ein bisschen Exotik. Läuft! Mit 14 Volumenprozent Alkohol – zur Maibowle „light“…..

Verwelktes Kraut entfaltet Duft

Zurück zum Waldmeister, der im Frühling ganz groß rauskommt: Elly erklärt die Besonderheiten des Krauts: „Waldmeister hat eine sehr kurze Saison, er kann nur im Mai, vor der Blüte, geerntet werden. Er lässt sich leicht auf dem Balkon oder auf der Terrasse ziehen und mag es feucht und schattig.“ Der typische Waldmeisterduft entfaltet sich erst, wenn das Kraut welkt.“
Achtung! „Die Blüte ist giftig, sie enthält Cumarin, welches Kopfschmerzen und Schwindel auslöst.“

Hier die Rezepte für Speis‘ und Trank:

Maibowle „light“
1 Bund Waldmeister ohne Blüten
1 Flasche Grauer Burgunder vom Löss von Lisa Bunn aus Rheinhessen
1 Bio-Zitrone in Scheiben geschnitten
½ Flasche Tonic Water

Waldmeister waschen, mit Küchenpapier trocken tupfen und mit Küchengarn zusammenbinden. Wein mit den Zitronenscheiben und dem Kraut in einen Krug geben und durchziehen lassen. Bowle mit gekühltem Tonic-Water auffüllen und kühl servieren.
Wer die Bowle kräftiger mag, kann das Tonic-Water gegen einen Sekt oder Prosecco austauschen.
Es kommen nun auch die ersten frischen Beeren auf den Markt. Eine Maibowle hat nichts gegen leckere Him-, Erd- oder Brombeeren.

Dazu ein ungewöhnliches Rezept mit Waldmeister.

Tatar mit Parmesan-Brûlée
150 g Landbrot
100 g Feldsalat
1 Tl fein abgeriebene Zitronenschale
1 Tl getrockneter, fein geriebener Waldmeister
1 El Zitronensaft
2 El Olivenöl
Salz, Pfeffer
Petersilie
500 g Tatar
2 El Nussöl
2 Schalotten
2 El Feigensenf
2 El weißer Balsamessig
2 bis 3 Spritzer Tabasco
30 g Parmesan (fein gerieben)

Das Brot in 12 sehr dünne Scheiben schneiden und auf einem Blech verteilen. Fenchel putzen, erst in dünne Scheiben schneiden, dann sehr fein würfeln. Mit Zitronenschale, Zitronensaft, 1 El Olivenöl, Salz und Pfeffer vermischen. Petersilie fein hacken und unterrühren. Backofengrill vorheizen. Tatar mit Haselnuss-Öl und dem Rest Olivenöl mischen. Schalotten, Waldmeister, Senf und Essig untermischen. Mit Salz, Pfeffer und Tabasco abschmecken. Brot unter dem Grill von beiden Seiten goldbraun rösten. Tatar auf Tellern anrichten. Mit Parmesan bestreuen und mit dem Bunsenbrenner überkrusten. Mit je zwei Brotchips, dem Rest Petersilie und Salatmischung anrichten.

Nun ran an Töpfe und Gläser!

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Wein-Empfehlungen. Ich freue mich!

Griechischer Wein und Grauburgunder aus Baden

Wein aus Baden und griechischer Wein spielen beim „Wein des Monats“ die Hauptrolle. Vorgestellt von Ursula Kaiser. Bevor die 73-Jährige vor geraumer Zeit wieder in ihre Herzensstadt Köln zog, wohnten wir im selben Haus in Essen-Borbeck. Das war eine lustige Gemeinschaft mit einer Nachbarin, die immer ein offenes Ohr und eine offene Tür hatte. Die Frau mit Charme und Witz hat keinen speziellen Liebling im Glas, jedoch länderübergreifende Vorlieben. Und schon hab‘ ich Udo Jürgens Song im Ohr…. Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde….“

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt dein derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Ursula Kaiser:
Ich habe keinen speziellen. Es sind Weine aus der Rebsorte Grauburgunder – vorzugsweise aus der badischen Region. Da ich meine Ernährung umgestellt habe und mich überwiegend von Fisch, Salaten und Gemüse ernähre, passt dieser Wein sehr gut dazu.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein für dich entdeckt?
Ursula Kaiser:
Ich habe mich einfach durchprobiert und bin immer wieder beim Grauburgunder gelandet. Er hat einen besonderen Pfiff. Grauburgunder hat einfach Charakter, ist kräftig und mich spricht auch die meist schön goldige Farbe an. Außerdem ist er sehr bekömmlich: Ich kann auch mal 2 oder 3 Gläser trinken, ohne gleich ganz wacklig auf den Beinen zu werden.

