Resteessen mit Wein – kinderleicht

Resteessen mit Wein. Dazu haben wir uns bei Wein & Speise in diesem Monat entschieden. Jeder Gang nach draußen will in diesen heftigen Zeiten gut überlegt sein. Also klemmen wir uns Einkaufstouren, die nicht unbedingt sein müssen. Eventköchin Elly hat in Kühl- und Küchenschrank gestöbert und ein Drei-Gänge-Menü gezaubert. Gerichte, die leicht nachzukochen sind, wie die Chefin von Elly’s Island, Schule für entspanntes Kochen in Gescher, versichert. Übrigens mit ganz viel Mehl… Und die Mahlzeiten sind abwandelbar, je nach verfügbaren Zutaten.
Die Weine, sollten sie nicht vorrätig sein, könnt ihr im Fachhandel und bei Winzern bestellen und liefern lassen.

Die Auswahl der Weine habe ich diesmal ds inkomplitirrt gestaltet, dass ein Wein zu Vorspeise und Hauptgang passt. Nur beim Dessert sei ein Sahnehäubchen erlaubt.
Also ran ans Resteessen mit Wein!

Drei-Gänge-Menü in Corona-Zeiten

Vorspeise: Blinis mit Thunfisch-Creme – easy peasy

Blinis
200 g Mehl
1 Pk. Backpulver
Salz, Pfeffer
2 Eier
250 ml Milch
Fett zum Backen

Event-Köchin Elly.

Mehl, Backpulver, Salz und Pfeffer mischen. Eier mit einem Schneebesen unterrühren, dann nach und nach die Milch einrühren. Fett in einer beschichteten Pfanne erhitzen und darin die Blinis ausbacken (pro Blini 1,5 EL Teig nehmen).
Pimp-Tipp: Gleich ein paar mehr machen, die schmecken zum Frühstück als Brotersatz super; ohne Salz und Pfeffer mit etwas Zucker im Teig auch zum Kaffee (mit Marmelade, Nutella, Kompott, Puderzucker etc.) und eignen sich auch super zum Einfrieren.

Thunfisch-Creme
1 Dose Thunfisch im eigenen Saft (wenn nur mit Öl vorhanden ist, dieses abgießen)
1 Becher Crème fraîche/Schmand/saure Sahne (je nachdem, was da ist)
Salz, Pfeffer, Paprikapulver kleine Zwiebel (Zwiebelpulver tut es auch.)

Zwiebel schälen und sehr, sehr fein hacken. Thunfisch abgießen und fein mixen. Mit den restlichen Zutaten vermengen und zu den Blinis servieren.
Pimp-Tipp: Wer hat: getrocknete Datteln, fein gehackt, schmecken darin super!

 

Weine zum Resteessen.

Wein-Empfehlung
Meine Wein-Empfehlung zur Vorspeise richtet sich an der dominanten Komponente aus, der Thunfisch-Creme. Der Fisch aus der Konserve hat eine dumpfen, herzhaften Geschmack. Gepaart mit der Textur von Crème fraîche etc. darf es ein eher kräftiger, nicht so säurebetonter Weißwein sein: ein erdiger Silvaner aus Franken ist mein Favorit; sind eher fruchtige Noten gefragt, passt ein Auxerrois aus dem Elsass oder der Pfalz oder ein Grillo aus Sizilien.

Wer mehr Farbe im Glas bevorzugt: Bei dieser Vorspeise punktet ein Rosé, zum Beispiel ein Chiaretto vom Gardasee: trocken, vollmundig, würzig.
Achtung! Diese Weine passen auch zum Hauptgericht: Knöpfli mit Käseresten. Da jeder andere verfügbare Käsereste verwenden wird, rate ich hier vom Rotwein ab. Je nach Salzgehalt der Käsesorten könnte es in Verbindung mit den Gerbstoffen im Rotwein einen unangenehmen bitteren Geschmack geben. Wer es trotzdem wagen möchte: Einfach mal mit einem Trollinger probieren, der nicht staubtrocken ist.

Hauptspeise: Knöpfli  mit Käseresten und Kräuteröl

Knöpfli
500 g Mehl
1 TL Salz
etwas Pfeffer und Muskat
5 Eier
220 ml lauwarmes Wasser

Alle Zutaten für das Resteessen miteinander vermengen und so lange mit einem Kochlöffel schlagen, bis der Teig am Rand Blasen wirft.
Einen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und die Knöpfli portionsweise mit der Knöpfli-Reibe (wer die nicht hat, nimmt ein Sieb mit großen Löchern und streicht mit dem Teigschaber den Teig hindurch) hinein reiben. Schwimmen die Knöpfli oben, mit einem Schöpflöffel herausfischen, abtropfen lassen und in eine Schüssel füllen.

Käse/Kräuteröl
Käsereste
frische Kräuter (egal welche, auch wenn sie schon welken)
100 ml neutrales Öl
Salz, Pfeffer

Genau so isses.

Käsereste fein reiben oder fein schneiden. Kräuter mit Stiel grob schneiden, salzen und pfeffern und mit dem Pürierstab mit dem Öl mixen. Käse unter die Knöpfli mischen und mit etwas Kräuteröl begießen.
Pimp-Tipp: Auch geschmolzene Streichwurstreste schmecken, in der Pfanne geschmolzen und unter die Knöpfli gehoben, super.

