Weinreisen gegen Fernweh – jetzt buchen!

Weinreisen gegen Fernweh: Urlaub zuhause erleben an einem lauschigen Abend. Und dabei zum eigenen Weinkenner werden. All das geht – in Zeiten, in denen grenzenloses Reisen nicht möglich ist. Wir lassen uns davon nicht die Laune verderben, genießen uns weit weg und setzen die Segel. Mit Weinen im Glas, die die Phantasie beflügeln.
Wir verreisen, ohne Koffer zu packen. Ob gemütlich zuhause in der Küche oder im Wohnzimmer, auf der Terrasse, im Garten, beim Grillfest – oder wo immer ihr wollt.
Bei Wein-Events in geselliger Runde genießen wir beispielsweise „Italien im Glas“ und probieren Grillo, Nero d’Avola und Co.  Oder wir vergleichen Sauvignon Blanc aus der Neuen Welt und Europa. Vielleicht reisen wir auch nach Spanien, immer dem Tempranillo auf der Spur. Oder ins deutsche Burgunder-Wunderland Baden. Was ihr wollt!

Weinreisen gegen Fernweh: Buchungen für Weinproben mit Urlaubs-Feeling  sind ab sofort möglich! https://weinbegleiter.ruhr/kontakt/ 

Mit dem Koffer voll Wein kann ich natürlich erst zu euch kommen, wenn die Corona-Kontakt-Beschränkungen aufgehoben sind. Jedoch könnt ihr mich jetzt bereits verbindlich für eine Weinprobe buchen, euren Wunschtermin legen wir später fest.

Das wird unsere Zeit! Auf euer Wohl!

Weinprobe auf dem Baldeneysee

Weinprobe auf dem Baldeneysee: Tauchen Sie ein in die wunderbare Welt der Sommerweine. Am 19. Juni 2020, 19 Uhr.

Jetzt fahrn wir übern See: Werden Sie binnen eines Abends Ihr eigener Weinkenner. In zauberhafter Atmosphäre.

An Bord des historischen Fährschiffes „Isenberg“ der Weissen Flotte Baldeney reiche ich einen Aperitif sowie 6 ausgewählte Weine. Lernen Sie dabei auf unterhaltsame Art Rebsorten, Winzer und Anbaugebiete kennen. Entlocken Sie ganz locker den Weinen ihre Geheimnisse.  Dies ist ein exklusives Angebot für Sie. Denn auf dem kleinen Fährschiff „Isenberg“ stehen nur 15 Plätze zur Verfügung.

Treffpunkt ist ab 18.45 Uhr am Anleger Heisingen, Lanfermannfähre 90. Wir schippern Richtung Vogelschutzgebiet, Kupferdreh, Heisinger Aue, Überruhr bis Rellinghausen die Ruhr aufwärts. Der Kapitän wendet an der Zornigen Ameise und steuert zurück zum See. In der traumhaft schönen Landschaft tauchen wir ein in genussvolles Wein-Event.

Preis pro Teilnehmer: 72,00 €. Im Preis enthalten sind die 3-stündige Fahrt auf dem Baldeneysee, die Weinprobe mit einem Aperitif und sechs ausgewählten Weinen, Wasser, Brot, Käse und Trauben. Und natürlich ein unvergesslicher Abend!

Buchen Sie jetzt! Ich stelle Ihnen auch gerne einen Gutschein aus für ihr ganz besonderes Geschenk.

Im vierten Jahr in Folge lade ich zu Wein auf dem Wasser auf dem Baldeneysee ein. In stillen Abendstunden auf dem See Wein genießen – das ist ein einmaliges Erlebnis. Meine bisherigen Gäste sind begeistert. Hier  finden Sie Kundenstimmen.

Zauberei im Rheingau

Suse im Gespräch1

Im Gespräch mit Ulrich Allendorf.

Ich erlebte bei einer besonderen Weinprobe Zauberei im Rheingau. Dort führt der Weg schnurstracks zum Weingut Allendorf in Oestrich-Winkel. Natürlich wegen der wunderbaren Weine mit der ganz eigenen Handschrift des VDP-Weingutes. Natürlich wegen der einladenden und gastfreundlichen Atmosphäre auf dem hessischen Familien-Weingut, das eine Insel für Genießer ist. Und natürlich wegen der Wein.Erlebnis.Welt. Hier können Besucher an Aromen-Weinsäulen, im virtuellen Weinberg und vielem mehr Wein mit allen Sinnen entdecken.