Wie bist du überhaupt auf den Wein gekommen?
Ursula Kaiser:
Zum ersten Mal habe ich als Teenager probiert. Ein griechischer Wein  – der bekannte Mavrodaphne, ein Süßwein, 15 Volumenprozent Alkohol und wirklich sehr süß. Ich war nach einem halben Glas beschwipst und wollte nie wieder griechischen Wein trinken….

Foto: Mikki Lee

….was sich später wieder änderte.
Ursula Kaiser: Der griechische Mann einer Freundin brachte mal eine Flasche Rotwein mit, es war Boutaris Kava. Der war damals, etwa 1985, sehr hochpreisig und ich habe ihn genossen. Er gehört immer noch zu meinen Lieblingsweinen, wie viele andere Weine aus dem Hause Boutaris. Jannis Boutaris aus der Familie ist heute Oberbürgermeister von Thessaloniki und hat viel frischen Wind in die Stadt gebracht.

Du hast in Griechenland gelebt, wo genau und wann war das?
Ursula Kaiser: Ich habe von 2006 bis 2012 im Norden Griechenlands gewohnt in Litochoro am Fuße des höchsten Berges (Olymp) Griechenlands. Von meinem Balkon schaute ich nach links auf das Meer und nach rechts auf den Olymp, der bis in den Mai eine Schneekuppe hatte. Man sagt, dass dieser Ort das beste Klima von Griechenland hat.

 Die Griechen und der Wein:  Welche Rolle spielt Weingenuss im Alltag der Griechen? Oder ist der Wein eher etwas für besondere Gelegenheiten?
Ursula Kaiser: Früher galt, dass gute Weine unbedingt aus dem Süden kommen müssen – und dort gab es auch die größten Anbaugebiete (zum Beispiel das Weingut Achaia Clauss). Das ist überholt. Nord- und Mittelgriechenland galten als die Speisekammer Griechenlands und es wurde zum großen Teil Gemüse und Getreide angebaut.
Wein wird inzwischen auch im Norden Griechenlands immer öfter zum Essen getrunken. Früher trank man nur Wasser, als Aperitif vielleicht einen Ouzo und seit den 1960ern vermehrt Bier. Im Süden hat fast jede Familie einen kleinen Weinanbau und produziert ihren Jahresbedarf (1-2 Fässer). An Feiertagen darf der Wein aber auf keinen Fall auf dem Tisch fehlen.

Griechischer Wein – kannst du besondere empfehlen?
Ursula Kaiser: 
Einen Lieblingswein habe ich nicht, denn es gibt so unterschiedliche gute Weine aus verschiedenen Regionen Griechenlands, dass ich, je nachdem wo ich mich aufhalte, immer wieder regional Weine probiere. Das Weingut Hatzimichalis ist als Produzent hochwertiger Weine bekannt.
Die Weingüter Dimitris Hatzimichalis, Boutaris, Naoussa und Achaia Clauss sind Erzeuger, die schon lange auf dem Markt sind. In der letzten Zeit kommen aber immer öfter andere sehr gute Weine auf den Markt, die auch bei Verkostungen im Kölner Großmarkt bei Mare Atlantico angeboten werden. Fast jeden Samstag ist da eine Verkostung.

Abgefahren! Lesung mit Wein im Boxring

Sport und Spaß gehören für Rebekka Bisten zusammen wie ein Paar Turnschuhe. Seit 2006 ist sie die Chefin von Punch Fitness an der Leimkugelstraße im Essener Nordviertel. Hier lebt die 46-Jährige ihre Überzeugung: „Dein Körper hat Bock drauf.“ Mit Leidenschaft wirbt die studierte Sportwissenschaftlerin dafür, dass jeder etwas für sich und seine Gesundheit tun kann – eben mit Spaß. Als TUSEM-Sponsoring-Partner lernten wir uns im vergangenen Jahr kennen. Schnell wurde klar, dass wir etwas zusammen auf die Beine stellen wollen: eine Lesung mit Wein im Boxring bei Punch Fitness am 9. März 2018. Bei den Themen Spaß, Leidenschaft und Wein haben wir einige Parallelen gefunden….

