Wein zu Schwein: ein deftiger Abschied vom Winter

Wein zu Schwein: Für den neuen Wein & Speise-Tipp hat Event-Köchin Elly von Elly’s Island ein deftiges Fleischgericht aus dem hohen Norden ausgesucht. Nämlich einen Klassiker aus Schweden: Senf-Backschinken mit Speckböhnchen und Äpfeln. „Das Fleisch kann man bereits vorgegart beim Metzger kaufen“, erklärt Elly. „Hier bei uns heißt das Schinkenbraten ,gespritzt‘, weil er eine Injektion mit Salzlake bekommt.“ In Schweden dagegen koche man den Braten vorher mindestens eine Stunde und aus der Brühe wird dann eine kräftige Gemüsesuppe gekocht.

Ein passendes Gericht, mit dem wir uns genussreich aus dem Winter schleichen können.

Weinauswahl

Ein paar Überlegungen zur Weinauswahl: Der Backschinken wird aus Schweinefleisch gegart, das ja keinen intensiven Eigengeschmack hat und aromatisch etwas dezenter wirkt als andere Fleischsorten wie zum Beispiel Rind. Der Speck, mit dem die Böhnchen eingewickelt sind, setzt da eher reizvolle, deftige Akzente. Bei den Zutaten dominieren Senf sowie Nelkenpulver, das mit ätherischen Ölen auftrumpft. Der Zucker im Gericht hält beide schon mal schön in Schach. Unterstützt werden kann das mit einem halbtrockenen Riesling aus deutschen Anbaugebieten. Und speziell mit einem restsüßen Bacchus aus Franken. Wer das bei Wein zu Schwein nicht mag, kann auch zu einem würzigen Weißwein greifen, der im Holzfass vergoren bzw. ausgebaut wurde. So lassen sich Schärfe im Gericht und die Aromen des Specks gut einfangen. Zum Beispiel ein Chardonnay aus Burgund, kräftiger noch einer aus Kalifornien oder Chile, passen hier gut.

Beim Rotwein tendiere ich zu einem mittelkräftigen Tropfen mit nicht zu stark ausgeprägten Gerbstoffen, um die Aromen des Bratens nicht unterzubuttern. Da bietet sich eine schöne Vielfalt an: ein fülliger Spätburgunder aus Baden, ein Barbera aus dem Piemont, ein Valpolicella aus Venetien oder ein Nero d’Avola aus Sizilien.

Und nun ran an Töpfe und Gläser!

Schwedischer Backschinken mit Äpfeln und Speckböhnchen

2 kg Backschinken vorgegart
6 El Senf, 3 El Senfpulver
5 El Paniermehl
3 El Wasser
2 Tl Nelkenpulver
2 Eigelb
1,5 EL brauner Zucker
kleine Äpfel
ca. 1 l Brühe

Senf-Pulver, Zucker, Wasser, Eigelb und Nelken verrühren, bis sich der Zucker gelöst hat, Schinken damit einreiben und mit Paniermehl bestreuen. Den Braten in einen großen Bräter legen und die Äpfel drumherum verteilen. Brühe zufügen und bei 180 Grad Umluft ca. 60 Min. backen.

Böhnchen

Frische Keniabohnen
Bacon in Scheiben
Salz, Pfeffer

Die Bohnen putzen (den kurzen Stiel abschneiden) und in gesalzenem Wasser etwa 7 Min kochen. Sie sollten bissfest, aber nicht hart sein. Anschließend eiskalt abschrecken, da bleiben sie schön grün, trocknen und bündeln, portionsweise in Bacon wickeln. In einer beschichteten Pfanne bei kleiner Temperatur langsam den Speck auslassen. Evtl. nachwürzen.

Dazu schmecken Kartoffeln in jeder Zubereitungsart.

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Der Berg ruft: Genussreise nach Südtirol

Südtirol – bei diesem Wort träumt sich Event-Köchin Elly von Elly’s Island in die Berge. Kürzlich bekam sie von ihrem Lieblingshotel in Hafling bei Meran tiefverschneite Wintergrüße. Diese inspirierten sie zu ihrer Lieblingssuppe: Süppchen vom Südtiroler Alpapfel. „Die ist so lecker“, schwärmt Elly. „Das Rezept ist vom Koch des Hotels, Robert Salten.“ Bei Wein & Speise im Januar hat uns Elly dieses Süppchen eingebrockt.
Das Gericht ist einfach zuzubereiten, „auch mit heimischen Äpfeln. Wenn kein Südtiroler Speck zur Hand ist, funktioniert natürlich auch ein anderer, erklärt die Köchin, „aber bitte keinen rohen Schinken nehmen“.

Wein-Empfehlung

Das ist eine gute Gelegenheit für eine Wein & Speise -Regel, die immer funktioniert: Die Kombination von Gerichten und Weinen, die typisch sind für eine Region. Und Weine aus Südtirol sind einfach Spitze. Ich empfehle einen spritzigen Weißburgunder aus der Region zum Süppchen, zum Beispiel aus dem Etschtal oder dem Vinschgau. Das leicht nussige Aroma des Weins harmoniert sehr schön mit dem leicht süßlichen Geschmack der Möhren. Das Wurzelgemüse verträgt sich nicht so gut mit überbordender Frucht und rauen Gerbstoffen.

Weißburgunder und Vernatsch

Weißburgunder wartet eher mit dezenten Aromen auf, die an Apfel, Birne, Aprikose und Zitrusfrüchte erinnern. In Kombination mit einer erfrischenden Säure ist der glasklare Burgunder ein toller Wein zum Essen und passt sehr gut zum Süppchen. Wer lieber zum Rotwein greift, ist mit einem Vernatsch gut beraten. Neben Lagrein und Blauburgunder zählt sie zu den wichtigsten roten Rebsorten Südtirols. Weine aus Vernatsch sind keine Kraftprotze, ihr Alkoholgehalt ist meist moderat. Unter den gebietstypischen Spielarten wähle ich einen würzigen Meraner Vernatsch aus, der wunderbar den herzhaften Südtiroler Speck umgarnt.

Und nun ran an Töpfe und Gläser!