Bunte Weinprobe

All das trägt die Handschrift von Ulrich Allendorf, der das Weingut zusammen mit seiner Schwester Christine Schönleber leitet. Höhepunkt in der Erlebnis.Wein.Welt ist eine Weinprobe, bei der es ganz schön bunt zugeht. Das Projekt hat Ulrich Allendorf einst in schlaflosen Nächten akribisch ausgetüftelt. Er taucht sozusagen eine einzigartige Weinprobe in Licht. Und der Besucher fragt sich: Ist das ein Winzer oder ein (Ver-) Zauberer…..?
Ulrich Allendorf schenkt zunächst jedem Gast einen trockenen Riesling ins Glas. Und dann geht’s in einen fensterlosen Raum, an dessen einer Seitenwand eine große Leinwand mit installiertem Licht-Spiel angebracht ist. Bevor die Verwirrung der Sinne beginnt, nimmt jeder einen Schluck. Der „save water drink riesling“ ist ein frischer, fruchtiger Spaßmacher. Eigentlich.

Erst sehen wir rot….

…dann grün….

….plötzlich blau…

…und dann gelb.

Und plötzlich wird der Schalter umgelegt – im Raum und im Kopf. Alles ist in ein kräftiges Rot getaucht, auch der Riesling errötet im Glas. Er riecht nach roten Früchten (ein Riesling!!!) und schmeckt süßer. Amüsiert registriert Ulrich Allendorf die ungläubigen Blicke der Besucher. Und schaltet grünes Licht ein: Der Wein kommt jetzt ziemlich herb daher und die Säure nimmt den Gaumen in Beschlag. Ganz verrückt wird’s bei blauem Licht: Der gute Tropfen läuft ungesund bläulich-blass an, verströmt kaum noch Aromen und schmeckt wässrig. Spätestens hier geht einem ein Licht auf: Es ist nicht alles wirklich real, was wir sehen. Auch was wir nicht sehen, aber als Erinnerung in uns gespeichert haben, können wir bei Bedarf abrufen. Zum Beispiel können Menschen, die im Laufe ihres Lebens erblindet sind und noch wissen, wie Farben „aussehen“, die Eindrücke in der Wein.Erlebnis.Welt wahrnehmen, so Ulrich Allendorf. Er weiß übrigens aus Erfahrung, dass die größten Zweifler unter den Gästen schnell und intensiv die Unterschiede im Glas wahrnehmen.

Am Ende durchströmt gelbes Licht den Raum, das die Welt wieder gerade rückt. Der Riesling mundet, sehr angenehm. Farbe erzeugt eben auch Stimmung, wie wir alle schon erfahren haben.

Im Urlaub auf Wolke 7

Im Urlaub, beim Sonnenuntergang am Meer, sitzen wir mit Wein auf Wolke 7. Später, als Urlaubsmitbringel zuhause und vielleicht noch nach einem stressigen Tag getrunken, schmeckt der gleiche Wein anders. Schlimmstenfalls wie in blaues Licht getaucht.
Also: Weine im Urlaub probieren und zuhause wieder die einheimischen Tropfen genießen und wertschätzen! Eine Empfehlung a la Ulrich Allendorf, dessen Leidenschaft für den Wein einfach ansteckend ist.

Glück im Glas mit Sommer-Weinen

Sommer mit Weinerlebnis: Geht mit mir auf Weinerlebnis-Reise. Ob zuhause, im Garten, am Ruhrufer, beim Grillfest – oder wo immer ihr wollt – wir verreisen, ohne die Koffer zu packen. Bei Wein-Events in geselliger Runde genießen wir beispielsweise „Sizilien im Glas“. Oder wir reisen nach Südfrankreich, in die Toskana oder ins deutsche Burgunder-Wunderland Baden. Wohin ihr wollt! Buchungen für die Auszeit vom Alltag mit Weinerlebnis sind ab sofort möglich, telefonisch unter 0172/6714577 oder per E-Mail: Weinbegleiter Ruhr. Das ist unser Sommer!

(Foto: Tina Achtermeier)

Ein Hang zum Verlieben

 

Wunderschön: Blick vom Roten Hang auf den Rhein.

Orbel, Oelberg, Hipping – aus den Weinbergs-Lagen vom Roten Hang zaubert Lisa Bunn wunderbare Rieslinge. Für mich zählen sie zu den besten, die Deutschland zu bieten hat. Winzerin Lisa Bunn und ihr Mann Bastian haben von Nierstein am Rhein aus die Weinwelt erobert. Kurz vor der Messe „Pro Wein“, die am Sonntag in Düsseldorf beginnt, ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2017 nebst Liebeserklärung an den Roten Hang.

