Zeeland: Wein und Windmühlen

Wein aus Zeeland: Selten eine so bizarre Landschaft gesehen wie in der niederländischen Provinz. Am Rande des Dorfes Dreischor auf der Insel Schouwen-Duiveland liegt der Wijnhoeve „De Kleine Schorre“. Nur gut 15 Kilometer von der Nordseeküste entfernt.

Hier wachsen am Straßenrand Rebstöcke in den Himmel. Am Horizont lugen Windmühlenflügel aus der grünen Wand. Johan van der Velde und seine Familie betreiben hier ein Weingut nebst wunderschöner Weinscheune, Terrasse vor dem Probierlokal und Hofladen.

Im Jahr 2001 gegründet, gehören zu De Kleine Schorre laut Weingut inzwischen 12 Hektar Weingärten. Gemeinsam mit dem luxemburgischen Weinunternehmen Cep d’Or wurden einst die Rebsorten ausgewählt.  Am Ortseingang schmiegt sich ein Teil davon platt wie eine Flunder in die Landschaft. Mit dieser Rebfläche ist das Weingut in Zeeland ein Goliath im Weinbau der Niederlande.
In Dreischor, wo man Weinstöcke wie Autos für einen festgelegten Zeitraum leasen kann, ist man auf weiße Rebsorten spezialisiert: Weiß- und Grauburgunder, Müller-Thurgau (Rivaner) und Auxerrois, die Rebsorte mit dem schwer auszusprechenden Namen [oh ser whah]. Sie wachsen auf lehmigen, kalkhaltigen Böden und passen ziemlich  gut zu den kulinarischen Spezialitäten Zeelands: Muscheln, Austern, Krebse, Meeresspargel.

Eine Kostprobe: Den Rivaner 2020 gibt’s für 14,95 Euro ab Hof. Hui, eine stattliche Summe für einen Müller-Thurgau. Der Wein ist knackig frisch, duftet nach gelben Äpfeln und Zitronengras. Am Gaumen wirkt die Säure viel lebhafter als bei einem  „Müller“ aus Rheinhessen oder der Pfalz. Das gibt den Kick. Der Wein macht Spaß!

Hintergrund:
Holländer gegen das Versumpfen

Die Niederländer hatten im Spätmittelalter den Welthandel mit Wein und Spirituosen fest in der Hand. Mitte es 17. Jahrhunderts hatte die Seefahrer-Nation die größte Handelsflotte der Welt. Schöngeistige Getränke aus ganz Europa wurden aufgekauft und über die Meere geschippert, um die Kolonien zu beliefern. Und sogar das berühmte Médoc in Bordeaux verdankt den Holländern seinen kometenhaften Aufstieg. Bis etwa Mitte des 17. Jahrhunderts waren Teile des Bordelais versumpft. Damit der Transport der Weinfässer nicht länger in eine Schlammschlacht ausuferte, legten die gewieften Holländer die Sümpfe einfach trocken. Und obendrein tüftelten sie mit den Engländern an einer Lösung, um den Wein für den langen Transport auf See haltbarer zu machen. Die Fässer wurden fortan geschwefelt. Cooles Völkchen, die Holländer. Schon damals.

 

Weinprobe auf dem Baldeneysee

Weinprobe auf dem Baldeneysee: Tauchen Sie ein in die wunderbare Welt der Sommerweine. Am Freitag, 17. Juni, und am Samstag, 18. Juni 2022, 19 Uhr.

Jetzt fahrn wir übern See: Werden Sie binnen eines Abends Ihr eigener Weinkenner. In zauberhafter Atmosphäre.

An Bord des historischen Fährschiffes „Isenberg“ der Weissen Flotte Baldeney reiche ich einen Aperitif sowie sechs ausgewählte Weine. Lernen Sie dabei auf unterhaltsame Art Rebsorten, Winzer und Anbaugebiete kennen. Entlocken Sie ganz locker den Weinen ihre Geheimnisse. Dies ist ein exklusives Angebot für Sie. Denn auf dem kleinen Fährschiff „Isenberg“ stehen nur 12 Plätze zur Verfügung.

 

Treffpunkt ist ab 18.45 Uhr am Anleger Heisingen, Lanfermannfähre 90. Wir schippern Richtung Vogelschutzgebiet, Kupferdreh, Heisinger Aue, Überruhr bis Rellinghausen die Ruhr aufwärts. Der Kapitän wendet an der Zornigen Ameise und steuert zurück zum See. In der traumhaft schönen Landschaft tauchen wir ein in ein genussvolles Wein-Event.

Preis pro Teilnehmer: 85,00 €. Im Preis enthalten sind die 3-stündige Fahrt auf dem Baldeneysee, die Weinprobe mit einem Aperitif und sechs ausgewählten Weinen, Wasser, Brot, Käse und Trauben. Und natürlich ein unvergesslicher Abend!

Buchen Sie jetzt! Ich stelle Ihnen auch gerne einen Gutschein aus für ihr ganz besonderes Geschenk.

Im fünften Jahr lade ich ein zu Wein auf dem Wasser auf dem Baldeneysee. In stillen Abendstunden auf dem See Wein genießen – das ist ein einmaliges Erlebnis. Meine bisherigen Gäste sind begeistert. Hier finden Sie Kundenstimmen.