 Süppchen vom Südtiroler Alpapfel mit Honigmöhren
2-3 Möhren
Safran
500 g mehlige Kartoffeln
Zweig Thymian, 2 Zwiebeln
Schuss Cidre
1 l Brühe, 1 B Sahne
3 Südtiroler Äpfel (g.g.A. geschützte geografische Angabe)
1 TL Honig, Salz, Pfeffer, Öl
Südtiroler Speck in Scheiben
Mineralwasser
Alpenblüten (können auch aus einem Teebeutel stammen, gibt es in fast jedem Supermarkt: Bergblütentee, Beutel aufschneiden und auskippen)

Zwiebeln, Äpfel und Kartoffeln würfeln. Zusammen mit dem Thymian und Safran in etwas Fett andünsten und mit Cidre löschen. Brühe aufgießen und garen. Möhren schälen und in feine Stifte schneiden, in etwas Fett anschwitzen, Honig zugeben und in ein wenig Mineralwasser dünsten, würzen. Den Thymian aus der Suppe entfernen und pürieren. Mit etwas Sahne und evtl. noch einen Schuss Cidre cremig aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Sollte die Suppe zu dick sein, mit Wasser verdünnen und nachwürzen. Zum Servieren die Suppe in Teller geben, ein paar Möhrenstifte in die Mitte legen, Speck zu Röschen drehen und aufsetzen. Mit Alpenblüten bestreut servieren.

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Zum Stöbern:

www.salten.it

www.pursuedtirol

Aufmacherfoto: susanne906/pixabay

Weihnachten 2020 – ist alles ganz anders

Weihnachten 2020: ist alles ganz anders. Bei Wein & Speise im Festtags-Monat habe ich mich für 2 Varianten entschieden. Für alle, die es eher schlicht und ohne vorherigen Einkaufs-Stress angehen lassen wollen, gibt’s einen Klassiker: Kartoffelsalat mit Würstchen. Wer es etwas anders, aber nicht zu aufwändig möchte, kommt vielleicht bei wildem Federvieh auf den Geschmack: Fasanen-Roulade auf Rotkraut-Risotto. Event-Köchin Elly von Elly’s Island gibt natürlich wieder beiden Gerichten ihren ganz eigenen kreativen Touch.

Weihnachten 2020: Alles so schön blau hier…

Los geht’s mit dem Klassiker, bei dem alles so schön blau wird. Und das liegt (erst einmal) nicht am Wein. Elly verwendet für den Kartoffelsalat die Sorte „Blauer Schwede“, die durch eine braun-blaue Schale und violett marmoriertes Fleisch auffällt. „Der blaue Schwede ist eine Urkartoffelart. Es gibt sie von mehlig kochend bis fest“, erklärt Elly. „Wir brauchen die feste, die sehr gut für Salate geeignet ist. Sie färbt sich beim Kochen von lila zu blau. Ihr Geschmack ist leicht süßlich.“

Wein-Empfehlung

Bei diesem Gericht hängt die gelungene Kombination mit Wein von der Zubereitung des Kartoffelsalates ab. Zunächst: Kartoffeln enthalten Stärke, die sehr gut Säure und Gerbstoffe im Wein bindet. Bei einer Essig-und-Öl-Variante empfehle ich einen frischen Weißwein mit dezenter Säure und Frucht. Das kann ein junger Silvaner oder ein Müller-Thurgau aus Deutschland sein. Wer es etwas fruchtiger mag, kommt hoffentlich bei einem sizilianischer Grillo oder einem Verdejo aus der spanischen Weinbauregion Rueda auf den Geschmack.

Werden die Kartoffeln mit Mayonnaise angemacht, wie in unserem Fall mit selbstgemachter, darf es kräftiger und aromatischer sein. Zwei Stilistiken passen hier gut: Ich persönlich öffne wieder einen Silvaner, der einfach ein herrlicher Essensbegleiter ist. Diesmal wähle ich einen gereiften – an Jahren und im Holz. Das bringt Kraft, Struktur, ein schönes Zusammenspiel und erdig-rauchige Noten, die auch gut zu den knackigen, leicht geräucherten Wienern passen, die Elly am liebsten zum Kartoffelsalat mag. Die andere Variante: Eine schöne, trockene Riesling Spätlese von der Mosel, bei der die Säure des Weins mit der Mayonnaise und der Süße der Kartoffeln eine wunderbare Allianz bildet. Also, wie es beliebt.
Beim Rotwein punkten eher leichte Vertreter wie Portugieser aus Deutschland, Valpolicella aus Italien und einfacher, junger Merlot.

Kartoffelsalat
1 kg lila Kartoffeln
4 pflaumenweich gekochte Eier
2 Senfgurken
1 rote Zwiebel Salz, Pfeffer
Kartoffeln mit Schale kochen, abdampfen lassen und pellen. In Scheiben oder Würfel schneiden, ebenso die Gurken, Zwiebeln und Eier. Würzen.

Mayonnaise ohne rohes Ei
80 ml zimmerwarme Milch (wichtig!)
neutrales Öl (so viel wie nötig)
mind. 1 TL frischer Zitronensaft (je nach Geschmack auch mehr)
½ TL Salz 1 Tl milder Senf
Milch in ein schmales hohes Gefäß gießen. Die Milch muss die gleiche Temperatur haben wie das Öl, damit eine Bindung entsteht. 1 TL Zitronensaft hinzufügen und mit dem Pürierstab aufziehen. Dann so lange vorsichtig Öl hinzufügen, dabei den Pürierstab langsam auf und ab bewegen, bis die Majo fest wird (das kann manchmal etwas mehr Öl werden, je nach Temperatur). Mit Senf und Salz abschmecken.

Weihnachten 2020: Kommen wir nun zur Roulade aus Fasanenbrust. „Da in die Roulade eine Farce kommt, wird sie nicht so trocken und schmeckt auch noch gut“, versichert Event-Köchin Elly. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, macht beim Metzger Jagd auf ganz junges wildes Geflügel. Das magere Fleisch zeichnet sich durch einen feinen Wildgeschmack aus.

Wein-Empfehlung

Dazu wähle ich einen kräftigen, geschmeidigen Pinot Gris aus dem Elsass oder einen Chardonnay aus Burgund mit ganz dezenten Holznoten, die das gebratene Fleisch und die Wacholdernote im Gericht umgarnen.
Mein Favorit ist ein Gemischter Satz aus Österreich. Der Mix aus verschiedenen Rebsorten ( u.a. Muskateller) und Reifestadien bringt eine herrliche Aromatik ins Glas, der mit diesem geschmacklich vielschichtigen Gericht mithält.
Auch ein kräftiger spanischer Rosado bringt hier Abwechslung und beim Rotwein neige ich zu einem feinen Pinot Noir mit schöner Frucht.