Weinbegleiter Ruhr: Ihr seid bei der Pro Wein 2018 wieder mit einem Stand im Rheinhessen-Pavillon vertreten. Was erwartet Besucher?
Lisa Bunn: Unser Schwerpunkt sind Rieslinge. Dabei haben wir eine große Bandbreite von einerseits sehr warmen Lagen aus Nierstein vom Roten Hang. Das sind sehr mineralische Rieslinge, die auf sehr kargen Böden gewachsen sind und dadurch mit einer sehr konzentrierten Frucht aufwarten. Dann haben wir andererseits das komplette Gegenteil mit den Lagen meines Mannes in Wintersheim mit eher fruchtbaren Löss-Lehm-Böden. Wo man dann einfach sieht, was Riesling auch sein kann: Also ’ne Fruchtbombe mit Pfirsich, Maracuja.

Kurz ein Rückblick auf das turbulente Winzer-Jahr 2017. Wie habt ihr es erlebt?
Lisa Bunn: Das war so ein verrücktes Jahr. Wir haben angefangen im Januar mit wochenlangen Minustemperaturen, wo wir froh waren, dass dennoch alles sehr, sehr ruhig verlaufen ist. Dann wurde es relativ früh warm und es folgte ein früher Austrieb.

Dann kam im April der Frost…
Lisa Bunn: Genau. Die Spätfröste mit Ertragseinbußen.

Wie ging es weiter?
Darauf folgte ’ne ziemlich lange, sehr trockene Periode. Was zur Folge hatte, dass die Fruchtansätze sehr klein waren. Die Rebe merkt, sie hat eine geringe Wasserversorgung, also hält sie auch ihre Leistung zurück. Und dann kam der Sommer 2017, es war pitsch-patsch nass, es hat geregnet ohne Ende. Da hätte sie also doch mehr Leistung bringen können – hätte sie das gewusst, die arme Rebe…
Dann hatten wir das Glück, dass ab Anfang September die Sonne raus kam. Und für alle, die Geduld hatten und nicht direkt Anfang September alles weggelesen hatten, kamen drei Wochen Sonne mit warmen Temperaturen, die einfach dafür sorgten, dass wir nochmal einen Tick mehr an Reife bekamen.
Und: Wir haben nicht so ein Jahr, in dem jetzt der Alkohol unglaublich hoch ist und die Säure unheimlich niedrig. Sondern es ist so ein typisches, eher traditionell deutsches Jahr, wo man Weine hat mit einem moderaten Alkohol, mit einer knackigen Säure.

Und privat ging es auch rund mit der Geburt eures Sohnes Theo.
Lisa Bunn
: Wir hatten unsere erste Füllung für das Jahr angesetzt. Wir haben eigentlich gedacht, wir füllen vorher ab und haben halt genug Zeit, um uns auf die Geburt und Alles vorzubereiten. Und dann: Theo ist drei Wochen zu früh gekommen Und am selben Tag, 26.1., haben wir bei uns 26 000 Flaschen Wein abgefüllt.

Begannen die Wehen bei der Abfüllung?
Lisa Bunn: Nee, nee, in der Füllvorbereitung. Also wir haben am Tag vorher noch Schwefel eingestellt, geprüft, ob genug Flaschen und Verschlüsse da und die Tanks in Ordnung sind. Da merkte ich dann: Es kündigt sich was an. Ich habe die ganze Nacht gehofft: Vielleicht hört das wieder auf oder es ist nur ein ‚Hallo, ich bin bald da!‘ Aber es war dann ein: ‚Hallo, ich will raus!‘

Wie hat sich für dich als Winzerin das Leben verändert mit einem Kind?
Lisa Bunn: Völlig. Ich habe das Glück, dass meine Mutter und meine Schwiegermutter beide sehr engagiert sind und auch den Theo einfach genommen haben in Stoßzeiten wie Herbst oder in der Füllvorbereitung. Immer wenn’s brennt, habe ich jemanden, der nach ihm gucken kann.
Und: Die ganzen Arbeitsabläufe sind jetzt so, dass wir schon vorausschauend vorgehen. Also, bisher haben wir gepflanzt und geplant, weil es in unser Sortiment passt. Aber eigentlich pflanzt man einen Weinberg, um schon für die nächste Generation zu planen. Denn der Weinberg steht ja 30 Jahre. Und jetzt denken wir: Hmm, kann der Theo mal was mit Sauvignon Blanc anfangen?  Oder ist er eher der Riesling-Typ? Wir wollen ihm ja auch nicht irgendwas aufzwingen, aber es muss ja so funktionieren, dass es später auch Sinn macht.

