Ein Impfstoff fürs sonnige Gemüt

Impfstoff für die Heiterkeit: Gerade in diesen Zeiten sind Witz und Humor unbezahlbar. Und das Lachen soll uns nicht im Halse stecken bleiben vor lauter Verboten und Regeln. Damit das so bleibt, bin ich mit Angela Pröse zum Lachen in den Keller gegangen – also in ihren privaten Weinkeller in Gelsenkirchen. Die Frau mit sonnigem Gemüt ist ausgewiesene Weinfachfrau und langjährige Leiterin von Jacques‘ Wein-Depot in Dorsten. Angela Pröse stellt 3 Weine vor, die einfach Spaß machen – und Lust auf den Frühling.

Weinbegleiter Ruhr: Entkorken wir zuerst den Weißwein, was ist das für ein Tropfen?
Angela Pröse: Der Weißwein, Jahrgang 2019, hat mich 2020 stimmungsmäßig ein bisschen hochgehalten, weil ich Ende Mai wieder einmal zu Besuch war auf einem Familienweingut an der Mosel. Und zwar auf dem Weingut Goeres in Briedel. Beruflich und privat in diesem Fall, weil ich die Familie schon sehr lange kenne. Michael und Michaela Goeres stellten mir einen neuen wunderbaren Weißwein vor. Winzer Michael Goeres hat einen Grauburgunder mit einem Riesling cuvéetiert und ihn „Grauburgunder küsst Riesling“ genannt. Ich habe diesen Wein in mein privates Portfolio aufgenommen als Sommerwein. Er ist schön frisch und fruchtig mit einer präsenten Mosel-Säure. Man schmeckt den Schiefer, aber nicht so intensiv wie bei einem Riesling. Und der Grauburgunder ist nicht so fett. Also diese Kombination finde ich sehr spannend und eleganter als Chardonnay- Weißburgunder, Chardonnay-Grauburgunder.

Kommen wir zum Rosé, der auch mein Liebling ist.
Angela Pröse: Den verkaufen wir schon seit vielen Jahren in Jacques‘ Wein-Depot. Der „Vignes de Nicole“, Jahrgang 2020, von der Domaine Paul Mas, aus den wunderbaren Rebsorten Grenache, Mourvèdre und Syrah, den klassischen Languedoc-Rebsorten. Mir gefällt er deshalb so gut, weil er sehr elegant ist. Ich habe also nicht so viel Frucht, obwohl ich in der Nase Aromen von exotischen Früchten entdecke und auch Kirsche. Er ist nicht zu erdbeerig. Am Gaumen präsentiert er sich sehr elegant, weich, aber nicht zu einfach. Er hat extrem wenig Säure und tatsächlich nicht zu viel Restzucker, was ja heute viele Rosé-Weine haben, die ein bisschen moderner ausgebaut sind. Ich mag auch den Winzer Jean-Claude Mas, dem das Weingut gehört.

Hast du ihn persönlich kennengelernt?
Angela Pröse: Ja, ich war schon zwei Mal im Languedoc und traf ihn dort. Er ist authentisch und erfolgreich und steht für das neue Languedoc, das sich inzwischen zum Qualitäts-Weingebiet mit hochwertigen Weinen entwickelt hat.

Dieser Rosé ist ein schönes Beispiel dafür, dass Wein auch eine haptische Komponente hat. Das Gefühl im Mund ist geschmeidig, der Wein hat einen schönen Schmelz und Trinkfluss.
Angela Pröse: Aber nicht zu schmelzig. Er wird nicht langweilig. Wenn ich Fisch dazu habe oder einfach ein bisschen Käse, dann ist das eine feine Kombination. Ich trinke diesen Wein auch gerne im Winter, zum Beispiel zum Hühnerfrikassee, um ein bisschen Frühling in den Körper zu bekommen. Dann muss er auch nicht zu kalt sein.

Also ist Rosé für dich nicht nur der klassische Sommerwein.
Angela Pröse: Genau! Ich habe da ein sehr schönes winterliches Erlebnis mit einem Rote Beete-Carpaccio und einem Cabernet Sauvignon-Rosé, der sehr kräftig ist. Das passte perfekt zusammen.

Dein dritter Spaß-Wein ist ein echter Hingucker.
Angela Pröse: Das ist ein Wein aus dem österreichischen Burgenland von Thomas Lehner, ein trockener Qualitätswein, Jahrgang 2017, aus den Rebsorten Zweigelt, Blaufränkisch und Merlot. Die In-Spirit GmbH in Westfalen vertreibt ihn, ein junges Unternehmen mit ideenreichen und zukunftsorientierten Menschen. Die bieten Trendgetränke an und kümmern sich um Qualität dabei. Sie tauften den Wein „Impfstoff“. Dieser Impfstoff schützt sicher vor keinem Virus, macht die Lage aber etwas entspannter. Und das ist ein Wein für alle mit Hang zum Humor.

Hat sich das Trinkverhalten der Menschen in der Pandemie verändert, also trinkt die Nation mehr?
Angela Pröse: Das ist natürlich auch ein Thema in den Gesprächen im Depot. Und wenn ich bei Facebook die nicht immer ernst gemeinte Botschaft gelesen habe ‚Wir werden alle noch zu Alkoholikern‘, widerspreche ich. Das stimmt natürlich nicht.
Unser Ziel ist Genuss. Und wir verkaufen dann eher einen besonderen Trinkgenuss als den „Knall-mich-zu-Wein“. Ich stellte in den vergangenen Monaten fest, dass unsere Kunden, die im Restaurant gerne mal einen höherpreisigen Wein bestellen, auch bei uns gerne mal 10, 15 oder 20 Euro pro Flasche ausgeben und sich einen guten Wein gönnen.
Die Menschen kommen zu uns, sie wollen reden und wir sprechen über Essen, Trinken, Genießen. Das macht total Spaß. Wir meistern mit Abstand das, was unsere Kunden brauchten und noch brauchen: nämlich Beratung bei der Auswahl eines leckeren Weinchens für zuhause.