Fasanen-Roulade auf Rotkraut-Risotto
4 Fasanenbrüste
200 g Kalbsfarce (vom Metzger)
50 g Butter Salz, Pfeffer Wacholder gemahlen
200 g Risottoreis, 200 g Rotkraut
1 Schalotte 60 g Preiselbeeren Geflügelbouillon, 100 g Butter

In die Fasanenbrüste eine Tasche einschneiden und leicht plätten. Mit Salz, Pfeffer und wenig Wacholder würzen. Die Farce darauf verteilen und die Brüste einrollen. Mit Garn zubinden und auf der offenen Seite in Butter anbraten. Im Backofen bei 100 Grad circa 12 Minuten ziehen lassen. Schalotte schälen und fein würfeln. Rotkrautstrunk entfernen und fein würfeln. Schalotte und Strunk in der Hälfte der Butter 5 Minuten andünsten, Risotto-Reis zugeben und weitere 3 Minuten dünsten. Nach und nach mit der heißen Geflügel-Bouillon bissfest garen. Mit der restlichen Butter und den Preiselbeeren cremig rühren und abschmecken. Risotto auf den Teller geben. Die Roulade tranchieren, also quer durchschneiden, und daraufsetzen.

Und nun ran an den Herd und ans Weinregal. Wir wünschen allen entspannte Weihnachten 2020 und freuen uns auf besondere Events im nächsten Jahr!

Pilze und Wein – ein herbstliches Vergnügen

Pilze und Wein – um diese Kombination geht’s beim neuen Wein-und Speise-Tipp. Event-Köchin Elly von Elly’s Island hat ein Rezept herausgesucht, das perfekt zum Herbst passt. Sie verzückt uns mit einem Steinpilz-Risotto.
Der edle Steinpilz entwickelt beim Anbraten ein schönes intensives Aroma. Dazu passen eher säuremilde und geschmeidige Weine. Zu viel Säure und Gerbstoffe würden die Pilzaromen weniger konzentriert und pur erscheinen lassen. Das wäre doch schade. Zur erdigen Würze der Pilze und dem cremigen Mundgefühl des Risottos macht sich ein gereifter Chardonnay sehr gut, gerne mit einer feinen Holznote.

Großer Auftritt für gereifte Weine

Überhaupt sind hier nicht ganz junge Tropfen, sondern gereiftere Weißweine meine erste Wahl: Burgunder aus Baden, der Pfalz oder Rheinhessen oder ein Soave aus Venetien mit DOCG-Qualität.
Pilze und Wein – reizvoll und kühn könnte auch die Kombination mit einem aromatischen Viognier von der Rhône sein, der mit betörenden Aromen einen schönen Spannungsbogen zur Speise bietet.
Bei Rotwein greife ich auf Samtpfoten zurück, die die Konsistenz des Risottos umgarnen: ein Merlot aus der Region Hawke’s Bay in Neuseeland (Nordinsel), einen Spätburgunder aus Baden oder einen Zweigelt aus dem österreichischen Burgenland.
Und nun ran an Töpfe und Flaschen!

Steinpilz-Risotto (für 2 Personen als Hauptgericht)

150 g Risottoreis (Rundkornreis – kein Milchreis!)
2 Schalotten 1 El Olivenöl 1 Tl Butter
100 ml Weißwein (am besten den, der auch getrunken wird)
600 ml selbstgemachte Hühnerbrühe (für Vegetarier auch gerne Gemüsebrühe)
Parmesankäse frisch gerieben (nicht den fertigen aus der Tüte)
Meersalz schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Steinpilz-Einlage
200 g frische Steinpilze (ersatzweise gefrorene Pilze)
1 Knoblauchzehe 1 EL Olivenöl Meersalz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Schalotten schälen und in feine Würfel schneiden. Brühe erhitzen und auf Temperatur halten (leicht sieden lassen). Öl in einem Topf erhitzen, dann die Butter darin schmelzen, Schalotten zugeben und glasig dünsten. Reis zugeben, ebenfalls glasig werden lassen. Mit dem Weißwein ablöschen, leicht einköcheln, dann etwas Brühe zugeben. Jetzt immer fein rühren, damit das Risotto nicht anbackt. Die Brühe nie ganz verdampfen lassen, immer wieder eine Kelle voll zugeben.

Pilze und Wein mit „schlotzigem“ Risotto

So lange, bis der Reis bissig, aber das Risotto „schlotzig“ ist. Nun den Parmesan hineinreiben, schmelzen lassen, umrühren und abschmecken. Das Risotto vom Herd nehmen, mit einem sauberen Küchentuch abdecken und dann den Deckel darauf geben. So kann der Dampf entweichen, das Küchentuch nimmt ihn auf, und das Risotto bleibt warm, ohne zu wässern.

Steinpilz-Einlage
Steinpilze mit einer Pilzbürste putzen (niemals waschen). 2 schöne Pilze der Länge nach in Scheiben schneiden und die restlichen Pilze würfeln. Knoblauchzehe schälen und fein würfeln.
Eine Pfanne mit Olivenöl erhitzen, Pilze (auch die in Scheiben geschnittenen) und Knoblauch zugeben und etwa 3 Minuten goldbraun braten. Salzen, pfeffern. Nun die in Scheiben geschnittenen Pilze aus der Pfanne nehmen. Die restlichen Pilze unter das Risotto rühren. Risotto auf Teller verteilen, dann die Steinpilzscheiben darauf geben und mit gehackter glatter Petersilie bestreuen. Wer mag, kann das Risotto mit Balsamico crema und mit roter Kresse garnieren.

 

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Grillen und Wein – ein Sommertraum

Grillen und Wein – ein Sommertraum. Diesen erfüllen wir uns bei Wein & Speise im August. Elly von Elly’s Island, Schule für entspanntes Kochen, legt kein Rinder-Steak auf den Grill. Kann ja jeder… Die Event-Köchin aus Legden hat sich für feine Steaks vom Thunfisch entschieden – die mit Sojasauce und anderen Köstlichkeiten gelackt – also eingepinselt – werden. „Kinderleicht“, meint Elly. Und: „Ich habe das Glück, dass ich super Sojasauce von unserer Austauschschülerin Hinako aus Japan hatte, die hier gar nicht verkauft wird. Im Japan-Shop sollte es aber etwas Gleichwertiges geben“, versichert Elly.
Ran ans Schwelgen.