Lisa Bunn: Roter Hang ist Heimat

Der Rote Hang ist eine der besten Lagen in Deutschland, ihr habt dort Weinberge. Was ist für dich das Besondere am Roten Hang?
Lisa Bunn: Für mich ist der Rote Hang Heimat. Und Herkunft unserer besten Rieslinge.
Das ist auch unsere Visitenkarte. Es gibt in Rheinhessen natürlich unheimlich viele Winzer, die tolle Weine machen. Gerade in unserer Generation der Winzer. Ich weiß: Überall sind die Ansprüche hoch an sich selbst, einen tollen Wein zu machen.
Aber es ist halt einfach nochmal ein Unterschied, wo die Trauben wachsen, wie der Boden beschaffen ist, wie die Ausrichtung ist. Hier am Roten Hang haben wir einfach eine einzigartige Situation, die in jedem Jahr schmeckbar ist. Und die sich grundsätzlich vom restlichen Rheinhessen unterscheidet. Es macht uns stolz, dass wir das so direkt erleben können. Dass man dieses Geschmackserlebnis wirklich so eindeutig hat.

Was genau ist dieses Eindeutige?
Lisa Bunn:  Die Rieslinge vom Roten Hang sind sehr viel mineralischer als andere. Wir haben so eine gewisse Salzigkeit mit drin, eine Würze. Wenn  man riecht, hat man beim Standard-Riesling sehr viel Frucht Pfirsich, Aprikose, ein bisschen Apfel und Birne. Aber bei den Rieslingen vom Roten Hang geht es um ein ganz anderes Aromen-Spektrum. Da hat man eher was Würziges, manchmal kommt Lavendel raus, manchmal kommen kräutrige Noten hinzu, manchmal fast etwas Rotbeeriges, ein bisschen wie Johannisbeere. Aber eher so, als würde man an den Blättern riechen. Also es ist anders, und das macht das Besondere aus.

Messwein – ganz irdisch von der Mosel

Einmal Messwein probieren… Das erlaube ich mir in der Adventszeit für den „Wein des Monats“ Dezember und suche dafür einen besinnlichen Ort im Bistum Essen auf – das Essener Münster am Burgplatz. Das ganz irdische Weinrecht ist zwar inzwischen so streng und ausgefeilt, dass es in der katholischen Kirche keine spezielle Verordnung mehr für Messwein geben muss. Jedoch: Was hat es mit einem solchen Tropfen auf sich, der in der Eucharistiefeier der katholischen Kirche zum Blut Christi wird? Ich treffe mich mit Domkapitular Dr. Michael Dörnemann in der Sakristei des Doms. Und da halten wir uns nicht mit so wundersamen Dingen auf, Wasser in Wein zu verwandeln….

Weinbegleiter Ruhr: Welcher Wein kommt bei der Heiligen Messe im Dom in den Kelch?
Michael Dörnemann: Derzeit verwenden wir im Dom hauptsächlich einen 2015er Riesling Classic. Einen Qualitätswein, der auch besonders als Messwein etikettiert ist. Er stammt von der Mosel vom Weingut Weinschröterhof der Familie Bollig. Wir haben uns für den Riesling entschieden, weil er mit 11,5 Volumenprozent (%Vol.) einen nicht so hohen Alkoholgehalt hat.
Wir haben noch einen zweiten Wein, einen spanischen Likörwein.

…..hui, mit 15 Volumenprozent Alkohol….
Michael Dörnemann: Also zur Messe morgens um 7 Uhr geht das gar nicht. Wobei man sagen muss, es ist ja immer nur ein symbolischer Schluck, den der Priester trinkt.

Platz für Messwein ist in der kleinsten Hütte…

Darf ich den Riesling hier in der Sakristei rein aus Neugier und Interesse probieren oder verstößt das gegen sakrale Regeln?
Michael Dörnemann: Können Sie.

Zunächst ein eher verhaltenes, zartes Bukett, Zitrusnoten dominieren. Im Mund fühlt er sich nicht so leicht an wie der Alkoholgehalt vermuten lässt. Er steht einfach zu warm in der Sakristei, Alkohol und Säure sind dadurch eher dominant. Richtig gekühlt, bekäme ich jetzt einen ganz anderen Eindruck. Sie stellen die offenen Flaschen sehr salopp in der kleinen Abstellkammer hier ab…

Michael Dörnemann:  Der Rest wird natürlich entsprechend kühl im Keller gelagert.

Wie viele Flaschen lagern da im Keller?
Michael Dörnemann:  Das kann ich nicht genau sagen. Wir werden zwei Mal im Jahr mit bis zu 200 Flaschen beliefert.

Seit wann beziehen Sie den Messwein von der Mosel?
Michael Dörnemann:  Das Domkapitel hat schon seit über 50 Jahren Beziehungen zu diesem Weingut.
Die Pfarreien im Bistum können bei der Wahl der Winzer und Weingüter frei wählen. Einige beziehen ihren Messwein zum Beispiel von den Bischöflichen Weingütern in Trier.