Also unterm Strich: Ich glaube nicht, dass im großen Stil mehr getrunken wird. Eher in einem anderen Verhältnis. Also mehr zuhause als auswärts. Und möglicherweise nicht erst abends um 20 Uhr, sondern um 17 Uhr, weil man zum Beispiel im home-office einfach eher Feierabend machen kann.
Ich zitiere da gerne Gudrun Zydek: „Der weise Mensch auf Erden genießt den Wein allein beim Glücklichsein und nicht zum Glücklichwerden.“

Weihnachten 2020 – ist alles ganz anders

Weihnachten 2020: ist alles ganz anders. Bei Wein & Speise im Festtags-Monat habe ich mich für 2 Varianten entschieden. Für alle, die es eher schlicht und ohne vorherigen Einkaufs-Stress angehen lassen wollen, gibt’s einen Klassiker: Kartoffelsalat mit Würstchen. Wer es etwas anders, aber nicht zu aufwändig möchte, kommt vielleicht bei wildem Federvieh auf den Geschmack: Fasanen-Roulade auf Rotkraut-Risotto. Event-Köchin Elly von Elly’s Island gibt natürlich wieder beiden Gerichten ihren ganz eigenen kreativen Touch.

Weihnachten 2020: Alles so schön blau hier…

Los geht’s mit dem Klassiker, bei dem alles so schön blau wird. Und das liegt (erst einmal) nicht am Wein. Elly verwendet für den Kartoffelsalat die Sorte „Blauer Schwede“, die durch eine braun-blaue Schale und violett marmoriertes Fleisch auffällt. „Der blaue Schwede ist eine Urkartoffelart. Es gibt sie von mehlig kochend bis fest“, erklärt Elly. „Wir brauchen die feste, die sehr gut für Salate geeignet ist. Sie färbt sich beim Kochen von lila zu blau. Ihr Geschmack ist leicht süßlich.“

Wein-Empfehlung

Bei diesem Gericht hängt die gelungene Kombination mit Wein von der Zubereitung des Kartoffelsalates ab. Zunächst: Kartoffeln enthalten Stärke, die sehr gut Säure und Gerbstoffe im Wein bindet. Bei einer Essig-und-Öl-Variante empfehle ich einen frischen Weißwein mit dezenter Säure und Frucht. Das kann ein junger Silvaner oder ein Müller-Thurgau aus Deutschland sein. Wer es etwas fruchtiger mag, kommt hoffentlich bei einem sizilianischer Grillo oder einem Verdejo aus der spanischen Weinbauregion Rueda auf den Geschmack.

Werden die Kartoffeln mit Mayonnaise angemacht, wie in unserem Fall mit selbstgemachter, darf es kräftiger und aromatischer sein. Zwei Stilistiken passen hier gut: Ich persönlich öffne wieder einen Silvaner, der einfach ein herrlicher Essensbegleiter ist. Diesmal wähle ich einen gereiften – an Jahren und im Holz. Das bringt Kraft, Struktur, ein schönes Zusammenspiel und erdig-rauchige Noten, die auch gut zu den knackigen, leicht geräucherten Wienern passen, die Elly am liebsten zum Kartoffelsalat mag. Die andere Variante: Eine schöne, trockene Riesling Spätlese von der Mosel, bei der die Säure des Weins mit der Mayonnaise und der Süße der Kartoffeln eine wunderbare Allianz bildet. Also, wie es beliebt.
Beim Rotwein punkten eher leichte Vertreter wie Portugieser aus Deutschland, Valpolicella aus Italien und einfacher, junger Merlot.

Kartoffelsalat
1 kg lila Kartoffeln
4 pflaumenweich gekochte Eier
2 Senfgurken
1 rote Zwiebel Salz, Pfeffer
Kartoffeln mit Schale kochen, abdampfen lassen und pellen. In Scheiben oder Würfel schneiden, ebenso die Gurken, Zwiebeln und Eier. Würzen.

Mayonnaise ohne rohes Ei
80 ml zimmerwarme Milch (wichtig!)
neutrales Öl (so viel wie nötig)
mind. 1 TL frischer Zitronensaft (je nach Geschmack auch mehr)
½ TL Salz 1 Tl milder Senf
Milch in ein schmales hohes Gefäß gießen. Die Milch muss die gleiche Temperatur haben wie das Öl, damit eine Bindung entsteht. 1 TL Zitronensaft hinzufügen und mit dem Pürierstab aufziehen. Dann so lange vorsichtig Öl hinzufügen, dabei den Pürierstab langsam auf und ab bewegen, bis die Majo fest wird (das kann manchmal etwas mehr Öl werden, je nach Temperatur). Mit Senf und Salz abschmecken.

Weihnachten 2020: Kommen wir nun zur Roulade aus Fasanenbrust. „Da in die Roulade eine Farce kommt, wird sie nicht so trocken und schmeckt auch noch gut“, versichert Event-Köchin Elly. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, macht beim Metzger Jagd auf ganz junges wildes Geflügel. Das magere Fleisch zeichnet sich durch einen feinen Wildgeschmack aus.

Wein-Empfehlung

Dazu wähle ich einen kräftigen, geschmeidigen Pinot Gris aus dem Elsass oder einen Chardonnay aus Burgund mit ganz dezenten Holznoten, die das gebratene Fleisch und die Wacholdernote im Gericht umgarnen.
Mein Favorit ist ein Gemischter Satz aus Österreich. Der Mix aus verschiedenen Rebsorten ( u.a. Muskateller) und Reifestadien bringt eine herrliche Aromatik ins Glas, der mit diesem geschmacklich vielschichtigen Gericht mithält.
Auch ein kräftiger spanischer Rosado bringt hier Abwechslung und beim Rotwein neige ich zu einem feinen Pinot Noir mit schöner Frucht.

Fasanen-Roulade auf Rotkraut-Risotto
4 Fasanenbrüste
200 g Kalbsfarce (vom Metzger)
50 g Butter Salz, Pfeffer Wacholder gemahlen
200 g Risottoreis, 200 g Rotkraut
1 Schalotte 60 g Preiselbeeren Geflügelbouillon, 100 g Butter

In die Fasanenbrüste eine Tasche einschneiden und leicht plätten. Mit Salz, Pfeffer und wenig Wacholder würzen. Die Farce darauf verteilen und die Brüste einrollen. Mit Garn zubinden und auf der offenen Seite in Butter anbraten. Im Backofen bei 100 Grad circa 12 Minuten ziehen lassen. Schalotte schälen und fein würfeln. Rotkrautstrunk entfernen und fein würfeln. Schalotte und Strunk in der Hälfte der Butter 5 Minuten andünsten, Risotto-Reis zugeben und weitere 3 Minuten dünsten. Nach und nach mit der heißen Geflügel-Bouillon bissfest garen. Mit der restlichen Butter und den Preiselbeeren cremig rühren und abschmecken. Risotto auf den Teller geben. Die Roulade tranchieren, also quer durchschneiden, und daraufsetzen.