Weinbegleiter Ruhr: Rebekka, warum sind dir beim schweißtreibenden Training Spaß und geselliges Beisammensein so wichtig?
Rebekka Bisten: Spaß ist beim Sport das A und O. Man würde sein Training sonst nicht regelmäßig durchziehen. Ein Beispiel: Am Jahresanfang kommen viele Anfänger, sie fühlen sich motiviert, weil sie ein paar Pfunde verlieren möchten. Das ist ihr kurzfristiges Ziel. Sich Ziele zu setzen, finde ich klasse, die können einen wirklich motivieren und mehr aus einem herauskitzeln, als man es zunächst selbst für möglich hält. Mit dieser Strategie kann man gewinnen und verlieren. Und das ist in Ordnung, es muss am Anfang nicht gleich alles klappen.

Jedoch setzt du auf langfristige Ziele…
Rebekka Bisten: Unbedingt. Es gibt Leute, die haben ihr Leben lang keinen Spaß am Sport gehabt. Und die kriegen wir durch ein vielseitiges, abwechslungsreiches Training dazu, dass sie Sport in ihr Leben, in ihren Alltag integrieren. Und irgendwann sagen sie: ,Ich habe Spaß dran.‘ Ich meine, das Leben ist viel zu kurz, als dass man sich daran aufhalten müsste, griesgrämig in der Ecke zu sitzen. Überhaupt Spaß am Leben zu haben, das, glaube ich, ist bei vielen der Wunsch. Auch bei ganz vielen Frauen, die sich durch Sport Spaß verschaffen. Das hat was mit Lebensqualität zu tun und mit dem Wissen, etwas für sich getan zu haben. Nicht nur in der Stunde, in der man Sport treibt.

Ihr habt hier eine Kinderbetreuung….
Rebekka Bisten: ….das gehört für mich zum kompletten Angebot. Hier können Frauen wirklich mal ihre Kinder abgeben und Zeit für sich haben. Das sei ihnen einfach gegönnt. Also jeder sollte sich verwirklichen können, in welcher Form auch immer. Das ist das Wichtigste. Sport hat da einen so großen Anteil.

Welche Rolle spielt der soziale Aspekt?
Rebekka Bisten: Der ist mir sehr wichtig. Wahrscheinlich deshalb: Ich habe 3 Brüder, wir sind eine große Familie. Und ich begann mit 13, Handball zu spielen. Mein ganzer Sozialisationsprozess spielte sich also in Gesellschaft ab. Ich wuchs mit der Gewissheit auf, dass man füreinander da ist, dass man was miteinander macht. Das ist für mich etwas ganz Großes: Ich bin nicht allein auf der Welt, sondern wir sind Team-Player. Ob da hier im Club ist, ob das draußen auf der Straße ist, selbst da würde ich immer versuchen, im Team zu spielen. Also für jemanden etwas zu machen. Das ist auch elementar für mich beim Sport. Wenn ich einen Bootcamp-Kurs mache, kann natürlich jeder für sich arbeiten, wenn es das Programm hergibt. Trotzdem ist man Teil einer Gruppe. Sonst kann ich auch allein aufs Rad gehen. Das macht natürlich auch Spaß, um den Kopf frei zu kriegen. Aber ich bin ein großer Freund davon, dass Sport in der Gruppe viel mehr Spaß bringt.

Ich arbeite in einer ganz anderen Branche, aber wir haben Parallelen, nicht nur bei der Lesung mit Wein im Boxring – Spaß, Geselligkeit, gute Laune. Sport hat auch etwas mit Genießen zu tun, finde ich. Magst du Wein?
Rebekka Bisten: Sehr! Ich bin Weingenießer. Ich habe mal zwei Weinseminare mitgemacht, um mich da ein bisschen schlau zu machen. Habe aber wahrscheinlich nicht die größte Ahnung und bin nicht die größte Weinkennerin. Ich höre da auf mich, was mir gefällt, was ich genießen kann.

Das ist das Wichtigste.
Rebekka Bisten: Ich muss nicht dick auftragen: Das ist der beste Wein mit was weiß ich für einem Prädikat. Das interessiert mich, ehrlich gesagt, nicht. Wenn der Wein aus dem Supermarkt für 7 Euro mir schmeckt, ja, dann kaufe ich mir den. Dann wird er Teil des geselligen Zusammenseins.