Wer kümmert sich hier im Dom um den Wein, die Bestellung und Lieferung?
Michael Dörnemann:
Die Sakristane (Küster) in Absprache mit dem Dompropst und mit mir. Und in den Pfarreien ist es in der Regel so, dass die Pfarrer den Messwein bestellen.

Wird nur Weißwein gereicht oder auch Rotwein?
Michael Dörnemann:
Einige Pfarrer verwenden Rotwein, weil sie das symbolträchtiger finden. Nach katholischem Glauben wird ja der Wein in das Blut Christi gewandelt. Also es ist die Gegenwart Christi im Wein. Nun  muss man wissen: Der Kelch wird nach dem Gebrauch mit einem weißen Tuch ausgewischt. Rotwein ist da eher schwierig. Küster, die dann die Kelchwäsche machen müssen, fluchen dann schon mal…

Der derzeitige Messwein im Dom. Rechts auf dem Etikett ist der Urgroßvater vom derzeitigen Winzer Thomas Bollig zu sehen. Die Wurzeln des Familienweingutes reichen bis 1665 zurück.

Muss der Messwein aus dem deutschsprachigen Raum sein?
Michael Dörnemann: Nicht unbedingt. Andere Weine, zum Beispiel aus Italien oder Spanien, müssen dann eben im Qualitätszeugnis als naturbelassene Messweine ausgezeichnet sein.

In erster Linie trinkt der Priester aus dem Kelch. Dass alle Gottesdienst-Besucher daran teilhaben, ist eher die Ausnahme?
Michael Dörnemann: Ja, nur an besonderen Tagen, zum Beispiel Gründonnerstag oder in der Osternacht. Das kommt aus der Tradition der katholischen Kirche, dass nur der Priester den Wein trinkt. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil ist die Öffnung gerade bei Gruppenmessen, also bei kleineren Gottesdienstgemeinden, so, dass immer alle aus dem Kelch trinken können. Aber bei normalen Gemeindegottesdiensten, wo 100 bis 200 Menschen da sind, ist das oft schwierig.

Und die Gottesdienstbesucher beschränken sich wirklich auf den Probierschluck?
Michael Dörnemann: Genau. Es gibt dann bei den besonderen Gottesdiensten eine gewisse Zurückhaltung. Das heißt, es gibt Menschen, die dann gar nicht zum Kelch gehen, sondern mit der Brotgestalt, wie sonst auch, vorlieb nehmen. Das hängt damit zusammen, dass es bis vor 40 bis 50 Jahren in der katholischen Kirche gar nicht üblich war, dass die Gläubigen aus dem Kelch tranken.

Wieso?
Michael Dörnemann: Das hat einen geschichtlichen Grund: Sicher war es in der frühen Kirche so, dass beim Gedächtnis des letzten Abendmahles alle Teilnehmer aus dem Kelch tranken. Im Laufe des Mittelalters wurde dies aus Ehrfurchtsgründen auf den Priester reduziert. Auch weil man fürchtete, dass Wein verschüttet wird  – in einer Situation, in der bei der Kommunion mit dem Wein ja auch die Gegenwart Christi verbunden wurde. Das ist dann so hoch stilisiert worden, dass 1415 beim Konzil von Konstanz Jan Hus (tschechischer Reformator), der vehement für den sogenannten Laienkelch eingetreten ist, der Häresie (Abweichung vom offiziell gelehrten Glauben/Ketzerei) verurteilt und verbrannt wurde. Nicht nur deshalb, aber das war auch ein Grund. Die Reformatoren des 16. Jahrhunderts, Luther vor allem, führten den Laienkelch für alle ein.

In der katholischen Kirche, im Zuge des 2. Vatikanischen Konzils, wurde die Aufforderung Jesu – „trinket alle daraus“ –  übernommen, so dass es eben in kleineren Gemeinden auch zur Kelchkommunion gekommen ist. Aber das hatte wie gesagt eine lange Geschichte und der sogenannte Laienkelch war im Mittelalter verboten.

Kommen wir zurück zum weltlichen Teil, mögen Sie privat Wein?
Michael Dörnemann:  Ja.

Welchen trinken Sie gerne?
Michael Dörnemann: Rot- und Weißwein, das ist sehr unterschiedlich.  Aus dem Elsass, durchaus auch mal einen Muscat d’Alsace. Bei den österreichischen Weinen sowohl den Grünen Veltliner in allen Abstufungen, als auch Riesling Zweigelt, Blaufränkisch. Und italienische Rotweine –eher als spanische. Auch schon mal gerne einen Bordeaux.