Und nun ran an den Herd und ans Weinregal. Wir wünschen allen entspannte Weihnachten 2020 und freuen uns auf besondere Events im nächsten Jahr!

Auf Süßweine mit Pelé

Bis zu Süßweinen war es ein langer Weg: Arno Lindner (56) mag qualitativ hochwertige Spirituosen, am liebsten Gin und Wodka. Eigentlich. Denn der Essener, von Beruf selbstständiger Rechtlicher Betreuer, lebt mit mir zusammen. Und ausgerechnet mein Liebster mag keinen Wein? Gibt’s doch nicht…
Inzwischen ist Arno sein eigener Süßwein-Experte und empfiehlt seinen Wein des Monats Juli. Er verrät auch, warum er gerne mal mit Fußballgott Pelé ein Gläschen süppeln würde.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt dein derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Arno Lindner:
Es ist der Riesling Himmelthal, eine Spätlese Jahrgang 2015 vom Weingut Lisa Bunn in Nierstein am Rhein. Das liegt, wie ich von dir weiß, im größten deutschen Weinanbaugebiet Rheinhessen.

Warum ist das dein Lieblingswein?
Arno Lindner:
Das ist jetzt mein derzeitiger Lieblingswein, vor einiger Zeit war es ein Gewürztraminer. Und vielleicht habe ich in 2 Monaten schon wieder einen ganz anderen Lieblingswein.

Aber was reizt dich an dieser Riesling Spätlese?
Arno Lindner: Der Wein schmeckt mir einfach richtig gut, der ist schön süß (Restzucker: 45 g/l) und hat kräftige, üppige Aromen. Das mag ich bei Wein. Also es muss immer eine gehörige Portion Süße dabei sein.

Sehr zu empfehlen: Weine von Lisa Bunn und ihrem Mann Bastian Strebel. Foto: privat

Warum magst du Süßwein?
Arno Lindner
: Wir zwei haben ja in der Vergangenheit zusammen alles Mögliche ausprobiert. Und da stellte ich irgendwann fest, dass mir süße Weine, Spätlesen und alles was bei Prädikatsweinen noch danach kommt, einfach gut schmecken. Ich würde nie auf die Idee kommen, mir freiwillig einen trockenen Wein einzuschenken.
Bei Rotwein habe ich abgewunken und nur dir zum Gefallen probiert. Mir wird schwummrig, ich werde von Rotwein ganz schnell betrunken, da reicht ein Glas. Und mir wird schlecht. Das bekommt mir einfach nicht.

Und Wein mit ordentlich Restzucker schmeckt dir ja auch zum Gänsebraten…
Arno Lindner…
auf jeden Fall. Die Süße und gleichzeitig Frische des Weines zusammen mit einer schönen, kross gebratenen Gans. Das ist für mich eine tolle Kombination.

„Wein ist für mich…“ Bitte ergänze den Satz mit 3 Begriffen, die für dich ganz wesentlich sind.
Arno Lindner:
Auch wenn es vielleicht abgeschmackt klingt: Wein ist für mich Genuss pur – wie ein Eis oder Bratkartoffeln von Muttern. Und das höchste der Genüsse ist für mich ein Süßwein. Da kann ich tatsächlich schwelgen – in der Süße, der Frucht, dem Bukett.

Worauf achtest du bei der Weinauswahl? Was ist dir wichtig?
Arno Lindner:
Tatsächlich die Süße und die Aromen. Herkunft, Etikett, Flaschenform – das ist alles Nebensache. Der Wein muss mir schmecken. Mich interessiert nur der Inhalt.

Mit wem trinkst du am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Arno Lindner:
Mit meinen Freunden in der Stadt, am Hauptbahnhof auf einer Bank.

Ist klar.
Arno Lindner:
Natürlich mit dir. Weil du die Einzige bist, die Verständnis zeigt für meine Neigung zu Süßweinen. Ich kenne einfach fast keine anderen Leute, die gerne Süßwein trinken.

Mit wem würdest du gerne mal ein Glas Wein zusammen trinken – und warum?
Arno Lindner:
Mit Pelé. Wir könnten dabei über Rot-Weiss Essen reden. Pelé ist ja seit 2005 Ehrenmitglied bei Rot-Weiss Essen, wie jeder weiß… (grinst). Und bei keinem anderen Verein der Welt!
Er nahm die Ehrenmitgliedschaft mit den Worten an : ‚Es ist für mich eine große Ehre, jetzt dem Verein anzugehören, in dem der Boss spielte.‘ Also Helmut Rahn.
Ich würde mit Pelé über Fußball sprechen und mir von ihm ein paar coole Tricks zeigen lassen.

Kotelett von Oma aus Ostberlin

Kotelett von Oma aus Ostberlin – mit diesem Gericht verwöhnt uns Elly im Wonnemonat Mai bei Wein & Speise. Verbunden mit Erinnerungen an schöne Kindheitstage. Die Eventköchin von Elly’s Island in Gescher hat’s einfach auf der Pfanne: „Kotelett von Omma mit Berliner Soße.“ Dazu gibt’s Kartoffelpüree und Gurkensalat.
„Meine Oma aus Ostberlin hat es immer so gemacht. Die Soße bereite ich selbst oft noch zu. Sie ist kalorienreich, aber gut“, versichert Elly. „Wenn Pfifferlingzeit war, hat Oma noch frische Pfifferling angebraten und in die Soße getan, das mochte ich besonders gern. Und dann dazu Kartoffelpüree mit feinen durchwachsenen Speckwürfelchen.“ Kartoffelpü gibt’s auch zu unserem Kotelett. Und einen Gurkensalat.