Weinreise im Seniorenstift für Menschen mit Demenz

Eine Weinprobe für Menschen mit Demenz? Im Seniorenstift? In diesen Zeiten? Und ob das geht! Einfach, weil im Haus Berge in Essen-Borbeck nichts unmöglich ist. Ich hatte das große Vergnügen, mich mit Bewohnern des Hauses auf eine Weinreise durch Frankreich zu begeben.

Machbar wurde diese besondere Veranstaltung, weil sie kontaktlos über die Bühne gehen konnte. Mit ganz viel Freiraum. Ich stand im großen, geschützten Garten des Stifts, der für die Bewohner mit starkem Bewegungsdrang ein Stück Lebensqualität bietet. Senioren der Wohnbereiche „Glück Auf“ und Lili Marleen“ saßen in den Gemeinschaftsräumen in der ersten und zweiten Etage und prosteten mir von drinnen durch die großen geöffneten Fenster zu. Mitarbeiter des Hauses schenkten Ihnen reinen Wein ein. Und ich stellte auf dem Rasen 3 Weine vor von  Jacques‘ Wein-Depot – einen spritzig-frischen Sauvignon Blanc aus der Gascogne im Südwesten Frankreichs, einen Rosé aus der Gegend um Bordeaux und einen sanften, vollmundigen Rotwein aus dem Süden, dem Languedoc.

Beim Verkosten erinnerten sich die älteren Damen und Herren auch an frühere eigene Weinreisen an Rhein oder Mosel und auch nach Frankreich. Das war ein wunderbares Schwelgen und Schunkeln. Denn für die Weinreise hatte ich Musik im Gepäck. Mireille Mathieu trällerte „Hinter den Kulissen von Paris“ und Bill Ramsey besang „Pigalle, die große Mausefalle mitten in Paris“.
Ein wunderbarer Nachmittag, der zum einzigartigen Konzept von Haus Berge passt. Die dementen Bewohner „leben und erleben“ hier „ihre eigene Realität“. Ohne Bevormundung und mit größtmöglicher Freiheit.

Rosé im Regen

Auf der Internetseite der Einrichtung, die zur Contilia GmbH gehört, steht: „Wo Bewohner die Fähigkeit haben zu entscheiden, überlassen wir ihnen die Entscheidung. Wenn sie Marmelade auf die Bratwurst streichen, irritiert uns das nicht. Auch dem Pantoffel im Kühlschrank begegnen wir mit Gelassenheit, schließlich leben unsere Bewohner viel zufriedener, wenn wir ihr Verhalten akzeptieren.“
Diese Einstellung bietet viel Raum für Lebensqualität. Und eben auch für eine Weinprobe. Bei der nur eins nicht so recht passte: das Wetter. Pünktlich zum Beginn der Veranstaltung begann es wolkenbruchartig zu regnen. Mein Rosé im Glas verwandelte sich binnen weniger Minuten in eine Weinschorle. Egal, eine Termin-Verschiebung kam für uns nicht in Frage.

„Non, je ne regrette rien“

Die Weinreise durch Frankreich endete mit einem Chanson von Edith Piaf. „Non, je ne regrette rien“. Nein, ich bereue nichts… Selig lächelnd lauschten die Bewohner und nippten am Weinglas. Das sind unvergessliche Momente.

Großen Dank an Einrichtungsleiter Michael Schüten, Ira Neumann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Soziales, sowie an die weiteren Mitarbeiter von Haus Berge, die diese Weinprobe ermöglichten. Ich danke außerdem Pascal Hesse fürs Fotografieren und Sebastian Müller für die Musikauswahl.

Lust auf Weinreisen in Senioren-Einrichtungen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu Weinbegleiter Ruhr auf.

Das Herz schlägt für Silvaner

Silvaner und Franken – das ist ein Traumpaar. Auf dem Familienweingut Johannes Nickel in Nordheim wird es von seiner schönsten Seite in Flaschen abgefüllt. Anfang September war ich mit meiner Freundin dort und wir probierten auf dem Hof die Weine des Jahrgangs 2019. Im Freien ist das zum Glück wieder möglich. Einfach köstlich! Wir gerieten in einen famosen Kauf-Rausch.
Johannes Nickel und Familien bewirtschaften 4,5 Hektar Rebfläche, 80 Prozent weiße Rebsorten, 20 Prozent rote Rebsorten, „das ist der fränkische Schnitt“, sagt Karolin Schmitt, die Schwester des Winzers. „Silvaner und Müller-Thurgau sind unsere Hauptrebsorten.“
Johannes Nickel besann sich 2013 auf die Familientradition. Der gelernte Schreiner entschied sich für den Wein, machte die Rebflächen der Familie wieder urbar, absolvierte eine Ausbildung zum Winzer und zum staatlich geprüften Brenner. Schwester Karolin ist ausgebildete „Gästeführerin Weinerlebnis Franken“ und veranstaltet Weinbergs-Wanderungen, Verkostungen und vieles mehr. Normalerweise.

Ein Gespräch über das Besondere des Silvaners, Zwangspausen, Frühjahrs-Fröste im Weinberg und die Leidenschaft für den Wein.

Weinbegleiter Ruhr: Ich erlebe immer wieder, dass Weintrinker beim Silvaner sofort an „Spargelwein“ denken. Ich finde es schade, Silvaner auf ein Getränk zu einem saisonalen Gemüse zu reduzieren. Beschreiben Sie bitte einmal mit Ihren Worten das Besondere dieser Rebsorte.