Easy peasy lackierter Thunfisch vom Grill

4 Thunfisch-Filets in Sushi-Qualität (jeweils ca. 180g bis 200 g)
Olivenöl
Grill mit Deckel

Für den Lack:
30 g frischer Ingwer, 1 Knoblauchzehe
250 ml japanische Sojasauce
100 ml flüssiger Honig
100 ml süßscharfe Chilisauce
1 TL Reisessig (oder Weißweinessig)
3-4 EL Sesam-Saat

Frischen Ingwer schälen, Knoblauch pellen, beides fein reiben, dann mit Sojasauce, Honig, Chilisauce und Essig ohne Deckel für 2-3 Minuten sirupartig einkochen. Durch ein Sieb passieren und beiseite stellen. Sesam in einer Pfanne ohne Fett goldbraun rösten (Achtung, tanzt in der Pfanne). Die Hälfte des Sesams unter den Lack rühren.

Thunfisch-Steaks dünn mit Olivenöl bestreichen. Die Glut im Grill mit Deckel sollte gleichmäßig durchgeglüht und von mittlerer Hitze sein. Grillrost mit einem ölgetränkten Pinsel dünn einreiben und unmittelbar danach die Thunfischsteaks auflegen. Den Deckel schließen und den Thunfisch nun individuell nach Gargrad grillen (am besten ist er, wenn er noch einen rohen Kern hat). Thunfisch dabei nicht wenden. Den Fortschritt der Steaks alle 2 Minuten bis zum gewünschten Ergebnis prüfen. Nun die Oberseiten der Thunfisch-Steaks mit dem Lack bestreichen und mit der übrigen Sesamsaat bestreuen. Übrigen Lack dazu servieren.
Dazu passt sehr gut ein Rote Beete- oder Rettich-Salat.

Wein-Empfehlung

Dieses Gericht punktet mit puren, echten Aromen und wir können bei der Weinauswahl aus dem Vollen schöpfen. Ein paar Überlegungen vorher, damit der Fisch gut schwimmt:
Im Thunfisch und in der Sojasauce steckt Umami. Wir schmecken süß, sauer, salzig, bitter – und eben Umami. Das ist kein Teufelszeug, sondern eine Aminosäure, die in proteinhaltiger Nahrung enthalten ist. Sie wirkt geschmacksverstärkend, herzhaft-kräftig, und sorgt für ein wohlig-angenehmes Gefühl im Mund. Mit Chili und Ingwer kommt außerdem Schärfe ins Spiel.

Hier sind kräftige, vollmundige Weine gefragt, die gleichzeitig die pikant-scharfen Komponenten balancieren. Meine Favoriten sind eindeutig sehr aromatische Weißweine mit – ja! – feiner Restsüße. Ein passender Sommertraum im Glas ist ein Gewürztraminer aus Südtirol, eine Scheurebe aus Deutschland (Rheinhessen, Pfalz, Franken, Nahe) oder ein Chenin Blanc aus Südafrika, wo die Rebsorte unter dem Namen „Steen“ in Höchstform ins Glas fließt.

Schärfe und Süße werden dicke Freunde

Was passiert? Schärfe im Essen und Süße im Wein heben sich gegenseitig auf. Nach dem Motto ‚Eine Hand wäscht die andere‘ werden sie sozusagen dicke Freunde. Die Fruchtsüße nimmt der Schärfe die Spitze, und die Schärfe verringert den Eindruck von Fruchtsüße. Die Aromen der Weine kommen dabei herrlich zur Geltung.

Nicht überzeugt von halbtrocken bei Grillen und Wein? Dann sei an dieser Stelle ein trockener Chardonnay empfohlen. Einer, der nicht durch Holzfass-Ausbau in aufdringlichen Röst- und Buttertoast-Aromen ertrinkt, sondern pur und klar nach Melonen und anderen exotischen Früchten duftet.

Thunfisch, noch dazu gegrillt, harmoniert auch sehr gut mit Rotwein mit nicht zu kräftigen Gerbstoffen. Ein fruchtiger, frischer Spätburgunder ist mein Favorit.

Viel Spaß bei Grillen und Wein!

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Foto (Thunfisch): Michael Shivili auf Pixabay

Mit Winzersekt den Sommer feiern!

Erdbeere trifft Spargel trifft Winzersekt. Mit diesem Aromen-Feuerwerk feiern wir den Sommer 2020 und genießen den Moment. Event-Köchin Elly von Elly’s Island in Gescher verarbeitet bei Wein & Speise im Juni „die Süße einmal anders“. Nämlich auf einem Flammkuchen. Belegt und gebacken mit grünem Spargel und Walnuss-Kernen, verleihen ihm Erdbeeren einen Frische-Kick. Geschmacklich unterstrichen wird dies durch einen begleitenden Salat mit – natürlich selbstgemachtem – Erdbeer-Dressing. Und Erdbeer-Chips statt Croutons.
Beeren-stark!

Foto: Ulrike Leone auf Pixabay

Bei diesen Gerichten sehe ich sofort Rosé. Am liebsten schäumenden Rosé: zum Beispiel einen deutschen Winzersekt Brut (0-12 g/l Restzucker) aus der Spätburgunder-Traube mit Aromen, die an rote Beerenfrüchte erinnern. Wer es mag: Es geht auch noch einen Tick süßer mit extra trocken (12 bis 17 g/l Restzucker); dann mildert die Süße des Sekts die Säure der Erdbeeren. Das erste Glas, schön gekühlt bei 6-8 Grad als Aperitif gereicht, ist ein wunderbarer Start in einen beschwingten lauen Sommerabend.