Kotelett von Omma mit Berliner Soße
Koteletts

4 Koteletts aus dem hinteren Rippenstrang mit Filet
Mehl, Panierbrösel
1 verschlagenes Ei
etwas Sahne, Salz, Pfeffer
Butter mit einem Schuss Öl

Die Koteletts trockentupfen. Dann baut man sich eine Panierstraße: 1 Schale mit Mehl, 1 Schale mit Eier-Sahne-Gemisch, 1 Schale mit Paniermehl.
Die Eier und die geschlagene Sahne mit Hilfe einer Gabel in einer Schüssel verquirlen. Salzen und pfeffern. Die Koteletts in Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen, dann durch das Ei ziehen und anschließend in den Semmelbröseln panieren.
Wichtig dabei: die Panade fest andrücken. Nun etwas Butter mit einem Schuss Öl schmelzen, dann verbrennt die Butter nicht so leicht, und die Koteletts bei nicht zu hoher Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Das Kotelett ist gar, wenn aus dem Knochen kein roter Saft mehr austritt.

Berliner Soße
1 El Mehl, 1 EL Butter
Wasser nach Bedarf
nicht zu wenig Salz, Pfeffer

Die Koteletts aus der Pfanne nehmen und die Butter in der Pfanne auslassen. Nun das Mehl darüber streuen und zügig mit einem Schneebesen anschwitzen. Jetzt gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu: Die Mehl-Butter-Mischung so lange bräunen, bis sie schön dunkelbraun, aber nicht schwarz ist. Pfanne vom Herd ziehen und so lange Wasser zugießen (Achtung, es zischt ganz schön!), bis eine cremige Soße entstanden ist, und würzen. Je länger die Soße steht, um so dicker wird sie, bitte bedenken!

Wein-Empfehlung

Zu herzhaften Gerichten vom Borstentier passen viele Weine. Denn die Aromen von Schweinefleisch sind längst nicht so intensiv wie beispielsweise die von Rind oder gar Wild. Ausschlaggebend bei diesem Gericht ist die Fleisch-Verpackung: die Panade. In der suhlt sich das Kotelett in der Pfanne und saugt beim Brutzeln schön das Butter-Öl-Gemisch auf. Die fettige Komponente gibt also den Ton an. Das verlangt nach einem Wein mit kräftigen, frischen Aromen. Und einer knackigen Säure, die dem Fett Paroli bietet.

Knackige Säure trifft Panade

Ich empfehle eine Riesling Spätlese von der Mosel, einen Grünen Veltliner, nicht jung und spritzig, eher einen „Smaragd“ aus der Wachau, oder einen glasklaren Weißburgunder aus Südtirol. Schon allein das Gefühl im Mund, wenn der herrlich belebend-frische Wein das Kotelett von Oma umspielt, ist phantastisch.
Ein Tipp für Experimentierfreudige: Sauvignon Blanc. Klingt erst mal schräg, ist aber einen Versuch wert, da es Gurkensalat zum Kotelett gibt. Die Gurke ist eine schöne Brücke zu den gemüseartigen-pflanzlichen Noten eines Sauvignon Blancs von der Loire.

Beim Rotwein rate ich von kräftigen, im Holz ausgebauten Tropfen ab. Denn obwohl das Kotelett gebraten wurde, entsteht durch die Panade keine typische braune Fleischkruste mit Röstaromen. Hier passen eher feine, fruchtige Vertreter wie ein Zweigelt oder Beaujolais.

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Empfehlungen. Ich freue mich!

Riesling macht Lust auf Frühling

Lust auf Frühling macht der Riesling, den Niels Ellwanger zu seinem ganz persönlichen „Wein des Monats“ erkoren hat. Der Geschäftsführer der TUSEM Sport- und Marketing GmbH und Vorstand der „conenergy ag“ Essen weiß einen guten Tropfen zu schätzen. Ich als Sponsoring-Partnerin hatte schon das Vergnügen, ihm und seinen Gästen an einem schönen Abend Wein einzuschenken. Niels Ellwanger empfiehlt einen Wein mit witzigem Namen aus Deutschland. Aus einem Weinanbaugebiet, das für Riesling bekannt und berühmt ist. Los geht’s mit dem Schwelgen.

 Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Niels Ellwanger: Mein derzeitiger Lieblingswein ist ein Riesling aus dem Rheingau, vom VDP-Weingut Fendel, „Fum Allerhinnerschde“.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Niels Ellwanger: Mein Freund Gerhard hat ihn mir zu einem Hähnchenessen mitgebracht. Wir haben ihn mit Genuss getrunken, es war ein sehr, sehr schöner Abend.

Warum ist das Ihr Lieblingswein?
Niels Ellwanger: Der Wein hat mir von Beginn an vortrefflich geschmeckt, schon beim ersten Schluck wusste ich, das ist etwas ganz Vortreffliches aus meiner Sicht. Schon am nächsten Tag habe ich mir ein größeres Gebinde davon bestellt. Mich begeistert die Frucht, die mineralische Note, alle Riesling-Fans würden begeistert sein.

Weinprobe mit Weinbegleiter Ruhr bei Niels Ellwanger und Gästen.

Begleitet Sie ein Wein, den Sie mögen, dann über längere Zeit? Oder probieren Sie auch gerne andere Tropfen?
Niels Ellwanger: Ich probiere auch gerne andere Tropfen und ich folge auch gerne den Empfehlungen der Weinbegleiterin Ruhr, von ihr habe ich auch schon Vortreffliches verkostet.
Vielen Dank, das freut mich sehr!
Niels Ellwanger: In der Regel konsumiere ich einen momentanen Lieblingswein überwiegend für einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren, bis er abgelöst wird durch einen anderen.

„Wein ist für mich…“ Bitte ergänzen Sie den Satz mit 3 Begriffen, die für Sie ganz wesentlich sind.
Niels Ellwanger: Genuss, Entspannung, Freude.

Wie sind Sie überhaupt auf den Wein gekommen?
Niels Ellwanger: Das war ein Entwicklungsprozess, der bei Weinen begonnen hat, die ich heute nicht mehr trinken würde.

Worauf achten Sie bei der Weinauswahl? Was ist Ihnen wichtig?
Niels Ellwanger: Ich probiere sehr viel, trinke gerne Weine der Region, in der ich mich aufhalte. Ich präferiere Weißwein und Rosé. Manches lasse ich auch liegen, einen Chardonnay oder einen Sauvignon Blanc zum Beispiel umgehe ich in der Regel.