Karolin Schmitt: Silvaner ist eine Rebsorte, die unheimlich vielseitig ist. Hier in Franken wächst sie bereits seit über 360 Jahren und ist optimal ans Klima angepasst. Ein Glückstreffer für Franken. Unser Portfolio zeigt, was der Silvaner alles kann: Wir haben den einfachen, schön fruchtbetonten trockenen Silvaner mit Apfel- und Birnen-Aromatik. Dann gibt’s bei uns den Silvaner im Bocksbeutel. Der ist kräftiger und bringt viel Mineralität mit. Die Trauben kommen von über 40 Jahre alten Rebstöcken aus dem besten Stück des Sommeracher Katzenkopfes. Und da merkt man die Kraft und Fülle, die der Silvaner hat. Er liegt ein Jahr lang auf der Feinhefe und kommt dann erst auf die Flasche.

Silvaner im Holzfass aus Kastanie

Die Krönung ist der Silvaner Tradition. Da wird das Beste vom Silvaner heraus gelesen und spontan mit den natureigenen Hefen der Trauben vergoren. Das erfordert Geduld, die hat dann eher der Johannes, ich nicht (lacht). Er sagt immer: ‚Karolin, das wird schon…“
Der Silvaner Tradition reift auf der Hefe im Holzfass aus Kastanie. Da zeigt die Rebsorte ihr ganzes Potenzial. Der Wein bringt Mineralität mit, Struktur und Frucht. Durch die Lagerung im Holzfass kommen Aromen hinzu, die an Vanille und Karamell erinnern.

Eingespieltes Team: Karolin Schmitt und Johannes Nickel.

Warum Kastanienholz? Und woher stammen die Fässer?
Karolin Schmitt:
Aus einem alteingesessenen Betrieb in der Region, Aßmann heißt er. Die Firma hat für Johannes extra ein 225-Liter-Fass aus Kastanienholz hergestellt, weil Johannes sehr gerne experimentiert. Eiche ist ja doch oftmals sehr rau und bringt viele Gerbstoffe, was mitunter zu viel sein kann für den Wein. Kastanie ist da wesentlich weicher und passt wunderbar zum Silvaner.

Welche Speisen empfehlen Sie zum Silvaner im Bocksbeutel?
Karolin Schmitt: Der passt zu einem kräftigen Gericht, zu einem Braten zum Beispiel. Er kann auch ideal einen kräftigen Fisch begleiten, also einen mit Eigengeschmack, der Substanz mitbringt, damit die Balance zum Wein hergestellt wird.
Also von wegen Spargelwein… Da würde ich eher unseren Silvaner aus der Schlegelflasche empfehlen. Der passt super, auch zu Gemüse-Gerichten.

2020 war und ist besonders und unvergleichlich anders als alle Jahre zuvor. Wie ist das Jahr bisher für Sie, Ihre Familien und das Weingut gelaufen?
Karolin Schmitt: Es fing prima an, wir haben den Wein gut auf die Flasche gebracht und sind sehr zufrieden mit dem Jahrgang 2019. Und dann kam Corona… Ostern sind normalerweise die ersten Gäste auf dem Hof und probieren den neuen Jahrgang. Aber wir mussten alle zuhause bleiben. Das war schwierig. Natürlich haben uns die Gäste wunderbar unterstützt. Es gab eine große Resonanz auf unseren online-shop. Die Leute riefen an, fragten, wie es uns geht und bestellten Wein, weil sie uns unterstützen wollten. Das war unglaublich positiv. Aber die Gäste fehlten uns einfach auf dem Hof. Und der Austausch: dass du dich über den Wein unterhältst, dass du zusammen ins Glas blickst, zusammen den Wein anschaust, probierst, philosophierst.

Und dann kam im Mai der Frost…
Karolin Schmitt:
Der hat uns ordentlich erwischt. Bis zu 60 Prozent Ernte-Ausfall. Und das ist natürlich heftig für so ein kleines Familienweingut. Ich würde fast sagen: Der Frost trifft uns deutlich härter als Corona. Ganz einfach: Wenn ich nichts habe zum Verkaufen, fallen die Einnahmen weg.  Und die Arbeit war ja das ganze Jahr über nicht weniger, eher mehr. Außerdem wurden die Rebstöcke in Mitleidenschaft gezogen. Der Rebschnitt im nächsten Jahr wird dadurch viel aufwändiger. Wir hoffen jetzt, dass das Holz gut ausreift. Denn das ist die Basis für den 2021er Jahrgang.
Ja, 2020…. Frost in diesen Dimensionen gab es noch nie. Auch die sehr guten Lagen sind erfroren.

Woran lag das?
Karolin Schmitt:
Die Wetterlage war eine ganz seltsame. Wir hatten minus 2 Grad, die Reben waren am 12. Mai schon sehr weit, mindestens im 5 Blatt-Stadium. Die Gescheine, so nennt man die Trauben in diesem Stadium, waren schon ausgebildet. Das Problem war, dass die kalte Luft von oben kam. Normalerweise versucht man mit Hubschraubern, die Luft zu verwirbeln. Also die kalte Luft vom Boden mit den wärmeren Luftschichten oben. Aber verwirbeln war nicht möglich, weil oben die kalte Luft war. Man hätte sie nach unten gedrückt. Das war ein Problem.
Die unteren Lagen waren im Nebel. Durch den Schutz des Nebels hielten sie diesmal gut durch. Aber oben das Plateau hat es richtig heftig erwischt.
Außerdem hatten wir am nächsten Tag einen strahlend blauen Himmel. Die Sonne schien auf die gefrorenen Triebe, die sofort geplatzt sind.