Winzersekt, Franciacorta und Crémant

Der schäumende Spaßmacher, am besten direkt beim heimischen Winzer oder im Fachhandel probiert und geordert, muss bei Flammkuchen und Salat nicht zurücktreten. Im Gegenteil: Er begleitet spielerisch die leichten, raffinierten Gerichte und unterstreicht deren Erdbeer-Aromen. Da der Spargel hier nicht allein die Hauptrolle spielt, müssen nicht automatisch Spargel-typische Weine wie Müller-Thurgau, weiße Burgunder und Silvaner die erste Wahl sein. Das Spiel mit der Frucht auf dem Teller und im Glas bringt den Reiz.
Neben einem schönen fruchtig-frischen Winzersekt passen auch ein italienischer Franciacorta Rosé, Schaumwein und Region in der Lombardei, oder ein französischer Crémant Rosé aus Burgund. Was diese Getränke im Herstellungsverfahren eint: Die hochwertigen Grundweine werden durch Zugabe von Zucker und Hefe ein zweites Mal in der Flasche vergoren, was als traditionelle oder klassische Flaschengärung bezeichnet wird. Die Qualitätsschaumweine werden wie Champagner hergestellt (Méthode champenoise), dürfen sich aber nicht Champagner nennen.
Und nun beschwingt ans Werk!

Erdbeere trifft Spargel trifft Flammkuchen
1 Rolle Flammkuchenteig
1 P grüner Spargel
3 rote Zwiebeln
200 g Walnusskerne
200 g Frischkäse, 500 g Crème fraîche
Zucker, Meersalz
8 EL Nussöl
10-15 Erdbeeren
Öl und Balsamico-Creme, Pfeffer, Salz, Muskat
Teig ausrollen. Spargel und Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden. Nüsse hacken und 2/3 davon mit der Crème fraîche und dem Frischkäse vermengen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Fladen auf ein Blech geben, gleichmäßig mit der Nussmischung bestreichen. Spargel mit Zwiebeln darauf geben und mit etwas Zucker würzen. Übrige Walnüsse darüber verteilen. Fladen 12-15 Min. bei 180 Grad backen. Erdbeeren putzen und in Scheiben schneiden. Mit Öl, Balsamico und Pfeffer mischen. Erdbeeren auf den gebackenen Kuchen verteilen. Flammkuchen mit Nussöl beträufeln und mit Meersalz bestreuen.

Foto: RitaE auf Pixabay

Sommersalat mit Mozzarella
Salat nach Geschmack
2 Mozzarella-Stangen oder 3 Kugeln
Salz, Pfeffer Olivenöl
Salat putzen, fein zupfen. Aus dem Öl, Essig und Salz/Pfeffer ein leichtes Dressing schlagen. Mozzarella aufschneiden.

Erdbeer-Dressing
250 g frische Erdbeeren
Salz, Pfeffer
2 EL süßer Senf, 2 EL Honig, 2 EL Olivenöl, 1 EL Balsamico, Balsamico crema zum Abrunden
Alle Zutaten mit dem Pürierstab zu einem cremigen Dressing verrühren.

Erdbeer-Chips
500 g frische Erdbeeren
Den Backofen auf 100 Grad Umluft vorheizen. Erdbeeren abspülen, sehr gut mit Küchenkrepp trocken tupfen, putzen und in etwa 3 mm dünne Scheiben hobeln oder schneiden. Die Scheiben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Backofen 1 Stunden trocknen lassen.

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Kotelett von Oma aus Ostberlin

Kotelett von Oma aus Ostberlin – mit diesem Gericht verwöhnt uns Elly im Wonnemonat Mai bei Wein & Speise. Verbunden mit Erinnerungen an schöne Kindheitstage. Die Eventköchin von Elly’s Island in Gescher hat’s einfach auf der Pfanne: „Kotelett von Omma mit Berliner Soße.“ Dazu gibt’s Kartoffelpüree und Gurkensalat.
„Meine Oma aus Ostberlin hat es immer so gemacht. Die Soße bereite ich selbst oft noch zu. Sie ist kalorienreich, aber gut“, versichert Elly. „Wenn Pfifferlingzeit war, hat Oma noch frische Pfifferling angebraten und in die Soße getan, das mochte ich besonders gern. Und dann dazu Kartoffelpüree mit feinen durchwachsenen Speckwürfelchen.“ Kartoffelpü gibt’s auch zu unserem Kotelett. Und einen Gurkensalat.

Kotelett von Omma mit Berliner Soße
Koteletts

4 Koteletts aus dem hinteren Rippenstrang mit Filet
Mehl, Panierbrösel
1 verschlagenes Ei
etwas Sahne, Salz, Pfeffer
Butter mit einem Schuss Öl

Die Koteletts trockentupfen. Dann baut man sich eine Panierstraße: 1 Schale mit Mehl, 1 Schale mit Eier-Sahne-Gemisch, 1 Schale mit Paniermehl.
Die Eier und die geschlagene Sahne mit Hilfe einer Gabel in einer Schüssel verquirlen. Salzen und pfeffern. Die Koteletts in Mehl wenden, überschüssiges Mehl abklopfen, dann durch das Ei ziehen und anschließend in den Semmelbröseln panieren.
Wichtig dabei: die Panade fest andrücken. Nun etwas Butter mit einem Schuss Öl schmelzen, dann verbrennt die Butter nicht so leicht, und die Koteletts bei nicht zu hoher Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Das Kotelett ist gar, wenn aus dem Knochen kein roter Saft mehr austritt.

Berliner Soße
1 El Mehl, 1 EL Butter
Wasser nach Bedarf
nicht zu wenig Salz, Pfeffer

Die Koteletts aus der Pfanne nehmen und die Butter in der Pfanne auslassen. Nun das Mehl darüber streuen und zügig mit einem Schneebesen anschwitzen. Jetzt gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu: Die Mehl-Butter-Mischung so lange bräunen, bis sie schön dunkelbraun, aber nicht schwarz ist. Pfanne vom Herd ziehen und so lange Wasser zugießen (Achtung, es zischt ganz schön!), bis eine cremige Soße entstanden ist, und würzen. Je länger die Soße steht, um so dicker wird sie, bitte bedenken!

Wein-Empfehlung

Zu herzhaften Gerichten vom Borstentier passen viele Weine. Denn die Aromen von Schweinefleisch sind längst nicht so intensiv wie beispielsweise die von Rind oder gar Wild. Ausschlaggebend bei diesem Gericht ist die Fleisch-Verpackung: die Panade. In der suhlt sich das Kotelett in der Pfanne und saugt beim Brutzeln schön das Butter-Öl-Gemisch auf. Die fettige Komponente gibt also den Ton an. Das verlangt nach einem Wein mit kräftigen, frischen Aromen. Und einer knackigen Säure, die dem Fett Paroli bietet.