Mit wem trinken Sie am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Niels Ellwanger: Wein trinke ich am liebsten in Gesellschaft, mit meinen Liebsten und guten Freunden.

Mit wem würden Sie gerne mal ein Glas Wein zusammen trinken – und warum?
Niels Ellwanger: Mit meinen Enkeln später mal, dann würde ich ja noch lange leben…

 

Lust auf eine kleine Auszeit vom Alltag mit Weinprobe? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Wein-Events. Ich freue mich auf Sie!

Suppe und Wein ganz exotisch

Suppe und Wein treffen sich beim aktuellen Tipp Wein & Speise. Flüssiges findet zu Flüssigem – und dabei wird nichts verwässert! Auf der Suche nach einer wärmenden „Sturmsuppe“ ist Event-Köchin Elly auf das alte Rezept der Suppe vom legendären „Dinner for one“ in ihrer Rezeptsammlung gestoßen. „Der fast unaussprechliche Name Mulligatawny-Soup kommt aus dem tamilischen und bedeutet in etwa Wasser und Pfeffer“, erklärt die Chefin von Elly’s Isand, Schule für entspanntes Kochen in Gescher. „Die Heimkehrer der ,British East India Company‘ brachten sie zwischen 1650 und 1850 mit nach Großbritannien. Da exotische Speisen damals Luxus bedeuteten, wurde die Suppe gerne in Herrenhäusern serviert. Es gibt unzählige Varianten.“ Eine köstliche brockt uns Elly ein.

Halbtrockener Riesling oder Gelber Muskateller

Während Miss Sophie in Dinner for one zum Löffelgericht mit dem jecken Namen trockenen Sherry schlürfte, wagen hier Suppe und Wein ein Zusammenspiel. Bei dem Gericht mit indischen Wurzeln dominieren exotische, scharfe Zutaten und Gewürze wie Chiliflocken, Currypulver, Ingwer, Kokosmilch. Deshalb Finger weg von Weinen mit präsenter knackiger Säure sowie Gerbstoffen, was die Schärfe in der Suppe nur unangenehm befeuern würde. Hier schlägt die Stunde eines Rieslings mit schöner Fruchtsüße. Der halbtrockene, gerne auch noch süßere Wein hält die Schärfe in Schach und mildert sie. Außerdem umgarnen sich die fruchtigen Aromen in Suppe und Wein. Auch ein halbtrockener Gelber Muskateller aus Österreich macht Spaß.

Wer diese Wein-Stilistik nicht bevorzugt, kann zur cremig-sämigen Suppe einen üppigen Chardonnay aus Übersee (Kalifornien, Australien) oder einen Grauburgunder Spätlese (Pfalz) wählen.

Ein Schluck noch zum Rotwein: Der jecke Suppen-Spaß überträgt sich promt auf den Genießer mit schöner Frucht und einem eher weichen-samtigen Vertreter. Wie wär’s mit einem kalifornischen Zinfandel, einem leichten Dornfelder oder einem sizilianischen Nero d’Avola.

Und nun ran an Töpfe und Gläser!

Mulligatawny-Suppe

1,2 l Hühnerbrühe (selbst gekocht)
1 ganze Hühnerbrust (in der Brühe gar gezogen)
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
200 g rote Linsen
1 TL Kreuzkümmel
2 Nelken
2 cm Ingwer
1 EL Chiliflocken
2 EL Currypulver
1 Apfel
1 Banane
50 g Ds. Ananas
1 EL Tomatenmark
4 EL Mango-Chutney
1 Ds ungesüßte Kokosmilch
Petersilie
Salz, Pfeffer
Öl
Pro Teller ½ wachsweiches Ei
Kresse zum bestreuen

Ingwer durch die Knoblauchpresse drücken. Zwiebel schälen, hacken und in Öl glasig anschwitzen, Knoblauch hineinpressen und eine weitere Minute mitschwitzen. Chili, Nelken, Koriander, Ingwer und Currypulver dazugeben und zwei Minuten erhitzen. Apfel, Banane und Ananas schälen, würfeln und zusammen mit Tomatenmark und Mango-Chutney zugeben und 1 weitere Minute mitschwitzen, die Hühnerbrühe hinzufügen. Linsen hineingeben und kochen, bis die Linsen gar sind. Kokosmilch zufügen, pürieren. Das gegarte Hähnchenfleisch klein schneiden und dazugeben. Zum Servieren je ½ wachsweich gekochtes Ei und etwas Kresse auf die Suppe geben.

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Den Korken ziehen – und lächeln!

Den Korken ziehen – und sich dann auf das Überraschungspaket aus der Flasche freuen. Das ist die Passion von Ornett Ragoschat. Diese Leidenschaft lebt die IHK-geprüfte Sommelière seit Ende 2016 als „Die Korkenzieherin“ im eigenen, gleichnamigen Weinfachgeschäft im Herzen von Erfurt. Die gebürtige Thüringerin stellt ihren „Wein des Monats“ Dezember vor. Lassen wir uns von ihrer Begeisterung für Wein und von ihrem Wortwitz verzaubern. Und von ihrer Gabe, Gerüche in Worte und Bilder zu fassen, die jeder Mensch versteht.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt dein derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Ornett Ragoschat: 
Das ist der Riesling „7 Terroirs“ von Gut Hermannsberg von der Nahe.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein entdeckt?
Ornett Ragoschat: 
Das ist kurios. Viele Winzer, die unverwechselbar und auch teilweise sehr bekannt sind, kamen bisher zu mir in den Weinladen. Ich habe das große Glück, dass alle coolen Leute selber mal hier waren oder es kamen Empfehlungen über 3 Ecken. Die lassen Probeflaschen da und wir reden kurz über die Weine. Da muss natürlich der Funke überspringen und eine Sympathie da sein.

Warum ist das dein Lieblingswein?
Ornett Ragoschat:
Das Spannende bei Gut Hermannsberg war für mich: Ich hatte Riesling von der Nahe bis dato noch nicht probiert. Das hat mich interessiert. Noch dazu von einem  VDP-Weingut. Bei diesem Wein sind sieben Große Lage(n) in einer Flasche vereint. Und: Ich mag sehr mineralische Weine. Dieser Riesling kommt frisch und forsch daher. Er bietet ganz viel zum Nachdenken. Der langweilt dich nicht, ist aktiv. Er ist was Besonderes im Mund.

