Frühlingsweine – wir machen uns einen Lenz

Frühlingsweine zur pikanten Torte – damit machen wir uns einen Lenz. Beim neuen Wein & Speise-Tipp reisen wir mit Event-Köchin Elly von Elly’s Island nach Skandinavien. Diese herzhafte Verführung heißt im Schwedischen Smörgåstårta und „wird gerne zur Sommersonnenwende serviert“, weiß Elly.
Aber auch in Estland, Finnland und oder Island kommt sie zu festlichen Anlässen auf den Tisch. „Optisch sollte sie einer Sahnetorte ähneln, ist aber immer herzhaft. Wie man sie belegt, ist eine reine Geschmackssache. Auch der Teig kann aufwändig sein, zum Beispiel mit Hefe selbst gemacht, oder schlicht mit Toastbrotscheiben.“ Elly’s Motto: „Je bunter, desto schöner!“

Und so halten wir es auch beim Wein. Das ginge sogar mit einem Tropfen aus Schweden. Denn durch den Klimawandel wird zumindest im südlichen Teil des Landes inzwischen Wein in geringen Mengen produziert. Da ich allerdings noch nie skandinavische Weine getrunken habe, vernachlässige ich an dieser Stelle diese Exoten doch lieber.

Fluffige Frühlingsweine

Bei der pikanten Torte sind Sahnemeerrettich und Räucherforelle die dominierenden Komponenten. Die Schärfe im Meerrettich verträgt sich nicht mit säurebetonten Weinen. Die ursprünglich knackig, frische Säure eines  -beispielsweise – trockenen Rieslings oder eines Grünen Veltliners würde unangenehm viel saurer wirken. Auch körperreiche, gerbstoffbetonte Rotweine sind hier nicht die erste Wahl, sie würden ein allzu dominantes pelziges Mundgefühl hervorrufen.
Meine Empfehlung: säurearme weiße Frühlingsweine. Etwa ein Blanc de Noir aus der Spätburgunder-Traube oder ein eher kräftiger Vertreter aus der italienischen Classico-Zone Soave aus der Rebsorte Garganega. Mein Favorit: ein spanischer Weißwein aus der Rebsorte Vedejo. Im Anbaugebiet Rueda in Kastilien brilliert sie mit Aromen, die an Stachelbeere erinnern, an Zitrusnoten und und den Duft weißer Blüten.  Saftig, frisch am Gaumen und mit einem herrlich herben, kräutrigen Nachhall.

Und nun ran an Töpfe und Gläser!

Stockholmer Torte mit selbstgemachtem Teig

300 g Mehl, 20 g frische Hefe
1 Tl Zucker, Salz, Pfeffer
250 g Salatcreme
250 g Joghurt, 100 g Sahnemeerrettich
200 g Räucherforelle
200 g gek. Schinken in dünnen Scheiben
3 El Gartenkräutermischung, Schnittlauchhalme zum Garnieren
2 hart gek. Eier
100 g Kirschtomaten

Mehl in eine Schüssel geben und Hefe hineinbröseln. 150 ml lauwarmes Wasser zugeben, Zucker einrieseln und 1 EL Salz unterrühren. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, zu einer Kugel formen und bei 50 Grad im Ofen 30 Min. gehen lassen. Teig nochmals durchkneten und zu 2 flachen Rädern von je etwa 25 cm Durchmesser formen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Umluft auf mittlerer Schiene etwa 40 Min. backen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Forellenmix und Schinkencreme

Salatcreme, Joghurt, Meerrettich verrühren, salzen, pfeffern. Forelle in Stücke zerteilen. 150 g Schinken in feine Streifen schneiden. Creme-Mix dritteln. Ein Drittel mit Forellenstücken, das zweite Drittel mit Schinken und Kräutern verrühren. Den dritten Teil pur lassen.
Unteren Teig-Teil auf eine Platte legen mit Forellenmix bestreichen und zweite Teig-Platte aufsetzen und mit Schinkencreme bestreichen. Die ganze Torte mit der puren Creme einstreichen.
Eier pellen und in Scheiben schneiden, Tomaten halbieren. Die Torte mit Eiern, Tomaten, Schinken und Schnittlauch verzieren.

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