Und dennoch, wann immer ich mit Ihnen oder Ihrem Bruder Kontakt hatte in diesem Jahr, ob am Telefon oder per Mail: Sie strahlen gute Laune und Optimismus aus. Woraus resultiert das?
Karolin Schmitt:
Das ist wirklich Demut vor der Natur. Man kann einfach nichts machen, muss es als gottgegeben hinnehmen.
Und unsere Arbeit macht uns unheimlich Spaß. Das ist das, was uns prägt, wofür unser Herz schlägt. Und daraus schöpfen wir Kraft.

Fotos: Familienweingut Johannes Nickel (2), Susanne Storck (2)

Weinreisen gegen Fernweh – jetzt buchen!

Weinreisen gegen Fernweh: Urlaub zuhause erleben an einem lauschigen Abend. Und dabei zum eigenen Weinkenner werden. All das geht – in Zeiten, in denen grenzenloses Reisen nicht möglich ist. Wir lassen uns davon nicht die Laune verderben, genießen uns weit weg und setzen die Segel. Mit Weinen im Glas, die die Phantasie beflügeln.
Wir verreisen, ohne Koffer zu packen. Ob gemütlich zuhause in der Küche oder im Wohnzimmer, auf der Terrasse, im Garten, beim Grillfest – oder wo immer ihr wollt.
Bei Wein-Events in geselliger Runde genießen wir beispielsweise „Italien im Glas“ und probieren Grillo, Nero d’Avola und Co.  Oder wir vergleichen Sauvignon Blanc aus der Neuen Welt und Europa. Vielleicht reisen wir auch nach Spanien, immer dem Tempranillo auf der Spur. Oder ins deutsche Burgunder-Wunderland Baden. Was ihr wollt!

Weinreisen gegen Fernweh: Buchungen für Weinproben mit Urlaubs-Feeling  sind ab sofort möglich! https://weinbegleiter.ruhr/kontakt/ 

Mit dem Koffer voll Wein kann ich natürlich erst zu euch kommen, wenn die Corona-Kontakt-Beschränkungen aufgehoben sind. Jedoch könnt ihr mich jetzt bereits verbindlich für eine Weinprobe buchen, euren Wunschtermin legen wir später fest.

Das wird unsere Zeit! Auf euer Wohl!

Zauberei im Rheingau

Suse im Gespräch1

Im Gespräch mit Ulrich Allendorf.

Ich erlebte bei einer besonderen Weinprobe Zauberei im Rheingau. Dort führt der Weg schnurstracks zum Weingut Allendorf in Oestrich-Winkel. Natürlich wegen der wunderbaren Weine mit der ganz eigenen Handschrift des VDP-Weingutes. Natürlich wegen der einladenden und gastfreundlichen Atmosphäre auf dem hessischen Familien-Weingut, das eine Insel für Genießer ist. Und natürlich wegen der Wein.Erlebnis.Welt. Hier können Besucher an Aromen-Weinsäulen, im virtuellen Weinberg und vielem mehr Wein mit allen Sinnen entdecken.

Bunte Weinprobe

All das trägt die Handschrift von Ulrich Allendorf, der das Weingut zusammen mit seiner Schwester Christine Schönleber leitet. Höhepunkt in der Erlebnis.Wein.Welt ist eine Weinprobe, bei der es ganz schön bunt zugeht. Das Projekt hat Ulrich Allendorf einst in schlaflosen Nächten akribisch ausgetüftelt. Er taucht sozusagen eine einzigartige Weinprobe in Licht. Und der Besucher fragt sich: Ist das ein Winzer oder ein (Ver-) Zauberer…..?
Ulrich Allendorf schenkt zunächst jedem Gast einen trockenen Riesling ins Glas. Und dann geht’s in einen fensterlosen Raum, an dessen einer Seitenwand eine große Leinwand mit installiertem Licht-Spiel angebracht ist. Bevor die Verwirrung der Sinne beginnt, nimmt jeder einen Schluck. Der „save water drink riesling“ ist ein frischer, fruchtiger Spaßmacher. Eigentlich.

Erst sehen wir rot….

…dann grün….

….plötzlich blau…

…und dann gelb.

Und plötzlich wird der Schalter umgelegt – im Raum und im Kopf. Alles ist in ein kräftiges Rot getaucht, auch der Riesling errötet im Glas. Er riecht nach roten Früchten (ein Riesling!!!) und schmeckt süßer. Amüsiert registriert Ulrich Allendorf die ungläubigen Blicke der Besucher. Und schaltet grünes Licht ein: Der Wein kommt jetzt ziemlich herb daher und die Säure nimmt den Gaumen in Beschlag. Ganz verrückt wird’s bei blauem Licht: Der gute Tropfen läuft ungesund bläulich-blass an, verströmt kaum noch Aromen und schmeckt wässrig. Spätestens hier geht einem ein Licht auf: Es ist nicht alles wirklich real, was wir sehen. Auch was wir nicht sehen, aber als Erinnerung in uns gespeichert haben, können wir bei Bedarf abrufen. Zum Beispiel können Menschen, die im Laufe ihres Lebens erblindet sind und noch wissen, wie Farben „aussehen“, die Eindrücke in der Wein.Erlebnis.Welt wahrnehmen, so Ulrich Allendorf. Er weiß übrigens aus Erfahrung, dass die größten Zweifler unter den Gästen schnell und intensiv die Unterschiede im Glas wahrnehmen.