Weinfachgeschäft „Die Korkenzieherin“.

Du bist „Die Korkenzieherin“. Aus welchen Flaschen ziehst du die Korken? Wie setzt sich dein Sortiment zusammen?
Ornett Ragoschat:
Eigentlich ein bisschen nach mir. Ich möchte immer wieder neue Weine kennenlernen. Obwohl ich bestimmt 5 Lieblinge habe, die im Sortiment bleiben. Die laufen gut. Aber ansonsten sorge ich für Bewegung im Weinregal. Und damit auch im Gehirn und im Anspruch an mich selbst.
Zur Hälfte sind meine Weine aus Deutschland, wir leben ja schließlich hier. Ich habe selten die neue Welt im Sortiment, sonst neben Deutschland die klassischen Weinländer Italien, Spanien, Portugal, Österreich, Frankreich.

Was hält „Die Korkenzieherin“ von Schraubverschlüssen?
Ornett Ragoschat: Das sehe ich ganz pragmatisch, das ist eine saubere Angelegenheit. Das Gefühl für den Wein und das ganze Drumherum geht zwar mit dem Schraubi ein bisschen flöten. Und wenn jemand einen Rotwein mit Schraubverschluss wünscht, gucke ich auch erst mal. Aber für knackig frische und belebende Weißweine ist das eine tolle Sache.

Auf deiner Internetseite wirbst du für „Beratung ohne großes Tamtam“? Was heißt das konkret?
Ornett Ragoschat:
Das hat mal jemand über mich in einer positiven Kritik bei Google geschrieben: ‚Die Korkenzieherin von der Langen Brücke, cooler Laden, ohne großes Tamtam , ohne Chichi.‘ Das fand ich cool. Denn genauso ist es auch. Ich will nicht mit tiefsinnigem Fachwissen punkten, sondern ich hole die Leute ab, wenn sie in den Weinladen kommen. Ich lasse mich darauf ein: Haben sie Zeit oder nicht? Sind sie fordernd? Sind sie zurückhaltend? Steht da ein Anfänger vor mir? Oder ist es ein Profi, son Möchtegern-Profi, weißte. Oder, oder, oder… Da gucke ich, stelle ein, zwei Fragen, und dann wird man sich schnell einig. Aber mehr so auf der persönlichen Ebene. Ich brauche schon ein, zwei Inspirationen. Man muss sein Wissen auch nicht einfach so rausschleudern. Damit muss man mit Bedacht umgehen. 

„Wein ist für mich ….“ – Bitte ergänze den Satz mit 3 Begriffen!
Ornett Ragoschat:
Eine Kostprobe von zuvor erworbenen Gerüchen in meiner Nase.

Immer der Nase nach – bist du so auf den Wein gekommen?
Ornett Ragoschat:
Eigentlich kommt man nur dazu, wenn man gerne riecht. Ich rieche total gerne, egal an was. Und ich verbinde mit Gerüchen auch viel Vergangenheit. Vielleicht schwelge ich so gerne in der Vergangenheit, weil alles so schön war. Bei Gerüchen bleiben ja nur die positiven Sachen im Gedächtnis. Schon als Kind zogen mich Gerüche an: Bei Oma roch’s immer ein bisschen nach feuchtem Schimmel, kombiniert mit Bäuerlichkeit. Und das Bett war ein bisschen klamm, aber dafür hattest du einen geilen Weichspüler. Oder wenn meine Mutter das Bett frisch bezogen hatte, dann habe ich mich da reingeschmust.

„Das riecht brackig mit ein bisschen Algen dran, wie an der Ostsee“

Aber du kannst Gerüche nur wiedererkennen, wenn du wirklich mal daran gerochen hast. Wenn du keine Lust dazu hast oder du bist ein empfindlicher Heini, dann wird das nichts. Wenn du alle Eindrücke kombinieren kannst und du hast Emotionen dabei, wenn du riechst, dann ist das ein super Beruf. Das habe ich für mich beim Wein entdeckt. Habe daran gerochen und dachte zum Beispiel: ‚Das riecht nach irgendwas Gebrauchtem. Oder nach Glühweingewürz. Oder nach was Brackigem mit ein bisschen Algen dran wie an der Ostsee.‘ Da kann man sich richtig lange aufhalten.

Hast du einen Lieblingsgeruch?
Ornett Ragoschat: Hm…. Frisches Gras mag ich, so ein bisschen mit Heu. Obwohl ich Heuschnupfen habe. Aber ich weiß, wie das früher immer so war im Heuschober: Frisches Heu, ein bisschen getrocknete Blüten mit drin. Oder wenn es geregnet hat, über einen Rasen laufen, mit so hohem Gras, das quietscht wenn man es zwischen die Daumen hält und reinpustet. Wenn man da durchläuft, das ist ein cooler Geruch.

Ornett Ragoschat und Stuart Pigott. Foto: privat

Mit wem trinkst du am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Ornett Ragoschat:
Mit Menschen, die Zeit haben. Und die lächeln, wenn ein Wein geöffnet wird. Und genauso gespannt sind wie ich, was sich in der Flasche verbirgt. Das ist jedes Mal aufs Neue ein Überraschungspaket.

Mit wem würdest du gerne mal ein Glas Wein trinken? Und warum?
Ornett Ragoschat:
Stuart Pigott, er war ja mein Dozent an der Deutschen Wein- und Sommelierschule Berlin. Den habe ich auch bei der Weinverkostung von Gut Hermannsberg wiedergetroffen. (Wo der famose Weinkenner, Autor, Journalist seit März 2019 als „Riesling Ambassador“ tätig ist.) Aber einen Wein getrunken habe ich mit ihm noch nicht. Das könnte ich mir gut vorstellen. Cooler Typ. Enormes Wissen und viel Erfahrung, der kann das von der Pike auf. Der weiß viel zu erzählen.

Was wünscht du dir für 2020?
Ornett Ragoschat:
Ich wünsche mir jemanden wie mich, der hier als unterstützender Pol mit reinkommt. So ein Inspirations-Faktor. Dass mir jemand über den Weg läuft, der so tickt wie ich. Und dass wir uns dann zusammen im Weinfachgeschäft schön austoben können.