Knackige Säure trifft Panade

Ich empfehle eine Riesling Spätlese von der Mosel, einen Grünen Veltliner, nicht jung und spritzig, eher einen „Smaragd“ aus der Wachau, oder einen glasklaren Weißburgunder aus Südtirol. Schon allein das Gefühl im Mund, wenn der herrlich belebend-frische Wein das Kotelett von Oma umspielt, ist phantastisch.
Ein Tipp für Experimentierfreudige: Sauvignon Blanc. Klingt erst mal schräg, ist aber einen Versuch wert, da es Gurkensalat zum Kotelett gibt. Die Gurke ist eine schöne Brücke zu den gemüseartigen-pflanzlichen Noten eines Sauvignon Blancs von der Loire.

Beim Rotwein rate ich von kräftigen, im Holz ausgebauten Tropfen ab. Denn obwohl das Kotelett gebraten wurde, entsteht durch die Panade keine typische braune Fleischkruste mit Röstaromen. Hier passen eher feine, fruchtige Vertreter wie ein Zweigelt oder Beaujolais.

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Ostermenü vom „Jungen Gemüse“

Für das diesjährige Ostermenü hat sich Eventköchin Elly von Elly‘s Island Gäste eingeladen. „Das sind die coolen Jungs: Marcel Boll und Tobias Pierk, 27 Jahre junge Profiköche und deshalb für mich das ,Junge Gemüse‘“, lacht Elly. Einmal im Jahr stellen sie sich einem Duell in Elly’s Schule für entspanntes Kochen in Gescher. Dieses Jahr kam dieses tolle Ostermenü dabei heraus:

Paprika-Schaumsüppchen mit Chorizohippe
Lamm auf Rosmarin-Kartoffelpüree mit mediterranem Gemüse und Balsamicojus
Eierlikör-Parfait mit beschwipsten Erdbeeren.

Für die Machbarkeit zu Hause ist das 3-Gänge-Menü (kalkuliert für 4 Personen) etwas einfacher gehalten. Und es ist zeitlos köstlich.

Aperitif
Bevor das große Schmausen losgeht, beginnen wir diesmal mit einem trockenen, weißen Wermut als Aperitif, der sich später in der Suppe wiederfinden wird. Wermut ist ein mit Alkohol aufgespriteter Wein, der mit dem typischen Wermutkraut sowie anderen Kräutern und Gewürzen seinen Schliff bekommt. Empfohlen sei hier die bekannte französische Marke Noilly Prat – pur, auf Eis oder gemixt als klassischer Martini.
Beschwingt widmen wir uns nun dem ersten Gang.

Das Paprika-Schaumsüppchen.

Suppe
2 gelbe Paprikaschoten
1 Knoblauchzehe, 1 kleine Zwiebel
250 ml  Gemüsebrühe, Schuss Wermut
1 TL Paprika, edelsüß
100 gr Crème fraîche, 4 EL Parmesan, Chirozo

Paprika putzen, waschen und in kleine Stücke schneiden. Knoblauch und Zwiebel schälen, fein würfeln. 1 EL Öl in einem kleinen Topf erhitzen. Paprika, Zwiebeln und Knoblauch unter Wenden 2–3 Minuten anbraten, mit einem Schuss Wermuth löschen, Brühe zugießen und bei mittlerer Hitze 6–8 Minuten garen. Suppe mit einem Pürierstab fein pürieren, dabei Paprikapulver und Crème fraîche zufügen. Für die Hippen Parmesan fein reiben und 4 fingerlange Hippenstreifen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech bringen. Im Ofen unter der Grillstufe schmelzen lassen, herausnehmen und abkühlen. Chirozo in Stückchen schneiden und knusprig braten.

Hauptgang
Püree
650 g Kartoffeln, 1 Knoblauchzehe, Salz, Pfeffer
1 Zweig Rosmarin, 7 El Olivenöl
1 Zwiebel, Prise Zucker

Das „Junge Gemüse“ Marcel Boll und Tobias Pierk.

Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden und mit der gehackten Knoblauchzehe in kochendem Salzwasser 25 Min. garen. Die Nadeln von einem Zweig Rosmarin abstreifen, fein hacken und mit 6 El Öl mischen. Zwiebel halbieren und längs in dünne Streifen schneiden. In einer Pfanne 1 El Öl erhitzen und die Zwiebel mit 1 Prise Zucker bei mittlerer Hitze anbraten. Kartoffeln abgießen, grob stampfen, mit der Zwiebel und Rosmarinöl mischen, salzen und pfeffern.

Gemüse
1 Zwiebel, 1 rote, 1 gelbe Paprika
1 Zucchini, 2 Zweige Thymian
Pfeffer, Salz, geschrotetes Chili, Knoblauch
Zwiebel, rote und gelbe Paprika und Zucchini in Streifen schneiden. Zwiebeln leicht anbraten, danach Paprika dazu geben und bissfest garen sowie die Zucchini und 2 Zweige Thymian für 2-3 Minuten mit braten. Alles mit Pfeffer, Salz, geschrotetem Chili und Knoblauch würzen.

Lammhüfte
1 Hüfte pro Person ca.200 g
Salz, Pfeffer
Fleisch von allen Seiten anbraten. Auf ein Ofengitter geben, würzen und bei 80 Grad auf eine Kerntemperatur von 58 Grad bringen, damit es innen schön rosa wird.

Soße
Bratensatz
Schuss süßer Balsamico, ein Stück kalte Butter
Für die Soße den Bratensatz mit Balsamico ablöschen, abschmecken, reduzieren. Ein Stück kalte Butter unterrühren und nicht mehr kochen lassen!

Wein-Empfehlung
Ausnahmsweise favorisiere ich hier einmal ausschließlich Rotweine. Der starke, kräftige Eigengeschmack von Lamm paart sich mit der aromatischen Paprika, herben, mediterranen Kräutern und einer pikanten Soße.