Welche Weine bevorzugst du?
Rebekka Bisten: Bei den Roten mag ich spanische Weine, ich bin ein Tempranillo-Freund. Beim Weißwein gefallen mir Grauburgunder, eher fruchtige Weine. Und bei mir gehören Rotweine in den Winter, Weißweine in den Sommer, ganz klassisch. Damit fühle ich mich wohl.

Sport, Wein – was macht dir sonst noch Spaß im Leben?
Rebekka Bisten: Gutes Essen gehört dazu. Und wenn ich nicht selbst in Bewegung bin, mag ich beim Sport Rudelgucken wie bei TUSEM. Wenn ich nur ein bisschen mehr Zeit hätte…. Ich bin ja auch ein großer Fußball-Fan. Wenn ich es schaffe, mit Freunden ins Stadion zu gehen, fiebere ich da ganz groß mit.

Die Profi-Handballer von TUSEM absolvieren bei Punch Fitness Athletiktraining-Einheiten. Trainer Jaron Siewert und Spieler sind dabei, wenn TUSEM, Punch Fitness und Weinbegleiter Ruhr gemeinsam einladen. Am Freitag, 9.März 2018, 19.30 Uhr, heißt es an der Leimkugelstraße 9 in Essen: Abgefahren! Lesung mit Wein im Boxring. Ich lese aus meinem Buch über meine verrückte Radreise nach Süddeutschland. Dazu gibt es lecker Wein. Karten: 0172/6714577. Weitere Infos unter „Termine“ auf dieser Internetseite.

 

Mit Grauburgunder gegen Atomkraft

Herzlich, gesellig, menschenfreundlich: Dass Rolf Fliß Wein mag, gerne einen Grauburgunder vom Kaiserstuhl aus Süddeutschland, liegt da eigentlich auf der Hand. Der Grüne, Mitglied im Rat der Stadt Essen sowie in vielen Ausschüssen und Gremien, bezeichnet sich selbst als „Mann für Projekte“. Für den Wein des Monats Februar 2018 zieht er den Korken – und verrät dabei auch, warum er gerne mal ein Gläschen mit Papst Franziskus und dem Dalai Lama trinken würde.

Weinbegleiter Ruhr: Haben Sie einen Lieblingswein? Wenn ja, welchen? Wie heißt er, woher stammt er?
Rolf Fliß
: Ja, habe ich. Es ist ein Kaiserstühler aus Bahlingen und aus Bötzingen. Grauburgunder ist immer schön.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Rolf Fliß: Entdeckt hatte ich ihn erstmals bei den Demos gegen den Bau eines Atomkraftwerkes bei Wiehl am Kaiserstuhl in den 70er Jahren, wo Winzer, Bauern, Junge und Alte mit Traktoren, Kinderwagen und Mistkarren gegen den atomaren und gefährlichen Wahnsinn der baden-württembergischen Regierung von Ministerpräsident Hans-Karl Filbinger auf die Straße gegangen sind und ich meine erste Erfahrungen als Umweltschützer und angehender Grüner mit der Staatsmacht sammeln konnte! Alle waren gemeinsam unterwegs, um dieses Atomkraftwerk zu verhindern. Es glich mehr einem Volksfest als einer Demonstration, aber die Entschlossenheit, mit der die Winzer gegen dieses AKW in ihrer Nachbarschaft vorgegangen sind, hat mir imponiert. Und dabei gab es natürlich immer nach erfolgreicher Demonstration eine Gelegenheit, auf das Erreichte anzustoßen. Das war die erste Begegnung mit meinem Bötzinger Wein.
Wiederentdeckt habe ich ihn vor nicht zu langer Zeit durch Sohn und Patenkind, die beide in Freiburg studier(t)en.

Vom Kaiserstuhl in Baden kommen die Lieblingsgrauburgunder von Rolf Fliß.

Warum ist das Ihr Lieblingswein?
Rolf Fliß: Mir mundet er besonders, weil er viel Sonne gesehen hat, perfekt zum Essen UND danach passt. UND weil er fruchtig und nicht zu herb ist. Aber ich lege Wert auf die richtige Kühlung beim Servieren!

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie gerne Wein?
Rolf Fliß: 
Ach, eigentlich immer (lacht schallend….) Das können Familienfeste sein oder der gemütliche Abend zu Zweit. Oder an einem lauen Sommerabend draußen auf der Terrasse. Und warum soll man nicht auch im Biergarten Wein trinken?!