Fotos (3): Andreas Pöcking

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Pilze treffen Wein: Herbstliches bei „Wein & Speise“

Pilze und Herbst – das gehört zusammen wie Weihnachten und Gänsebraten. Für „Wein & Speise“ im Oktober brockt uns Elly wieder mal ein ganz besonderes Süppchen ein. Ihr Motto: „Auf nach Japan!“ Die Austauschschülerin Hinako, die aus dem Land des Lächelns bei Elly in Gescher zu Besuch war, hat die Chefköchin von Elly’s Island zur japanischen Shiitake-Suppe inspiriert.

Helle Sojasoße gibt den Pfiff

Chefköchin Elly.

Dazu Elly: „Die Japaner kochen alles pur mit wenig Gewürzen. Auch die Sojasoße in dem Rezept ist etwas ganz Besonderes. Sie stammt aus der Präfektur Akita, wo unsere Hinako lebt, und wird auch nur dort angebaut und hergestellt. Erst diese Soße macht das Gericht authentisch.“
Diese spezielle Soße ist für die Präfektur Akita so typisch wie der Riesling für die Mosel. Letzteren gibt’s zum Glück überall, die Sojasoße nicht. Kein Problem, sagt Elly, „man kann auf eine helle Sorte ausweichen. Gibt’s im gut sortierten Supermarkt.“

Roter Veltliner zur Suppe

Bei der Weinauswahl konzentriere ich mich auf die kräftigsten Komponenten der Suppe: Pilze, Sojasoße und Rindersteak-Streifen. Hier spielt der sogenannte fünfte Geschmackssinn „Umami“ eine große Rolle. Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte ein japanischer Wissenschaftler dieses geschmacksverstärkende Salz. Es ist in proteinhaltiger Nahrung wie Fleisch und Pilzen enthalten und wirkt herzhaft, fleischig, würzig.
Hier passt ein Weißwein, der gleichermaßen ausdrucksstark und ausgewogen ist und in den kräftigen, unterschiedlichen Aromen der Suppe nicht untergeht. Mein Favorit: ein Roter Veltliner. Die alte, inzwischen sehr seltene Rebsorte wird vor allem in Niederösterreich angebaut und hat mit dem Grünen Veltliner nix zu tun. Gut gemacht, betört der Rote Veltliner mit Aromen reifer Früchte, die an Birne und Orange erinnern, mit milder Säure und feiner Cremigkeit am Gaumen. Ein feiner Partner zur Shiitake-Suppe.
Ein weiterer möglicher Speise-Begleiter könnte hier ein Riesling mit ordentlich Fruchtsüße sein, die durch Umami gemildert wird. Der Wein wirkt trockener als er tatsächlich ist und glänzt mit seinen fruchtigen Noten.

Japanische Shiitake-Suppe

4-5 Shiitake
Elly: „Man isst nur den Hut ist, der Stiel ist zäh. Er gehört zu den Champignons und ist somit ein Zuchtpilz. Er hat besonders viel Vitamin B und Kupfer. In Japan wird er daher als Heilmittel bei Entzündungen und Darmbeschwerden eingesetzt. Ansonsten ist er einfach nur lecker!“

½ Stange Lauch (nur das Weiße)
1-2 Möhren
Bohnen-Sprossen
3 EL brauner Zucker
150 ml Weißwein
250 ml Sojasoße
300 ml Rindfleischbrühe (selbst aus Knochen gezogen)
Pfeffer frisch aus der Mühle
pro Person 1 Wachtel-Ei (sehr frisch)
Rindersteakstreifen sehr dünn (am besten Rumpsteak vom Bullen)
Elly: „Das Fleisch sollte gut marmoriert sein, dies ist nur bei Weiderind der Fall. Ich besorge mein Fleisch auf dem Hof Keil. Dort wachsen glückliche, freilaufende Rinder auf, die selbst entscheiden können, ob sie es muckelig im Stall haben wollen (mit Massagebürsten und Hufbad!) oder lieber durch die geschützten Wiesen streifen.“
Miso-Kresse zum Verzieren
Elly: „Miso-Kresse ist anders als herkömmliche Kresse. Sie ist deutlich schärfer. Wer das nicht mag, nimmt normale Kresse oder Schnittlauch.“

Miso-Kresse zum Verzieren

Pilze putzen, Stiel entfernen (Shiitakestiele sind nicht essbar). Pilze je nach Größe vierteln oder achteln. Lauch in sehr feine Streifen, Möhren in sehr dünne schräge Scheiben schneiden. Alles zusammen in etwas Fett glasig dünsten. Alle Zutaten für die Suppe mischen und aufkochen. Fleisch in sehr feine Scheiben schneiden. Suppe heiß in Schälchen füllen, Gemüse und rohes Fleisch hineingeben, das rohe Ei hineingleiten lassen und verrühren. Mit Miso-Kresse dekorieren.

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Wein-Empfehlungen. Ich freue mich!

Spaß mit Riesling im Glas

Ein guter Riesling zählt zu den Weinen, bei denen Wolfgang Weber ins Schwärmen kommt. Gutes Essen und einen guten Tropfen weiß der langjährige SPD-Ratsherr aus Essen zu schätzen. Der nicht nur in seinem Stadtteil Essen-Altendorf engagierte Mann greift beim Weißwein auschließlich zu Tropfen aus dem eigenen Land. Sehr sympathisch! Für seinen Wein des Monats hat er einen Riesling aus der Pfalz gewählt.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt dein derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Wolfgang Weber:
Mein derzeitiger Lieblingswein ist ein Riesling Kallstadter Saumagen von 2018 vom Weingut Petri aus Herxheim am Berg in der Pfalz.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein entdeckt?
Wolfgang Weber:
Wir sind seit über 25 Jahren Kunden dieses tollen Weingutes und bestellen regelmäßig verschiedene Weine und fahren einmal im Jahr persönlich dorthin.

Warum ist das dein Lieblingswein?
Wolfgang Weber:
Es ist ein schöner, leichter Sommerwein mit nur 12,5 % Alkohol, der für mich einen sehr ausgewogenen Eindruck macht.