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Michael Dörnemann: Zu einem guten Essen, wenn ich eingeladen bin mit Freunden. Im Urlaub auch schon mal auf der Terrasse abends.

Genuss ist dann hoffentlich außerirdisch schön!

 

 

Messweinverordnung
„Im Kirchlichen Amtsblatt für das Bistum Essen von September 2014 heißt es: Die Kirche ist seit jeher bestrebt, für die Feier der Eucharistie Brot und Wein in einer Qualität zu verwenden, die der Heiligkeit dieses Sakramentes angemessen ist. Die Grundordnung des Römischen Messbuches hebt…. hervor: ‚Der Wein für die Eucharistiefeier muss vom Gewächs des Weinstockes (vgl. Lk 22,18) stammen und naturrein und unvermischt sein, das heißt ohne Beimischung von Fremdstoffen‘. Aus diesem Grund hatten die deutschen Bischöfe im Jahre 1976 vor dem Hintergrund des damaligen Lebensmittelrechts die ‚Verordnung über den Gebrauch von Wein bei der Eucharistiefeier (Messwein)‘. Da inzwischen das weltliche Recht die Reinheit des Weines strikt normiert und die Beimischung von Fremdstoffen weitestgehend verbietet, ist die besagte kirchliche Verordnung hinfällig und wird hiermit aufgehoben. Einer Approbation einzelner Messweinlieferanten bedarf es daher künftig nicht mehr. Die Priester haben weiterhin gewissenhaft dafür Sorge zu tragen, dass bei der Feier der Eucharistie ein Wein verwendet wird, der mindestens den Anforderungen eines Qualitätsweines (nach deutschem Weinrecht) genügt…“

Der mit dem „Loch im Wasser“

Der Wein des Monats August passt perfekt zum Sommer: ein verführerischer Sauvignon blanc. Dafür zieht Pascal Hesse den Korken. Der umtriebige freie Journalist und Publizist aus Essen, der sich mehrfach bundesweit mit investigativen Recherchen für den Informer einen Namen gemacht hat, nimmt uns mit auf eine lange Reise: nach Neuseeland, ins Weinanbaugebiet Marlborough auf der Südinsel.

Weinbegleiter Ruhr: Hast du einen Lieblingswein? Wenn ja, welchen? Wie heißt er, woher stammt er?

Pascal Hesse: Ich habe zahlreiche Lieblingsweine, meinst jahreszeitenabhängig und einige bereits seit einigen Jahren. Mein ganz spezieller Liebling, er geht eigentlich immer, vor allem aber im Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse, ist ein waschechter Neuseeländer. „Hole in the Water“ heißt mein Favorit. Er kommt aus der Region Marlborough und kostet rund zehn bis zwölf Euro die Flasche. Der Weißwein stammt vom Familienweingut Konrad. Dort produziert Winemaker Jeff Sinnott aus den ausgereiften Trauben einen duftigen Sauvignon Blanc, der vom Geschmack her ein wenig an Hugo erinnert – es schmeckt nach Holunder, ein durchaus prägender neuseeländischer Geschmack. Wer gerne Hugo trinkt, der wird diesen Wein lieben.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein für dich entdeckt?

Pascal Hesse: Entdeckt hat der Wein mich. Ich habe einmal ein paar Flaschen von Freunden geschenkt bekommen – und mich sprichwörtlich in den Neuseeländer verliebt. Besonders gut schmeckt er, wenn er sehr kühl serviert wird, dann kommt der Holundergeschmack besonders gut zur Geltung. Am Gaumen (so habe ich mir sagen lassen) erinnert der „Hole in the Water“ an Grapefruit und saftige tropische Früchte, der Abgang ist frisch und langanhaltend. Ich empfehle jedoch, nicht zu viel von diesem Wein zu trinken und nach dem zweiten Glas auf einen vollmundigeren Wein umzusteigen. Hier bietet sich Riesling meiner Meinung nach sehr gut an. Mit frischem Obst schmeckt der Weiße besonders gut.

Warum ist das dein Lieblingswein?

Pascal Hesse: Ganz einfach: Ich mag den Geschmack von Hugo. Und der „Hole in the Water“ ist ein leichter, geschmackvoller Wein. Außerdem tendiere ich eher zu Weinen aus Familienweingütern, zu Exotischem, und nicht zu „Wein von der Stange“.

Die Weinberge, es sind etwa 40 Hektar, befinden sich in Marlborough, im Waihopai Valley. Waihopai bedeutet in der Eingeborenen-Sprache der Maori „Loch im Wasser“. Sprich: Beim Namen für den „Hole in the Water“ hat man sich mit der Geschichte der Region beschäftigt und sie einfließen lassen. Das gefällt mir, ein Wein mit Charakter. Und davon hat der „Hole in the Water“ wirklich genug!