Dessert: Obsteis mit essbarem Glas

Eis
Obst (was aus dem Obstkorb weg muss)
Puderzucker nach Geschmack
kalte Milch

Obst putzen und klein schneiden. Im Eisfach gefrieren. Gefrorenes Obst in einen Mixbecher geben, Puderzucker nach Geschmack zugeben und zusammen mit der Milch mit einem Pürierstab cremig aufmixen. Die Milchmenge richtet sich nach der gewünschten Konsistenz.
Pimp-Tipp: wer mag und hat, kann auch Kokosmilch nehmen, Kokosraspeln ohne Fett anrösten und darüberstreuen.

Essbares Glas
Frucht-Bonbons (z.B. Campinos)
Backpapier

Bonbons auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen (mit etwas Abstand zueinander) und im Ofen bei 180 Grad schmelzen lassen.
Pimp-Tipp: Bonbons mahlen und das Pulver farblich mischen und auf das Blech verteilen und nachher auseinander brechen.

Wein-Empfehlung
Beim Dessert passe ich. Rohes und noch dazu gefrorenes Obst und Wein werden keine dicken Freunde. Da besteht große Gefahr, dass sich die Säure in beiden unangenehm potenzieren. Außerdem friert die Kälte Geschmacks- und Geruchs-Eindrücke ein. Also, einfach das Dessert genießen.
Alternative: Sich statt Dessert einen besonderen Solisten im Glas gönnen, einen himmlischen Süßwein. Beeren -oder Trockenbeerenauslese aus Deutschland, oder auch mal einen Tokajer aus Ungarn.

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Empfehlungen. Ich freue mich!

Schlemmen vom Feinsten in Südtirol

Südtirol  – hört Elly dieses Wort, gerät sie aus dem Häuschen. Und ich mit! Ihre Kurse zur Küche in Südtirol sind immer ratzfatz ausgebucht. Das ist eine nicht nur landschaftlich wunderschöne Region. Sie ist berühmt für ihre Apfel-Plantagen und natürlich ihren Wein. Im alpin-mediterranen Klima zaubern Winzern eine ganz einzigartige Wein-Stilistik.
Beim Tipp für „Wein und Speise“ im August  hat sich die Chefin von Elly’s Island, Schule für entspanntes Kochen, für ein „Amarettini-Parfait auf Kompott vom Südtiroler Alpapfel“ entschieden. „Das Rezept stammt von einem meiner Lieblingsköche aus dem Genießerland schlechthin“, schwärmt Elly.

Geschützte Äpfel

Alpapfel? Das ist ein Oberbegriff für Südtiroler Apfelsorten. Etliche sind mit dem EU-Gütesiegel g.g.A. (geschützte geografische Angabe) als regionale Spezialität geschützt. „Äpfel aus Südtirol erkennt man am aufgeklebten Logo, auf dem ein Marienkäfer abgebildet ist“, erklärt Elly. „Dann hat man einen ,echten‘. Das merkt man aber auch am Geschmack.“ Im Amarettini-Parfait ist Zimt drin. „Manch einer mag sich darüber vielleicht wundern. Bei uns ist Zimt leider ein Weihnachts-Gewürz. Auf der ganzen Welt aber, selbst in unseren Nachbarländern, wird Zimt das ganze Jahr über verwendet. Wer es nicht mag, kann es weglassen, wenn auch ungern“, sagt Elly.

 

Kommen wir zur Wein-Empfehlung. Ich entscheide mich für die Kombination der Speise mit landestypischen Weinen aus der Region. Das funktioniert immer!

Zu diesem Dessert passt perfekt ein Süßwein, zum Beispiel ein Goldmuskateller mit feiner Muskat- und Zitrusnote sowie einem Hauch Orangenblüten. Diese Aromen fangen das Parfait wunderbar ein. Ein bisschen cremig und  ein geschmeidiger Éindruck am Gaumen.
Das Ganze geht auch in Rot: Mit einem Rosenmuskateller, der mit dem Duft nach Rosen angenehm verwirrt.
Wer kein Freund von Dessert-Weinen ist, die immer süßer als der Nachtisch sein sollten: Ein Rosé-Schaumwein mit feiner Perlage und fruchtigen Noten macht auch Freude: Restzucker ist dabei wichtig, also mindestens brut, eher extra trocken.

Das wird ein Gaumenschmaus! „Bun pró! Wie man Landinisch in Südtirol sagt. Guten Appetit!

Amarettini-Parfait auf Kompott vom Südtiroler Alpapfel

Parfait

4 Eigelbe
1 Vanilleschote
75 g Zucker
100 g Amaretti-Kekse, grob zerdrückt
400 ml Sahne

Eigelbe mit dem Zucker in einer Rührschüssel im Wasserdampfbad cremig schlagen (bis auf 80 Grad erhitzen). Vanillemark und zerdrückte Amaretti- Kekse dazugeben und über dem Eisbad kalt rühren. Die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben. Die Masse in eine mit Klarsichtfolie ausgelegte Form geben, glattstreichen und etwas anklopfen, damit sich die Masse schön in der Form verteilt. Mit der Folie verschließen und gefrieren lassen.

Kompott

4 Südtiroler Äpfel
200 ml Weißwein oder Apfelsaft
1 Zimtstange (optional)
1 Streifen Zitronenschale, etwas Zitronensaft
50 g brauner Zucker
1 TL Speisestärke

Wein oder Saft mit Zimtstange, Zitronenschale und Zucker dicklich einkochen lassen. In dieser Zeit den Apfel fein würfeln und mit etwas Zitronensaft mischen. Apfelwürfel mittig auf einen Teller geben, den eingekochten Saft darüber träufeln. Eine Parfait-Nocke auf das Kompott geben. Alles mit Amaretti-Brösel verzieren.

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Wein-Empfehlungen. Ich freue mich!