Rotwein aus Südfrankreich

Eine Rotwein-Cuvée aus Südfrankreich, dem Languedoc-Roussillon, ist mein Favorit mit Aromen von überreifen Früchten wie Pflaume und dunklen Beeren, rauchigen Noten durch den Ausbau im Holz und mediterranen Kräutern. Oder ein Malbec aus Argentinien passt hier und ein australischer Shiraz. Wichtig ist was Geschmeidiges, so wie Elly’s Fleisch aus dem Ofen kommt. Aromatisch, kraftvoll. Keine Tannin-Kreissäge.
Möglich ist auch ein perfekt harmonisierendes Zusammenspiel mit einem Cabernet Sauvignon, dessen an Paprika erinnernde Aromen mit dem Gemüse sehr schön harmoniert. Hier können wirklich viele persönliche Vorlieben ausgespielt werden.

Dessert
2 Eier
1 EL Vanillin-Zucker, 20 g  Zucker
50 ml  Eierlikör, 150 g  Schlagsahne, Erdbeeren, Orangenlikör
Eier trennen. Eigelbe, Vanillin-Zucker und Zucker mit den Schneebesen des Handrührgerätes in einem hohen Rührbecher ca. 5 Minuten weiß cremig aufschlagen.

Beschwipstes Dessert

Eierlikör nach und nach zugießen. Eiweiß und Sahne getrennt steif schlagen. Nacheinander unter die Eigelbmasse heben. Parfaitmasse in 4 kleine Förmchen (ca. 150 ml Inhalt) füllen und mindestens 4 Stunden gefrieren lassen. 2 Erdbeeren waschen und beiseitelegen. Übrige Erdbeeren putzen, waschen, trocken tupfen und in Viertel schneiden, mit dem Likör mischen. Zusammen servieren.

Wein-Empfehlung: Kommt nicht ins Glas! Hier soll nichts von Eierlikör und Orangenlikör ablenken, sie sind eindeutig die Stars.

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Resteessen mit Wein – kinderleicht

Resteessen mit Wein. Dazu haben wir uns bei Wein & Speise in diesem Monat entschieden. Jeder Gang nach draußen will in diesen heftigen Zeiten gut überlegt sein. Also klemmen wir uns Einkaufstouren, die nicht unbedingt sein müssen. Eventköchin Elly hat in Kühl- und Küchenschrank gestöbert und ein Drei-Gänge-Menü gezaubert. Gerichte, die leicht nachzukochen sind, wie die Chefin von Elly’s Island, Schule für entspanntes Kochen in Gescher, versichert. Übrigens mit ganz viel Mehl… Und die Mahlzeiten sind abwandelbar, je nach verfügbaren Zutaten.
Die Weine, sollten sie nicht vorrätig sein, könnt ihr im Fachhandel und bei Winzern bestellen und liefern lassen.

Die Auswahl der Weine habe ich diesmal ds inkomplitirrt gestaltet, dass ein Wein zu Vorspeise und Hauptgang passt. Nur beim Dessert sei ein Sahnehäubchen erlaubt.
Also ran ans Resteessen mit Wein!

Drei-Gänge-Menü in Corona-Zeiten

Vorspeise: Blinis mit Thunfisch-Creme – easy peasy

Blinis
200 g Mehl
1 Pk. Backpulver
Salz, Pfeffer
2 Eier
250 ml Milch
Fett zum Backen

Event-Köchin Elly.

Mehl, Backpulver, Salz und Pfeffer mischen. Eier mit einem Schneebesen unterrühren, dann nach und nach die Milch einrühren. Fett in einer beschichteten Pfanne erhitzen und darin die Blinis ausbacken (pro Blini 1,5 EL Teig nehmen).
Pimp-Tipp: Gleich ein paar mehr machen, die schmecken zum Frühstück als Brotersatz super; ohne Salz und Pfeffer mit etwas Zucker im Teig auch zum Kaffee (mit Marmelade, Nutella, Kompott, Puderzucker etc.) und eignen sich auch super zum Einfrieren.

Thunfisch-Creme
1 Dose Thunfisch im eigenen Saft (wenn nur mit Öl vorhanden ist, dieses abgießen)
1 Becher Crème fraîche/Schmand/saure Sahne (je nachdem, was da ist)
Salz, Pfeffer, Paprikapulver kleine Zwiebel (Zwiebelpulver tut es auch.)

Zwiebel schälen und sehr, sehr fein hacken. Thunfisch abgießen und fein mixen. Mit den restlichen Zutaten vermengen und zu den Blinis servieren.
Pimp-Tipp: Wer hat: getrocknete Datteln, fein gehackt, schmecken darin super!

 

Weine zum Resteessen.

Wein-Empfehlung
Meine Wein-Empfehlung zur Vorspeise richtet sich an der dominanten Komponente aus, der Thunfisch-Creme. Der Fisch aus der Konserve hat eine dumpfen, herzhaften Geschmack. Gepaart mit der Textur von Crème fraîche etc. darf es ein eher kräftiger, nicht so säurebetonter Weißwein sein: ein erdiger Silvaner aus Franken ist mein Favorit; sind eher fruchtige Noten gefragt, passt ein Auxerrois aus dem Elsass oder der Pfalz oder ein Grillo aus Sizilien.

Wer mehr Farbe im Glas bevorzugt: Bei dieser Vorspeise punktet ein Rosé, zum Beispiel ein Chiaretto vom Gardasee: trocken, vollmundig, würzig.
Achtung! Diese Weine passen auch zum Hauptgericht: Knöpfli mit Käseresten. Da jeder andere verfügbare Käsereste verwenden wird, rate ich hier vom Rotwein ab. Je nach Salzgehalt der Käsesorten könnte es in Verbindung mit den Gerbstoffen im Rotwein einen unangenehmen bitteren Geschmack geben. Wer es trotzdem wagen möchte: Einfach mal mit einem Trollinger probieren, der nicht staubtrocken ist.

Hauptspeise: Knöpfli  mit Käseresten und Kräuteröl

Knöpfli
500 g Mehl
1 TL Salz
etwas Pfeffer und Muskat
5 Eier
220 ml lauwarmes Wasser

Alle Zutaten für das Resteessen miteinander vermengen und so lange mit einem Kochlöffel schlagen, bis der Teig am Rand Blasen wirft.
Einen Topf mit gesalzenem Wasser zum Kochen bringen und die Knöpfli portionsweise mit der Knöpfli-Reibe (wer die nicht hat, nimmt ein Sieb mit großen Löchern und streicht mit dem Teigschaber den Teig hindurch) hinein reiben. Schwimmen die Knöpfli oben, mit einem Schöpflöffel herausfischen, abtropfen lassen und in eine Schüssel füllen.