 Das Weingut Konrad Wines gehört der aus Deutschland ausgewanderten Familie Hengstler. Weitere Infos: www.konradwines.co.nz/

Nelson Müller und der Wein

Es heißt ja: Viele Köche verderben den Brei. Aber Nelson Müller zeigt beim „Soul Sunday“, dass es auch anders geht. In sehr entspannter Atmosphäre lädt er regelmäßig im Müllers auf der Rü im Essener Stadtteil Rüttenscheid begnadete Musiker ein. Beim letzten Event gab es etwas zu feiern. Das Bistro mit offener Küche wurde vor nunmehr 3 Jahren eröffnet. Dazu spielen am Soul Sunday Manh Dung Nguyen, Züleyha Tonn-Nguyen,  Rino und die Jim Rockford Band. Und die machen richtig gute handgemachte Musik. Schade nur, dass man von vielen Plätzen aus keinen Blick auf die Bühne hat. Aber die Musik reißt einen ja ziemlich schnell hoch – und das Ambiente entschädigt.

Müllers Grauburgunder.

Zum Kartoffelpü mit Schalotten und Backfisch passt perfekt der 2016er Grauburgunder vom Weingut „Villa Wolf“ aus der Pfalz. So mag ich diesen Klassiker: Eine Aromen-Explosion aus reifen, teils exotischen Früchten und Limonen sowie vollmundigem Schmelz. Da jubelt der Gaumen. Kein Wunder. Das Weingut gehört VDP-Winzerstar Ernst Loosen aus Bernkastel.

Am Soul Sunday konzentriert sich Nelson Müller auf die Musik. Ansonsten ist der Sternekoch der Auffassung: „Essen sollte vor allen Dingen eines: Dich glücklich machen.“ Und genauso ist es mit Wein: Kurz und knackig beantwortet Nelson Müller meine Fragen zum „Wein des Monats“ Mai:

Weinbegleiter Ruhr: Haben Sie einen Lieblingswein? Wenn ja, welchen?

Nelson Müller:  Einen speziellen Wein als Lieblingswein habe ich nicht, aber ich mag zur Zeit sehr gerne Grauburgunder aus der Pfalz. Auch die Modelrieslinge mag ich.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?

Bei einer Küchenparty auf einem Weingut bin ich auf den Geschmack gekommen

Warum ist das Ihr Lieblingswein?

Schmeckt mir einfach gut. Der Grauburgunder hat eine sehr angenehme Säure, davon bekomme ich kein Sodbrennen und die Moselrieslinge mag ich sehr gern wegen der Restsüße. Dafür muss sich heutzutage auch niemand mehr schämen, ganz im Gegenteil.

 

Abgefahren – kulinarisches Weinlesen

Nur noch wenige Wochen, dann heißt es bei Elly’s Island: Read and Eat. Elly, Chefin der Schule für entspanntes Kochen in Gescher, und Susanne Storck, Autorin und Weinberaterin, laden am Samstag, 4. März, ein zu: Abgefahren – kulinarisches Weinlesen. Susanne Storck nimmt uns mit auf ihre Radtour von Mülheim an der Ruhr bis zum Bodensee. Sie liest uns aus ihrem Buch „Abgefahren“ vor, erschienen im Sportwelt Verlag,  und beschreibt darin ihre verrückte Reise mit 16 Kilogramm Gepäck, 400 Euro Bargeld und das alles ohne Geldkarte! Das Ganze in 51 Tagen mit genau 2716 zurückgelegten Kilometern. Hier erfahren wir, wie die Autorin ihre Liebe zum Wein entdeckt hat und schmecken live die guten Tropfen und die im Buch beschriebenen Gerichte. Der Abend wird kulinarisch von Elly begleitet und Susanne Storck reicht die passenden Weine! Anschließend gibt es eine Signierstunde mit der Autorin.

Tina Quadt, Chefin von "Elly's Island". Fotos (2): Jürgen Ebbing Rippelmarken

Elly, Chefin von „Elly’s Island“. Foto: Jürgen Ebbing Rippelmarken

"Abgefahren": Auf Radtour in Deutschland.

Susanne Storck auf abgefahrener Radtour.

Für das Motto „Abgefahren“ ist Elly immer zu haben. Schließlich sind ihre Kurse und Angebote einzigartig, originell und individuell. Vor kurzem hatte sie einen echt „abgefahrenen“ Kurs: Grenzerfahrung – einkaufen im Grenzgebiet Niederlande Winterswjik. „Die Kursteilnehmer hatten den Auftrag für eine Summe X Lebensmittel zu kaufen, die sie gerne einmal probieren wollten“, erklärt Elly.