Am Ende durchströmt gelbes Licht den Raum, das die Welt wieder gerade rückt. Der Riesling mundet, sehr angenehm. Farbe erzeugt eben auch Stimmung, wie wir alle schon erfahren haben.

Im Urlaub auf Wolke 7

Im Urlaub, beim Sonnenuntergang am Meer, sitzen wir mit Wein auf Wolke 7. Später, als Urlaubsmitbringel zuhause und vielleicht noch nach einem stressigen Tag getrunken, schmeckt der gleiche Wein anders. Schlimmstenfalls wie in blaues Licht getaucht.
Also: Weine im Urlaub probieren und zuhause wieder die einheimischen Tropfen genießen und wertschätzen! Eine Empfehlung a la Ulrich Allendorf, dessen Leidenschaft für den Wein einfach ansteckend ist.

Glück im Glas mit Sommer-Weinen

Sommer mit Weinerlebnis: Geht mit mir auf Weinerlebnis-Reise. Ob zuhause, im Garten, am Ruhrufer, beim Grillfest – oder wo immer ihr wollt – wir verreisen, ohne die Koffer zu packen. Bei Wein-Events in geselliger Runde genießen wir beispielsweise „Sizilien im Glas“. Oder wir reisen nach Südfrankreich, in die Toskana oder ins deutsche Burgunder-Wunderland Baden. Wohin ihr wollt! Buchungen für die Auszeit vom Alltag mit Weinerlebnis sind ab sofort möglich, telefonisch unter 0172/6714577 oder per E-Mail: Weinbegleiter Ruhr. Das ist unser Sommer!

(Foto: Tina Achtermeier)

Ein Hang zum Verlieben

Orbel, Oelberg, Hipping – aus den Weinbergs-Lagen vom Roten Hang zaubert Lisa Bunn wunderbare Rieslinge. Für mich zählen sie zu den besten, die Deutschland zu bieten hat. Winzerin Lisa Bunn und ihr Mann Bastian Strebel haben von Nierstein am Rhein aus die Weinwelt erobert. Kurz vor der Messe „Pro Wein“, die am Sonntag in Düsseldorf beginnt, ein kleiner Rückblick auf das Jahr 2017 nebst Liebeserklärung an den Roten Hang.

Weinbegleiter Ruhr: Ihr seid bei der Pro Wein 2018 wieder mit einem Stand im Rheinhessen-Pavillon vertreten. Was erwartet Besucher?
Lisa Bunn: Unser Schwerpunkt sind Rieslinge. Dabei haben wir eine große Bandbreite von einerseits sehr warmen Lagen aus Nierstein vom Roten Hang. Das sind sehr mineralische Rieslinge, die auf sehr kargen Böden gewachsen sind und dadurch mit einer sehr konzentrierten Frucht aufwarten. Dann haben wir andererseits das komplette Gegenteil mit den Lagen meines Mannes in Wintersheim mit eher fruchtbaren Löss-Lehm-Böden. Wo man dann einfach sieht, was Riesling auch sein kann: Also ’ne Fruchtbombe mit Pfirsich, Maracuja.

Kurz ein Rückblick auf das turbulente Winzer-Jahr 2017. Wie habt ihr es erlebt?
Lisa Bunn: Das war so ein verrücktes Jahr. Wir haben angefangen im Januar mit wochenlangen Minustemperaturen, wo wir froh waren, dass dennoch alles sehr, sehr ruhig verlaufen ist. Dann wurde es relativ früh warm und es folgte ein früher Austrieb.

Dann kam im April der Frost…
Lisa Bunn: Genau. Die Spätfröste mit Ertragseinbußen.

Wie ging es weiter?
Darauf folgte ’ne ziemlich lange, sehr trockene Periode. Was zur Folge hatte, dass die Fruchtansätze sehr klein waren. Die Rebe merkt, sie hat eine geringe Wasserversorgung, also hält sie auch ihre Leistung zurück. Und dann kam der Sommer 2017, es war pitsch-patsch nass, es hat geregnet ohne Ende. Da hätte sie also doch mehr Leistung bringen können – hätte sie das gewusst, die arme Rebe…
Dann hatten wir das Glück, dass ab Anfang September die Sonne raus kam. Und für alle, die Geduld hatten und nicht direkt Anfang September alles weggelesen hatten, kamen drei Wochen Sonne mit warmen Temperaturen, die einfach dafür sorgten, dass wir nochmal einen Tick mehr an Reife bekamen.
Und: Wir haben nicht so ein Jahr, in dem jetzt der Alkohol unglaublich hoch ist und die Säure unheimlich niedrig. Sondern es ist so ein typisches, eher traditionell deutsches Jahr, wo man Weine hat mit einem moderaten Alkohol, mit einer knackigen Säure.

Und privat ging es auch rund mit der Geburt eures Sohnes Theo.
Lisa Bunn
: Wir hatten unsere erste Füllung für das Jahr angesetzt. Wir haben eigentlich gedacht, wir füllen vorher ab und haben halt genug Zeit, um uns auf die Geburt und Alles vorzubereiten. Und dann: Theo ist drei Wochen zu früh gekommen Und am selben Tag, 26.1., haben wir bei uns 26 000 Flaschen Wein abgefüllt.

