Hin und weg – mit Rotwein

Jessica Dorndorf ist eine Frau, die nicht lange fackelt, sondern Menschen, Aktionen und Dinge in Bewegung bringt. Mit ihrem Projekt „Jessica Dorndorf hilft!“ macht sie sich mit vielen Unterstützern seit Jahren stark für bedürftige Menschen. Im Hauptberuf ist sie Bestatterin im Essener Familienunternehmen. Und wenn das prallgefüllte Tagwerk vollbracht ist, sitzt sie gerne mit ihrem Mann oder Freunden bei einem Glas Wein zusammen. Sie zieht den Korken für Ihren „Wein des Monats“ Oktober 2018, einen Rotwein.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt dein derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Jessica Dorndorf: 
Es ist der Chateau L’Eglise 2016 aus dem Bordeaux in Frankreich.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Rotwein für dich entdeckt?
Jessica Dorndorf:
Ich war mal wieder unterwegs als „Jessica Dorndorf hilft!“ Der Künstler Hans-Jürgen Wille schenkte den Wein in seinem Atelier in Bochum aus. Ich war hin und weg – und bin es bis heute.

Warum ist das dein Lieblingswein?
Jessica Dorndorf: Zum einen ist er sehr ölig, so fühlt sich das für mich an im Mund. Sehr angenehm. Zum anderen riecht er wunderbar nach Fass, aber nicht vordergründig aufdringlich. Und er ist sehr, sehr trocken. Das mag ich.

Jessica Dorndorf.

Wie bist du auf den Wein gekommen?
Jessica Dorndorf:
Ich trinke seit Jahren gerne Wein. Früher aber nicht so spezifisch und bewusst wie andere Menschen. Bei Veranstaltungen wusste ich oft nicht, was ich da eigentlich im Glas habe. Hauptsache der Wein schmeckte. Seit gut eineinhalb Jahren ist das anders.

Wie kam’s?
Jessica Dorndorf: Ich bin ja mit „Jessica Dorndorf hilft“ bei vielen Events, wo auch Wein eingeschenkt wird. Bei diesen Gelegenheiten trinke ich übrigens nur Weißwein. Ich schaue inzwischen schon mal genauer hin, was da gereicht wird. Man wird ja älter…vielleicht hat es damit zu tun.

Lässt du dich dann auch auf Weine ein, die du noch gar nicht kennst?
Jessica Dorndorf: Sicher. Ich bin sehr experimentierfreudig und probiere aus. Es macht Spaß zu entdecken, wie unterschiedlich Weine schmecken können. Ich werde da allmählich ein kleiner Feinschmecker. Im Februar fliege ich wieder nach Lanzarote und freue mich, in den Bodegas Wein zu probieren.

Wein steht für Genuss, für Geselligkeit und Lebensfreude – passt das zu deinem Beruf als Bestatterin im alteingesessenen Familienunternehmen in Essen-Kray?
Jessica Dorndorf:
Ach, viele Menschen denken, dass Bestatter immer nur traurig sind. Das ist überhaupt nicht so. Nach einem langen Tag ein schönes Glas Rotwein am Abend – das ist doch wunderbar.

Hast du Angehörigen verstorbener Menschen schon mal einen Abschiedstrunk gereicht?
Jessica Dorndorf:
In der Seelsorge ist das schon mal passiert. Da reichte ich einen spanischen Wermut aus dem Holzfass. Zur Beruhigung.

Glühwein: Heißes Rezept für kalte Tage

Ich wollte in diesen Tagen mit den ersten fluffigen Frühlingsweinen hinter dem Ofen vorkommen. Angesichts der klirrenden Kälte, die sich anschleicht, lasse ich das bleiben. Dann doch lieber Glühwein.

Hier ein Rezept für ein rotes Heißgetränk:

– Eine Flasche Rotwein; bitte nicht unbedingt die Bückware für 1,99 € aus dem Regal, ein wenig Qualität darf es schon sein, das zahlt sich auch beim alkoholischen Heißgetränk im Geschmack aus. Es eignen sich trockene bis halbtrockene, fruchtbetonte Weine, zum Beispiel Merlot, Spätburgunder (Pinot Noir) oder Zweigelt. Natürlich geht’s auch kräftiger mit Dornfelder oder Cabernet Sauvignon. Dann rate ich zu etwas mehr Zucker oder Honig als Gegengewicht zu den kräftigeren Gerbstoffen.

– Gewürze: Nelken, Sternanis, Kardamom, Koriander, Zimt, vielleicht auch ein Hauch Piment passen perfekt, Dosierung je nach gewünschter Intensität und am besten alles in einen Teebeutel geben. Orangenscheiben, Birnen- und Apfelstücke verleihen dem ganzen einen zusätzlichen fruchtigen Pfiff.

– Es soll Menschen geben, die den Glühwein mit Wasser verlängern…. Ich dagegen schwöre auf einen ordentlichen Schluck Orangensaft, am besten frisch gepresste Blutorange, oder auf Holunder- und Heidelbeersaft. Lecker!!!

– Nun das Ganze erwärmen und bei milder Hitze – ab 78 Grad Celsius beginnt Alkohol  zu verdampfen – ziehen lassen. Auch hier gilt: Wein und Stress passen nicht zusammen. Glühwein mindestens 30 Minuten ziehen lassen, eher länger.

Und nun viel Spaß und hoch die Tassen!