Wolfgang Weber (r.) war auch schon bei einer Bootstour mit Wein auf dem Baldeneysee an Bord.

Wie bist du überhaupt auf den Wein gekommen?
Wolfgang Weber: Vor über 40 Jahren haben wir die neue deutsche Küche entdeckt und waren in vielen Lokalen in der Republik essen. Da habe ich schnell gemerkt, dass Bier nicht der ideale Begleiter zu den Küchen-Highlights ist und begonnen, mich für Wein zu interessieren.

Worauf achtest du bei der Weinauswahl? Was ist dir wichtig?
Wolfgang Weber: Ich achte auf das Preis-/Leistungsverhältnis. Bei Weißweinen kaufe ich ausschließlich deutsche Weine, die mittlerweile in allen Weinregionen sehr gut sind. Bei Rotweinen sind mir die wirklich sehr guten Deutschen einfach zu teuer, da darf’s auch ein Italiener oder Spanier sein!

Mit wem trinkst du am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Wolfgang Weber: Natürlich mit meiner Frau und mit der Familie und guten Freunden.

Und mit wem würdest du gerne mal ein Glas Wein trinken?
Wolfgang Weber: Mit Udo Lindenberg.

Warum ausgerechnet mit ihm?
Wolfgang Weber: Weil ich den einfach geil finde. Wir haben auch 2 Bilder von Udo Lindenberg zuhause hängen.

Zauberhafte Mosel

Mosel – das war das Zauberwort, als ich Bodo Kalveram aus Essen beim Netzwerk-Neujahrsgrillen der Agentur schüngelschwarz kennenlernte. Sofort waren wir beim Wein – und schwelgten. Der Geschäftsführer der Regionalagentur NRW e.V. ist nicht nur Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsexperte. Sondern auch Künstler. Er malt wunderschön – und macht sich hier beim Wein des Monats Juni 2019 unter anderem Gedanken darüber, was Kunst und Wein gemeinsam haben.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Bodo Kalveram:
Mein derzeitiger Lieblingswein ist ein 2018 Blanc de Noir von der Mosel. Das Weingut heißt Göbel-Schleyer-Erben und ist in Ernst beheimatet. Ernst liegt rund 5 km unterhalb von Cochem. Der Wein hat eine sattgelbe, leicht ins rötlich gehende Farbe und trägt die Bezeichnung „feinherb“. D.h. der Wein hat eine schöne leichte Restsüße mit vielen fruchtigen Aromen. In der Nase sind auch Südfrüchte und irgendwie passt der Wein zu vielen Speisen.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Bodo Kalveram: Den Wein habe ich bei unserem diesjährigen Osterurlaub an der Mosel entdeckt. Wir fahren schon traditionell an Ostern zum Weingut und am Ostersamstag nehmen wir immer an der Weinprobe teil . Dabei waren auch schon ein paar neue Weine aus 2018. Die Moselwinzer haben meistens ein paar Überraschungen parat. Auch diesen Blanc de Noir, also ein Weißwein, der aus roten Trauben gewonnen wird.

Warum ist das dein Lieblingswein?
Bodo Kalveram: Der Wein erinnert mich auch an ein sehr sonniges Osterfest mit guten Freunden. Mit diesem leichten, fruchtigen und intensiven Wein verbinde ich aber auch tolle Sommertage an der Mosel aus dem Vorjahr. Der Wein ist superdicht und duftet nach einer sommerlichen und lieblichen Mosellandschaft.

Wie sind Sie überhaupt auf den Wein gekommen?
Bodo Kalveram: 
Auch durch die Mosel. Meine Frau und ich waren 2002 zum ersten mal an Mosel und waren sofort gefesselt von der Landschaft, dem Fluss, den Winzern und den tollen Weinen, Seit dem gehören die deutschen Weinanbaugebiete zu unseren bevorzugten Urlaubszielen. Nahe, Ahr, Rheinhessen, Kaiserstuhl, Franken und immer wieder Mosel.

Worauf achten Sie bei der Weinauswahl? Was ist Ihnen wichtig?
Bodo Kalveram: Bei der Weinauswahl gilt das einfache Prinzip, erst probieren, dann kaufen… Gerne Weine mit Fülle und feiner Süße und gerne bei Winzern, die man auch persönlich kennt. Im Winter gerne Rot, im Sommer Weiß und Rosé. Natürlich spielt der Preis auch ein Rolle, bei einer Weinmesse habe ich einmal den teuersten Wein des Winzers probiert und war total enttäuscht. Generell liegen meine Weine meistens unter 10,00 Euro.

Monalitha. Bodo Kalveram.

Sie sind (auch) Künstler und beeindrucken als Maler mit einem ganz individuellen Malstil. Bei vielen Ihrer Bilder kann der Betrachter im Farbenrausch schwelgen. Gibt es für Sie Parallelen zwischen Kunstgenuss und Weingenuss?
Bodo Kalveram: Bei Kunst und Wein gibt es aus meiner Sicht viele Parallelen. Bei Wein geht es um Genuss und Assoziationen an schöne Momente, ebenso bei der Betrachtung von (meinen) Bildern. Einen guten Wein herzustellen, hat auch etwas mit Kunst zu tun, genauso wie ein Bild zu malen. Und meiner Meinung nach, kommt Kunst von Können… darum schmeckt auch jeder Wein und Jahrgang anders und ist im Grunde ein Unikat, genauso wie ein original handgemaltes Bild.

Was hat es mit dem Bild „Monalitha“ auf sich, der Frau mit überschäumendem perlenden Getränk im Glas?
Bodo Kalveram: 
Mein Bild „Monalitha“ steht für die Ambivalenz des Lebens. Auf der einen Seite der Genuss und das Gefühl sich etwas gönnen zu können, und auf der anderen Seite der angebissene Apfel, der für den Verbrauch der Welt steht. D.h. wenn wir weiterhin hemmungslos konsumieren, dann wächst im wahrsten Sinne des Wortes bald nichts mehr nach. Aber auch die Botschaft, daß Schönes (Mona Lisa) auch Jahrhunderte überdauern kann, wenn man bewusst mit Werten und in der weiteren Konsequenz, auch mit der Natur, umgeht.

Mit wem trinken Sie am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Bodo Kalveram: Am liebsten proste ich meiner Frau zu…..