Begannen die Wehen bei der Abfüllung?
Lisa Bunn: Nee, nee, in der Füllvorbereitung. Also wir haben am Tag vorher noch Schwefel eingestellt, geprüft, ob genug Flaschen und Verschlüsse da und die Tanks in Ordnung sind. Da merkte ich dann: Es kündigt sich was an. Ich habe die ganze Nacht gehofft: Vielleicht hört das wieder auf oder es ist nur ein ‚Hallo, ich bin bald da!‘ Aber es war dann ein: ‚Hallo, ich will raus!‘

Wie hat sich für dich als Winzerin das Leben verändert mit einem Kind?
Lisa Bunn: Völlig. Ich habe das Glück, dass meine Mutter und meine Schwiegermutter beide sehr engagiert sind und auch den Theo einfach genommen haben in Stoßzeiten wie Herbst oder in der Füllvorbereitung. Immer wenn’s brennt, habe ich jemanden, der nach ihm gucken kann.
Und: Die ganzen Arbeitsabläufe sind jetzt so, dass wir schon vorausschauend vorgehen. Also, bisher haben wir gepflanzt und geplant, weil es in unser Sortiment passt. Aber eigentlich pflanzt man einen Weinberg, um schon für die nächste Generation zu planen. Denn der Weinberg steht ja 30 Jahre. Und jetzt denken wir: Hmm, kann der Theo mal was mit Sauvignon Blanc anfangen?  Oder ist er eher der Riesling-Typ? Wir wollen ihm ja auch nicht irgendwas aufzwingen, aber es muss ja so funktionieren, dass es später auch Sinn macht.

Lisa Bunn: Roter Hang ist Heimat

Der Rote Hang ist eine der besten Lagen in Deutschland, ihr habt dort Weinberge. Was ist für dich das Besondere am Roten Hang?
Lisa Bunn: Für mich ist der Rote Hang Heimat. Und Herkunft unserer besten Rieslinge.
Das ist auch unsere Visitenkarte. Es gibt in Rheinhessen natürlich unheimlich viele Winzer, die tolle Weine machen. Gerade in unserer Generation der Winzer. Ich weiß: Überall sind die Ansprüche hoch an sich selbst, einen tollen Wein zu machen.
Aber es ist halt einfach nochmal ein Unterschied, wo die Trauben wachsen, wie der Boden beschaffen ist, wie die Ausrichtung ist. Hier am Roten Hang haben wir einfach eine einzigartige Situation, die in jedem Jahr schmeckbar ist. Und die sich grundsätzlich vom restlichen Rheinhessen unterscheidet. Es macht uns stolz, dass wir das so direkt erleben können. Dass man dieses Geschmackserlebnis wirklich so eindeutig hat.

Was genau ist dieses Eindeutige?
Lisa Bunn:  Die Rieslinge vom Roten Hang sind sehr viel mineralischer als andere. Wir haben so eine gewisse Salzigkeit mit drin, eine Würze. Wenn  man riecht, hat man beim Standard-Riesling sehr viel Frucht Pfirsich, Aprikose, ein bisschen Apfel und Birne. Aber bei den Rieslingen vom Roten Hang geht es um ein ganz anderes Aromen-Spektrum. Da hat man eher was Würziges, manchmal kommt Lavendel raus, manchmal kommen kräutrige Noten hinzu, manchmal fast etwas Rotbeeriges, ein bisschen wie Johannisbeere. Aber eher so, als würde man an den Blättern riechen. Also es ist anders, und das macht das Besondere aus.

Messwein – ganz irdisch von der Mosel

Einmal Messwein probieren… Das erlaube ich mir in der Adventszeit für den „Wein des Monats“ Dezember und suche dafür einen besinnlichen Ort im Bistum Essen auf – das Essener Münster am Burgplatz. Das ganz irdische Weinrecht ist zwar inzwischen so streng und ausgefeilt, dass es in der katholischen Kirche keine spezielle Verordnung mehr für Messwein geben muss. Jedoch: Was hat es mit einem solchen Tropfen auf sich, der in der Eucharistiefeier der katholischen Kirche zum Blut Christi wird? Ich treffe mich mit Domkapitular Dr. Michael Dörnemann in der Sakristei des Doms. Und da halten wir uns nicht mit so wundersamen Dingen auf, Wasser in Wein zu verwandeln….

Weinbegleiter Ruhr: Welcher Wein kommt bei der Heiligen Messe im Dom in den Kelch?
Michael Dörnemann: Derzeit verwenden wir im Dom hauptsächlich einen 2015er Riesling Classic. Einen Qualitätswein, der auch besonders als Messwein etikettiert ist. Er stammt von der Mosel vom Weingut Weinschröterhof der Familie Bollig. Wir haben uns für den Riesling entschieden, weil er mit 11,5 Volumenprozent (%Vol.) einen nicht so hohen Alkoholgehalt hat.
Wir haben noch einen zweiten Wein, einen spanischen Likörwein.

…..hui, mit 15 Volumenprozent Alkohol….
Michael Dörnemann: Also zur Messe morgens um 7 Uhr geht das gar nicht. Wobei man sagen muss, es ist ja immer nur ein symbolischer Schluck, den der Priester trinkt.

Platz für Messwein ist in der kleinsten Hütte…

Darf ich den Riesling hier in der Sakristei rein aus Neugier und Interesse probieren oder verstößt das gegen sakrale Regeln?
Michael Dörnemann: Können Sie.