Käse/Kräuteröl
Käsereste
frische Kräuter (egal welche, auch wenn sie schon welken)
100 ml neutrales Öl
Salz, Pfeffer

Genau so isses.

Käsereste fein reiben oder fein schneiden. Kräuter mit Stiel grob schneiden, salzen und pfeffern und mit dem Pürierstab mit dem Öl mixen. Käse unter die Knöpfli mischen und mit etwas Kräuteröl begießen.
Pimp-Tipp: Auch geschmolzene Streichwurstreste schmecken, in der Pfanne geschmolzen und unter die Knöpfli gehoben, super.

Dessert: Obsteis mit essbarem Glas

Eis
Obst (was aus dem Obstkorb weg muss)
Puderzucker nach Geschmack
kalte Milch

Obst putzen und klein schneiden. Im Eisfach gefrieren. Gefrorenes Obst in einen Mixbecher geben, Puderzucker nach Geschmack zugeben und zusammen mit der Milch mit einem Pürierstab cremig aufmixen. Die Milchmenge richtet sich nach der gewünschten Konsistenz.
Pimp-Tipp: wer mag und hat, kann auch Kokosmilch nehmen, Kokosraspeln ohne Fett anrösten und darüberstreuen.

Essbares Glas
Frucht-Bonbons (z.B. Campinos)
Backpapier

Bonbons auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen (mit etwas Abstand zueinander) und im Ofen bei 180 Grad schmelzen lassen.
Pimp-Tipp: Bonbons mahlen und das Pulver farblich mischen und auf das Blech verteilen und nachher auseinander brechen.

Wein-Empfehlung
Beim Dessert passe ich. Rohes und noch dazu gefrorenes Obst und Wein werden keine dicken Freunde. Da besteht große Gefahr, dass sich die Säure in beiden unangenehm potenzieren. Außerdem friert die Kälte Geschmacks- und Geruchs-Eindrücke ein. Also, einfach das Dessert genießen.
Alternative: Sich statt Dessert einen besonderen Solisten im Glas gönnen, einen himmlischen Süßwein. Beeren -oder Trockenbeerenauslese aus Deutschland, oder auch mal einen Tokajer aus Ungarn.

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Suppe und Wein ganz exotisch

Suppe und Wein treffen sich beim aktuellen Tipp Wein & Speise. Flüssiges findet zu Flüssigem – und dabei wird nichts verwässert! Auf der Suche nach einer wärmenden „Sturmsuppe“ ist Event-Köchin Elly auf das alte Rezept der Suppe vom legendären „Dinner for one“ in ihrer Rezeptsammlung gestoßen. „Der fast unaussprechliche Name Mulligatawny-Soup kommt aus dem tamilischen und bedeutet in etwa Wasser und Pfeffer“, erklärt die Chefin von Elly’s Isand, Schule für entspanntes Kochen in Gescher. „Die Heimkehrer der ,British East India Company‘ brachten sie zwischen 1650 und 1850 mit nach Großbritannien. Da exotische Speisen damals Luxus bedeuteten, wurde die Suppe gerne in Herrenhäusern serviert. Es gibt unzählige Varianten.“ Eine köstliche brockt uns Elly ein.

Halbtrockener Riesling oder Gelber Muskateller

Während Miss Sophie in Dinner for one zum Löffelgericht mit dem jecken Namen trockenen Sherry schlürfte, wagen hier Suppe und Wein ein Zusammenspiel. Bei dem Gericht mit indischen Wurzeln dominieren exotische, scharfe Zutaten und Gewürze wie Chiliflocken, Currypulver, Ingwer, Kokosmilch. Deshalb Finger weg von Weinen mit präsenter knackiger Säure sowie Gerbstoffen, was die Schärfe in der Suppe nur unangenehm befeuern würde. Hier schlägt die Stunde eines Rieslings mit schöner Fruchtsüße. Der halbtrockene, gerne auch noch süßere Wein hält die Schärfe in Schach und mildert sie. Außerdem umgarnen sich die fruchtigen Aromen in Suppe und Wein. Auch ein halbtrockener Gelber Muskateller aus Österreich macht Spaß.

Wer diese Wein-Stilistik nicht bevorzugt, kann zur cremig-sämigen Suppe einen üppigen Chardonnay aus Übersee (Kalifornien, Australien) oder einen Grauburgunder Spätlese (Pfalz) wählen.

Ein Schluck noch zum Rotwein: Der jecke Suppen-Spaß überträgt sich promt auf den Genießer mit schöner Frucht und einem eher weichen-samtigen Vertreter. Wie wär’s mit einem kalifornischen Zinfandel, einem leichten Dornfelder oder einem sizilianischen Nero d’Avola.

Und nun ran an Töpfe und Gläser!

Mulligatawny-Suppe

1,2 l Hühnerbrühe (selbst gekocht)
1 ganze Hühnerbrust (in der Brühe gar gezogen)
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
200 g rote Linsen
1 TL Kreuzkümmel
2 Nelken
2 cm Ingwer
1 EL Chiliflocken
2 EL Currypulver
1 Apfel
1 Banane
50 g Ds. Ananas
1 EL Tomatenmark
4 EL Mango-Chutney
1 Ds ungesüßte Kokosmilch
Petersilie
Salz, Pfeffer
Öl
Pro Teller ½ wachsweiches Ei
Kresse zum bestreuen

Ingwer durch die Knoblauchpresse drücken. Zwiebel schälen, hacken und in Öl glasig anschwitzen, Knoblauch hineinpressen und eine weitere Minute mitschwitzen. Chili, Nelken, Koriander, Ingwer und Currypulver dazugeben und zwei Minuten erhitzen. Apfel, Banane und Ananas schälen, würfeln und zusammen mit Tomatenmark und Mango-Chutney zugeben und 1 weitere Minute mitschwitzen, die Hühnerbrühe hinzufügen. Linsen hineingeben und kochen, bis die Linsen gar sind. Kokosmilch zufügen, pürieren. Das gegarte Hähnchenfleisch klein schneiden und dazugeben. Zum Servieren je ½ wachsweich gekochtes Ei und etwas Kresse auf die Suppe geben.

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