Was halten Sie als Grüner von Bio-Weinen? Liegt es nahe, dass sie diese Weine bevorzugt trinken?
Rolf Fliß: 
Ich trinke beide Weine gerne, und bin schon an gute und weniger gute Bioweine geraten.Letztendlich ist die Lage entscheidend. Und: Hat der Wein viel Sonne bekommen, kümmert sich der Winzer ausreichend um seine Rebstöcke und Weine?

Und oft schmecken Weine in ihrer beheimateten Region anders als zuhause. Wie oft habe ich mir aus den Ferien Weine mitgebracht, um dann zum Beispiel  die Erinnerung an die Provence wieder aufleben zu lassen. Und stellte fest: Der Wein schmeckt zuhause in anderer Umgebung anders.

Weil Stimmung, Atmosphäre und Licht dann einfach ganz anders sind….
Rolf Fliß:…exakt. Aber beim Grauburgunder passt es. Da habe ich auch zuhause das Gefühl, dass ich im Breisgau sitze.

Mit welchem besonderen Menschen oder welcher Person der Zeitgeschichte würden Sie gerne mal ein Gläschen Wein trinken?
Rolf Fliß: 
Es fallen mir zwei ein. Ich würde mich gerne mal mit dem Dalai Lama auseinandersetzen oder mit unserem wunderbaren, sehr bescheidenen, bodenständigen Papst. Mich begeistert bei beiden Personen, dass Sie sehr bürgerlich sind. Die wollen wir nicht in den Himmel wachsen lassen. Was ihre Bescheidenheit angeht, ihre Dankbarkeit und ihren sozialen Impetus, sind sie für mich auf jeden Fall Vorbilder.

Glück im Glas mit Küsschen und Bla Bla Bla

Neues Jahr. Neues Glück im Glas. Die Reihe „Wein des Monats“ wird natürlich fortgesetzt. 2018 liegt wie ein Versprechen auf eine gute Zeit vor uns. Ein besonderer Mensch zieht dafür den Korken: Tina Achtermeier aus Essen. Sie trainiert den „Erfolgsmuskel“ anderer Menschen. Heißt: Als Coach verbindet sie Verkaufstraining mit Persönlichkeitsentwicklung. Ihr Wunsch 2018: Glück für alle!

Weinbegleiter Ruhr: Hast du einen Lieblingswein, Wie heißt er und woher stammt er?
Tina Achtermeier: Ja, habe ich in der Tat. Er heißt „Scheiss auf Küsschen. Guten Freunden gibt man einen Grauburgunder!“ Der ist vom Weingut Emil Bauer & Söhne aus der Pfalz.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein für dich entdeckt?
Tina Achtermeier: Den habe ich von dir bekommen. Und du hast damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Du hast ihn zu meinem absoluten Lieblingswein gemacht. Ich hatte dir mal gesagt, dass ich auf außergewöhnliche Etiketten stehe und auf lustige Sprüche. Und der Wein ist der Knaller. Der passt einfach. Ich trinke ihn selbst so gerne und verschenke ihn auch gerne an meine Freunde. Dieser Wein ist ein schöner Allrounder für alles.

Witzige, coole Sprüche und Botschaften auf den Etiketten sind das Markenzeichen des Weinguts Emil Bauer. Was fasziniert dich sonst noch an dem Wein?
Tina Achtermeier: Der ist einfach lecker, so richtig lecker. Ich bin kein Weinexperte, das wäre jetzt ein bisschen hoch gestochen. Ich finde: Wein muss mir einfach schmecken. Und der Küsschen-Wein ist spritzig und ein sehr moderner Wein. Er hat für mich die richtige Mischung aus Frische, Frucht und Leichtigkeit.

Spielt das Etikett immer eine wichtige Rolle, wenn du Wein aussuchst und kaufst?
Tina Achtermeier: Ja, eine sehr große Rolle.

Warum?
Tina Achtermeier: Weil die dadurch auffallen. Und ich mag moderne Weine. Was ich nicht mag, sind, entschuldige das Wort, aber so Oma-Weine.

Oma-Weine?
Tina Achtermeier: Also solche, die ich von meiner Großmutter oder von meiner Mutter kenne, Hauptsache billig und verschnörkelte Buchstaben auf dem Etikett und altmodisch. Und dann riecht der Wein muffig, schmeckt muffig. Das ist wohl irgendwie ein Vorurteil, ja. Aber ich gucke immer aufs Etikett, dass es jung ist, dass es spritzig ist. Ich mag keine schweren Weine, keinen Chardonnay, weil der mir viel zu schwer und voluminös ist. Das ist nicht meins, ich brauch’s ein bisschen leichter.