Zunächst ein eher verhaltenes, zartes Bukett, Zitrusnoten dominieren. Im Mund fühlt er sich nicht so leicht an wie der Alkoholgehalt vermuten lässt. Er steht einfach zu warm in der Sakristei, Alkohol und Säure sind dadurch eher dominant. Richtig gekühlt, bekäme ich jetzt einen ganz anderen Eindruck. Sie stellen die offenen Flaschen sehr salopp in der kleinen Abstellkammer hier ab…

Michael Dörnemann:  Der Rest wird natürlich entsprechend kühl im Keller gelagert.

Wie viele Flaschen lagern da im Keller?
Michael Dörnemann:  Das kann ich nicht genau sagen. Wir werden zwei Mal im Jahr mit bis zu 200 Flaschen beliefert.

Seit wann beziehen Sie den Messwein von der Mosel?
Michael Dörnemann:  Das Domkapitel hat schon seit über 50 Jahren Beziehungen zu diesem Weingut.
Die Pfarreien im Bistum können bei der Wahl der Winzer und Weingüter frei wählen. Einige beziehen ihren Messwein zum Beispiel von den Bischöflichen Weingütern in Trier.

Wer kümmert sich hier im Dom um den Wein, die Bestellung und Lieferung?
Michael Dörnemann:
Die Sakristane (Küster) in Absprache mit dem Dompropst und mit mir. Und in den Pfarreien ist es in der Regel so, dass die Pfarrer den Messwein bestellen.

Wird nur Weißwein gereicht oder auch Rotwein?
Michael Dörnemann:
Einige Pfarrer verwenden Rotwein, weil sie das symbolträchtiger finden. Nach katholischem Glauben wird ja der Wein in das Blut Christi gewandelt. Also es ist die Gegenwart Christi im Wein. Nun  muss man wissen: Der Kelch wird nach dem Gebrauch mit einem weißen Tuch ausgewischt. Rotwein ist da eher schwierig. Küster, die dann die Kelchwäsche machen müssen, fluchen dann schon mal…

Der derzeitige Messwein im Dom. Rechts auf dem Etikett ist der Urgroßvater vom derzeitigen Winzer Thomas Bollig zu sehen. Die Wurzeln des Familienweingutes reichen bis 1665 zurück.

Muss der Messwein aus dem deutschsprachigen Raum sein?
Michael Dörnemann: Nicht unbedingt. Andere Weine, zum Beispiel aus Italien oder Spanien, müssen dann eben im Qualitätszeugnis als naturbelassene Messweine ausgezeichnet sein.

In erster Linie trinkt der Priester aus dem Kelch. Dass alle Gottesdienst-Besucher daran teilhaben, ist eher die Ausnahme?
Michael Dörnemann: Ja, nur an besonderen Tagen, zum Beispiel Gründonnerstag oder in der Osternacht. Das kommt aus der Tradition der katholischen Kirche, dass nur der Priester den Wein trinkt. Seit dem 2. Vatikanischen Konzil ist die Öffnung gerade bei Gruppenmessen, also bei kleineren Gottesdienstgemeinden, so, dass immer alle aus dem Kelch trinken können. Aber bei normalen Gemeindegottesdiensten, wo 100 bis 200 Menschen da sind, ist das oft schwierig.

Und die Gottesdienstbesucher beschränken sich wirklich auf den Probierschluck?
Michael Dörnemann: Genau. Es gibt dann bei den besonderen Gottesdiensten eine gewisse Zurückhaltung. Das heißt, es gibt Menschen, die dann gar nicht zum Kelch gehen, sondern mit der Brotgestalt, wie sonst auch, vorlieb nehmen. Das hängt damit zusammen, dass es bis vor 40 bis 50 Jahren in der katholischen Kirche gar nicht üblich war, dass die Gläubigen aus dem Kelch tranken.

Wieso?
Michael Dörnemann: Das hat einen geschichtlichen Grund: Sicher war es in der frühen Kirche so, dass beim Gedächtnis des letzten Abendmahles alle Teilnehmer aus dem Kelch tranken. Im Laufe des Mittelalters wurde dies aus Ehrfurchtsgründen auf den Priester reduziert. Auch weil man fürchtete, dass Wein verschüttet wird  – in einer Situation, in der bei der Kommunion mit dem Wein ja auch die Gegenwart Christi verbunden wurde. Das ist dann so hoch stilisiert worden, dass 1415 beim Konzil von Konstanz Jan Hus (tschechischer Reformator), der vehement für den sogenannten Laienkelch eingetreten ist, der Häresie (Abweichung vom offiziell gelehrten Glauben/Ketzerei) verurteilt und verbrannt wurde. Nicht nur deshalb, aber das war auch ein Grund. Die Reformatoren des 16. Jahrhunderts, Luther vor allem, führten den Laienkelch für alle ein.

In der katholischen Kirche, im Zuge des 2. Vatikanischen Konzils, wurde die Aufforderung Jesu – „trinket alle daraus“ –  übernommen, so dass es eben in kleineren Gemeinden auch zur Kelchkommunion gekommen ist. Aber das hatte wie gesagt eine lange Geschichte und der sogenannte Laienkelch war im Mittelalter verboten.

Kommen wir zurück zum weltlichen Teil, mögen Sie privat Wein?
Michael Dörnemann:  Ja.

