Alles so schön Rosé hier…

„Rosé? Das ist doch kein richtiger Wein….“  Ich hör‘ sie immer mal wieder bei meinen Weinproben, die Lästermäuler, die ihn als „Mädchenwein“ oder „gepanschtes Zeug“ verspotten und ihn links liegen lassen wollen. Amüsiert mich. Denn gerade diese Weinkenner kommen dann doch auf den Geschmack.

Weinliebhaberinnen haben sein Potenzial längst genießend erkannt, und auch die Herren der Schöpfung greifen inzwischen gerne zum Rosé. Er ist einfach ein genialer Begleiter durch den Sommer und – gerne perlend – ein Freund in beschwingten Momenten.

Fröhlich mit Rosé,: Unter anderem mit „Greta Rosé“ vom Weingut Emil Bauer & Söhne, Pfalz, und mit „Rosé Secco“ Hirsch“ vom Weingut Hirschof, Rheinhessen.

Ob knallig pink, in kräftigem Beerenrot oder zart lachsfarben – auch hier erweist sich, dass die Welt der Weine wunderbar bunt ist. Und jeder kann seinen Tropfen finden – von trocken bis lieblich.

Meist werden zur Herstellung die roten Trauben sanft gequetscht. Die Traubenpampe heißt Maische. Es lösen sich dann die Farbpigmente aus den Schalen, der Most wird nach kurzer Zeit, je nach angestrebter Farbtiefe, abgepresst und Rosé-farben vergoren.
Eine andere Methode beruht auf dem Saignée-Verfahren. Saignée heißt übersetzt Aderlass. Während der Rotwein-Bereitung wird bei der Gärung auf der Maische ein Teil des entstehenden Saftes frühzeitig abgezogen und extra zu Rosé vergoren.

Rosé ist ein Spaßmacher schlechthin. Er kommt nicht für die Ewigkeit in die Flasche, sondern schmeckt frisch in den ersten ein bis zwei Jahren am besten. Also ab ins Glas!

Ein besonderer  Vertreter, den es so nur in Deutschland gibt, ist der Weißherbst. Er darf nur aus hell gekelterten Rotweintrauben hergestellt werden und nur aus einer einzigen Rebsorte, die auf dem Etikett stehen muss. Oft sind das Spätburgunder und Portugieser.

Wer eher (staub-) trockene, kräuterwürzige und mineralische Vertreter mag, wird Rosé aus der Provence lieben. In Frankreichs Hochburg für in Flaschen abgefüllte Urlaubsträume kommen die meisten Weine als Rosé auf den Markt. Wer es ein wenig süffig-fruchtiger wünscht, ist im benachbarten Anbaugebiet Languedoc-Roussillon sehr gut aufgehoben. Überhaupt strotzen viele Südländer unter den Rosé-Weinen mit Kraft und Frucht.

Lieblings-Rosado zum Reinbeißen

Der Liebling meiner Kunden ist der Rosado Palmera aus der süd-ost-spanischen Region Utiel-Requena: Der 2018er betört mit einem würzig-mediterranen Duft, bei dem man sofort den Kräutergarten rupfen möchte. Und dann entfalten sich ganz klare Aromen, die an prall-reife Kirschen und Johannisbeeren erinnern. Hinzu kommt ein Hauch Anis. Im Mund flirtet der säuremilde Wein aus der heimischen Rebsorte Bobal wunderbar cremig und üppig. Man möchte reinbeißen. Er ist ein toller Begleiter beim Schlemmen am Grill und passt natürlich herrlich zu  spanischen Klassikern wie Tapas. Olé!