Fallen dir spontan noch andere Weine mit auffälligem Etikett ein, die du gut findest?
Tina Achtermeier: „Scheu… Aber geil!“, ist auch von den Bauers. Mir gefällt auch der Bio-Wein „Landlust“, da ist ein Fahrrad auf dem Etikett. Und natürlich „Bla Bla Bla“, ein mallorquinischer Wein. Der ist locker, fluffig und der Name ist Programm. Ich mag es einfach ein bisschen ausgefallener.

Hast du bei der Weinauswahl nach Etikett immer Glück? Oder wurdest du auch schon enttäuscht und das Etikett war nur schöner Schein und wollte vom Inhalt der Flasche ablenken?
Tina Achtermeier:  Ich weiß ja, was ich nicht mag. Also Chardonnay würde ich nicht kaufen und auch nichts Liebliches. Und auch nichts Halbtrockenes. Also ich achte schon darauf, dass ich meinen Geschmack treffe. Und das in Verbindung mit einem schönen Etikett – da wurde ich noch nie enttäuscht.

Bei welchen Gelgenheten trinkst du gerne Wein?
Tina Achtermeier:  Wenn ich was zu feiern habe. Und wenn mir etwas besonders gut gelungen ist. Wenn ich einen neuen Auftrag bekommen habe, feiere ich das gerne mit einem schönen Weinchen. Zu einem guten Essen trinke ich gerne Wein und im Sommer beim Grillen. Ich trinke ausschließlich Weißwein.

Und ich muss hier mal zu meinem vergnügten Entsetzen sagen, dass du immer Wasser in den Wein schüttest…
Tina Achtermeier:  Genau. Das bringt ein bisschen Leichtigkeit. Ich schmecke aber durchaus den Unterschied. Ich mache auch gar nicht mehr ganz so viel Wasser rein…. Ich habe sehr spät angefangen, Wein zu trinken. Da war ich schon verheiratet. Vor ungefähr 10, 11 Jahren. Ich habe lange, lange Zeit gar keinen Alkohol getrunken. Das hat mir nicht geschmeckt und das gehörte nicht zu mir. Ich wollte immer nüchtern sein. Ich mag auch heute nur Wein, und am liebsten Weißweinschorle und manchmal Prosecco. Und du hattest mal einen Mosecco,

…einen Perlwein von der Mosel
Tina Achtermeier:
…der war toll.

Gab es damals für dich einen besonderen Grund, Wein zu entdecken?
Tina Achtermeier:  Willst du die echte Geschichte hören?

Natürlich!
Tina Achtermeier:  Ich wurde bei der Messe „Mode Heim Handwerk“ von so einem Weinfuzzi abgefüllt. Wenn du sonst nichts trinkst, bist du natürlich sofort betrunken. Und dann unterschreibst du irgendwas. Also in dem Fall eine Bestellung für Wein… Dann habe ich ausprobiert und bin über den Riesling später zum Grauburgunder gekommen.

Mit welchem Getränk habt ihr in der Silvesternacht angestoßen?
Tina Achtermeier:  Wir sind zum Jahreswechsel oft nicht zuhause. Diesmal sind wir in Kärnten in einem Urlaubs-Club. Und dort stoße ich mit dem an, was die Gastgeber reichen. Das ist meistens Sekt. Aber Champagner ist nicht meins, ich mag den Geschmack einfach  nicht. Was ich neu für mich entdeckt habe: einen Rosé-Prosecco.

Worauf hast du zum Jahreswechsel angestoßen?
Tina Achtermeier:   Auf die Gesundheit. Auf Glück und Zufriedenheit in der Familie. Auf unsere persönliche Weiterentwicklung. Dass sich jeder in meiner Familie und in meinem Umkreis so entwickeln kann, wie er möchte, wie er glücklich ist. Und ich stoße an auf Erfolg. Unbedingt Erfolg. Ich mag es, wenn Leute nach vorne gehen. Und das wünsche ich mir für 2018: Dass jeder glücklich nach vorne gehen kann.‘

P.S.: Ich mache mal ein Chardonney-Weinerlebnis mit Tina Achtermeier.