 

 

 

Knurrhahn und Flanksteak

Gekauft wurden „tolle Käsesorten, Rohschinken, Knurrhahn, Flanksteak, verschiedenste Wurzelgemüse, Butternutkürbis, Pilze, Melone, Mango, Erdbeeren, Portwein, Chili, Schoki und noch so einiges mehr“. Danach ging’s zurück nach Gescher und die tollen Zutaten wurden verarbeitet. „Es wurden Lose gezogen (kalte Vorspeise, warme Vorspeise, Suppe, Hauptgang, Dessert) und Gruppen gebildet. Ich dachte mir zusammen mit den Teams Gerichte aus und los ging es. Heraus kam ein wunderbares ‚abgefahrenes‘ Menü:“

Schoko-Chili-Schichtcreme

Carpaccio vom Rohschinken mit Balsamicopilzen und Hartkäsehobel, Fladen-Zupft-Brot, Erbs-Süßkartoffel-Püree mit Brie-Cranberry-Taschen an Portreduktion mit Knurrhahnsteaks, Butternutcremesüppchen mit Wurzelwürfelchen und Korianderpesto, Flanksteak mit Zweierlei vom Blumenkohl, Kartoffelchips und Butter-Rosenkohlblätterchen. Zum Dessert eine Schoko-Chili-Schichtcreme mit Erdbeer-/Mangomousse und „essbaren Blüten“. Dem Stammtisch „Rapimmeltours“ einen großen Dank für die tolle Umsetzung von Elly’s Rezeptideen.“ 

Die Grenzerfahrung kam so gut an, dass sie es im nächsten Halbjahr ins Kurs-Programm geschafft hat.

 

 

 

 

Wunder mit Burgunder an der Ahr

Abenteuer Ahr: Nur eineinhalb Autostunden vom Ruhrgebiet entfernt liegt das Wunder mit Burgunder in imposanter Tallage an der Ahr. Keine Ahnung, warum ich bisher auf meinen Fahrten in Richtung Süden immer daran vorbeigefahren bin. Wie ignorant!, weiß ich jetzt – nach meinem ersten Wein-Ausflug 2017 nach Altenahr. Das war wunderschön. Auch, weil in dieser Gegend der eher seltene Frühburgunder ausgeschenkt wird.

Wein- und Naturliebhaber kommen hier gleichermaßen auf ihre Kosten. Im bekanntesten deutschen Rotweingebiet wachsen auf engstem Raum viele Rebstöcke in Steillagen. Teilweise beginnen sie direkt am Straßenrand, schmiegen sich an Felsen, deren Spitzen in den Himmel zu wachsen scheinen. Auf über 80 Prozent der Rebfläche fühlen sich Rotweinsorten pudelwohl – unter besten Voraussetzungen; die vielschichtigen Böden, in den nach Süden ausgerichteten Hängen, speichern tagsüber Wärme, die sie nachts an die Pflanzen abgeben. Günstiges und mildes Klima, das im Sommer in Steillagen zu mediterraner Höchstform aufläuft, bietet dem Spätburgunder optimale Voraussetzungen. Die edle Rebsorte ist die Nummer 1 an der Ahr.

Aber ich war neugierig auf Frühburgunder. Die extraktreiche Spezialität der Ahr macht viel Spaß beim Verkosten – die Aromen erinnern mich an knackige rote Früchte, unter anderem Kirsche, – wie gerade frisch gepflückt. Mal kommt er samtig, weich daher, mal wie eine selbstbewusste Schönheit, die erobert werden will. Und da warten jetzt gute Tropfen in meinem Keller, die wie eine Verheißung auf später vertrösten.

Winter an der Ahr.

Winter an der Ahr.

Mir begegnet teilweise eine Rotwein-Stilistik, die Menschen Spaß bereiten dürfte, die nicht so sehr auf rote Wuchtprummen stehen. Ich sitze zum Beispiel im Restaurant „Vinetum“ der Weinmanufaktur Walporzheim mit einem Gläschen Frühburgunder, herzhaftem Flamkuchen, netter, aufmerksamer Bedienung, schaue nach draußen und denke: Wie schön!

Burgunder im Gewölbekeller

Zum Ausprobieren beispielsweise: Weingut Sermann-Kreuzberg in Altenahr und die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr e.G. in Mayschoß, die 2009 mit den Walporzheimern fusionierte . In der ältesten Winzergenossenschaft der Welt kann man eine Verkostung mit der Besichtigung des imposanten Gewölbekellers und des Weinbaumuseums verbinden. Sehr spannend.