Welchen trinken Sie gerne?
Michael Dörnemann: Rot- und Weißwein, das ist sehr unterschiedlich.  Aus dem Elsass, durchaus auch mal einen Muscat d’Alsace. Bei den österreichischen Weinen sowohl den Grünen Veltliner in allen Abstufungen, als auch Riesling Zweigelt, Blaufränkisch. Und italienische Rotweine –eher als spanische. Auch schon mal gerne einen Bordeaux.

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Michael Dörnemann: Zu einem guten Essen, wenn ich eingeladen bin mit Freunden. Im Urlaub auch schon mal auf der Terrasse abends.

Genuss ist dann hoffentlich außerirdisch schön!

 

 

Messweinverordnung
„Im Kirchlichen Amtsblatt für das Bistum Essen von September 2014 heißt es: Die Kirche ist seit jeher bestrebt, für die Feier der Eucharistie Brot und Wein in einer Qualität zu verwenden, die der Heiligkeit dieses Sakramentes angemessen ist. Die Grundordnung des Römischen Messbuches hebt…. hervor: ‚Der Wein für die Eucharistiefeier muss vom Gewächs des Weinstockes (vgl. Lk 22,18) stammen und naturrein und unvermischt sein, das heißt ohne Beimischung von Fremdstoffen‘. Aus diesem Grund hatten die deutschen Bischöfe im Jahre 1976 vor dem Hintergrund des damaligen Lebensmittelrechts die ‚Verordnung über den Gebrauch von Wein bei der Eucharistiefeier (Messwein)‘. Da inzwischen das weltliche Recht die Reinheit des Weines strikt normiert und die Beimischung von Fremdstoffen weitestgehend verbietet, ist die besagte kirchliche Verordnung hinfällig und wird hiermit aufgehoben. Einer Approbation einzelner Messweinlieferanten bedarf es daher künftig nicht mehr. Die Priester haben weiterhin gewissenhaft dafür Sorge zu tragen, dass bei der Feier der Eucharistie ein Wein verwendet wird, der mindestens den Anforderungen eines Qualitätsweines (nach deutschem Weinrecht) genügt…“

Der mit dem „Loch im Wasser“

Der Wein des Monats August passt perfekt zum Sommer: ein verführerischer Sauvignon blanc. Dafür zieht Pascal Hesse den Korken. Der umtriebige freie Journalist und Publizist aus Essen, der sich mehrfach bundesweit mit investigativen Recherchen für den Informer einen Namen gemacht hat, nimmt uns mit auf eine lange Reise: nach Neuseeland, ins Weinanbaugebiet Marlborough auf der Südinsel.

Weinbegleiter Ruhr: Hast du einen Lieblingswein? Wenn ja, welchen? Wie heißt er, woher stammt er?

Pascal Hesse: Ich habe zahlreiche Lieblingsweine, meinst jahreszeitenabhängig und einige bereits seit einigen Jahren. Mein ganz spezieller Liebling, er geht eigentlich immer, vor allem aber im Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse, ist ein waschechter Neuseeländer. „Hole in the Water“ heißt mein Favorit. Er kommt aus der Region Marlborough und kostet rund zehn bis zwölf Euro die Flasche. Der Weißwein stammt vom Familienweingut Konrad. Dort produziert Winemaker Jeff Sinnott aus den ausgereiften Trauben einen duftigen Sauvignon Blanc, der vom Geschmack her ein wenig an Hugo erinnert – es schmeckt nach Holunder, ein durchaus prägender neuseeländischer Geschmack. Wer gerne Hugo trinkt, der wird diesen Wein lieben.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein für dich entdeckt?

Pascal Hesse: Entdeckt hat der Wein mich. Ich habe einmal ein paar Flaschen von Freunden geschenkt bekommen – und mich sprichwörtlich in den Neuseeländer verliebt. Besonders gut schmeckt er, wenn er sehr kühl serviert wird, dann kommt der Holundergeschmack besonders gut zur Geltung. Am Gaumen (so habe ich mir sagen lassen) erinnert der „Hole in the Water“ an Grapefruit und saftige tropische Früchte, der Abgang ist frisch und langanhaltend. Ich empfehle jedoch, nicht zu viel von diesem Wein zu trinken und nach dem zweiten Glas auf einen vollmundigeren Wein umzusteigen. Hier bietet sich Riesling meiner Meinung nach sehr gut an. Mit frischem Obst schmeckt der Weiße besonders gut.

Warum ist das dein Lieblingswein?

Pascal Hesse: Ganz einfach: Ich mag den Geschmack von Hugo. Und der „Hole in the Water“ ist ein leichter, geschmackvoller Wein. Außerdem tendiere ich eher zu Weinen aus Familienweingütern, zu Exotischem, und nicht zu „Wein von der Stange“.

Die Weinberge, es sind etwa 40 Hektar, befinden sich in Marlborough, im Waihopai Valley. Waihopai bedeutet in der Eingeborenen-Sprache der Maori „Loch im Wasser“. Sprich: Beim Namen für den „Hole in the Water“ hat man sich mit der Geschichte der Region beschäftigt und sie einfließen lassen. Das gefällt mir, ein Wein mit Charakter. Und davon hat der „Hole in the Water“ wirklich genug!

 Das Weingut Konrad Wines gehört der aus Deutschland ausgewanderten Familie Hengstler. Weitere Infos: www.konradwines.co.nz/