Weinprobe beim Herrenabend

Herrenabend im Salon.

Herrenabend im Salon.

„Was will denn die Frau hier?“, frotzelte ein Gast augenzwinkernd, als Weinbegleiter Ruhr in der Kaiser-Otto-Residenz Essen http://www.kaiser-otto-residenz.de im Stadtteil Essen-Steele zu Gast war. Klar, bei einer Weinprobe feine Tropfen reichen – beim Herrenabend im Salon. Weiterlesen

Zum Wohl! Santé!

Deutschland – Frankreich oder Mosel – Provence, zum „Alles-Oder-Nichts“- Halbfinale bei der Fußball-EM empfiehlt Weinbegleiter Ruhr wieder einen hiesigen Wein. Für Frankreich kommt die Weinzeche in Essen-Kray auf den Platz.
Beim Heimspiel geht es noch einmal an die Mosel. Weil es dort so schön ist. Und weil dort, in Lieser bei Bernkastel-Kues, das Bio-Weingut Sybille Kuntz liegt. Sie baut ausschließlich Riesling-Weine aus, so auch den 2013er Qualitätswein trocken, eine Cuvée aus vier Weinbergslagen. Der qualitativ hochwertige Einstiegswein des Weinguts (12,5 % Vol. Alkohol) wurde im Edelstahltank ausgebaut und lag bis zum Frühjahr nach der Ernte auf der Feinhefe. Er verwöhnt die Nase mit Aromen, die an Zitrusfrüchte und reifes Steinobst erinnern. Und unverkennbar ist die rauchig-mineralische Note, die nach dem Einschenken  – wow! – sofort präsent ist. Die wunderbar cremig-füllige Textur, die der Säure überhaupt nicht den Rang abläuft,  ist eine schöne Überraschung. Mit diesem Riesling lässt sich’s herrlich schwelgen. Und er macht Lust auf die Prädikatsweine aus dem Hause Kuntz.

Sybille Kuntz bei der Arbeit im Weinberg.

Sybille Kuntz bei der Arbeit im Weinberg.

Unverwechselbarer Wein

Sybille Kuntz betreibt das Weingut mit ihrem Ehemann Markus Kuntz-Riedlin. Sie sagt: „Gemeinsam verfeinerten wir den ganz eigenen Weinstil der Sybille Kuntz Mosel-Rieslinge weiter und versuchten, ihn unverwechselbar und anders als die anderen werden zu lassen. Eben etwas amerikanisch ungezwungen.“
Und nicht nur die Amerikaner lieben ihre Weine. Von namhaften Weinkritikern wie Hugh Johnson und Jancis Robinson hochgelobt und auf den Weinkarten internationaler Spitzenrestaurants präsent, verkauft Sybille Kuntz ihren Wein inzwischen zum größten Teil ins Ausland. Aber natürlich auch in Deutschland.
Von Lieser an der Mosel in die Welt.

Reise in den Süden mit Wein

Werden die französischen Kicker heute Abend rosige Zeiten erleben? Oh là là, diese (natürlich rein rhetorische) Frage steht hier überhaupt nicht zur Debatte. Bei der Wein-Empfehlung  gibt es aber höchst Erfreuliches zu berichten. Claus Hildebrandt von der Weinzeche in Essen-Kray stellt dafür freundlicherweise ein paar Rosés zur Auswahl bereit. So auch den 2015er Hecht & Bannier Rosé Coteaux d‘ Aix-en-Provence, eine Cuvée aus den Rebsorten Cinsault und Grenache (13 % Vol. Alkohol). In der Farbe eher hellrosa verhalten, bereitet er Spaß mit einem Aromenkorb voll reifer roter Sommerfrüchte, die an Kirschen und Beeren erinnern, sowie mit zarten Zitrusnoten. Schöne Frucht, mineralischen Note und angenehme Säure, die den Gaumen umspielt, schüren die Sehnsucht nach einer Reise in den Süden.

Probieren in der Weinzeche.

Probieren in der Weinzeche.

Im Vergleich zum typischen Provence-Stil (sehr trocken, cremiges Mundgefühl, Aromen roter, aber auch exotischer Früchte wie Litschi und Melone, teils hochpreisig) seien die Rosés von  Hecht & Bannier  filigraner in ihrer Art und Weise, so Claus Hildebrandt.

Rosé-Weine immer beliebter

Die Weinzeche hat, so der Weinfachverkäufer, rund 45 Rosé-Weine im Programm, die meisten aus Frankreich und Spanien. Die Zeiten, in denen sie mit Bemerkungen wie „nicht Fisch, nicht Fleisch“ oder „Frauenwein“ belächelt wurden, sind längst vorbei. Spätestens seit dem Rekordsommer 2003, als Deutschland unter einer Hitzewelle stöhnte, begannen Verbraucher, den Rosé zunehmend zu schätzen. „Inzwischen verkaufen wir ihn das ganze Jahr über“, so Hildebrandt. Und er passt zum Beispiel perfekt zu sommerlichen Salaten, hellem Geflügel, Meeresfrüchten, ja sogar zu Gegrilltem, wenn im Glas herzhafte, leichte Bittertöne ins Spiel kommen.

Mal schauen, welche Mannschaft am Ende ihren Sieg in den rosigsten Farben bejubeln wird….

 

Fotos: Weingut Sybille Kuntz, Susanne Storck

Zum Wohl! Na zdravie!

Ein Gewürztraminer vom Kaiserstuhl und ein Sauvignon Blanc aus der Slowakei ziehen bei Weinbegleiter Ruhr ins bevorstehende Achtelfinale der Fußball-EM ein. Die 2015er Gewürztraminer Spätlese vom Weingut Kiefer ist einfach ein Traum im Glas. Winzer Martin Schmidt vom Kaiserstuhl in Baden entlockt der Bukett-Rebsorte deren schönste Seiten. Der Duft von Rosen und Orangen betört die Nase, ein üppiger Körper, viel Schmelz und Rafinesse verführen den Gaumen. Das ist, als ob man in eine kunterbunte Sommerblumenwiese mit Klatschmohn, Margeriten und Kornblumen fallen würde. Dieser Wein passt zum Beispiel zu cremigen und sahnigen Desserts und zu exotisch gewürzten Speisen.

Helen und Martin Schmidt betreiben das Weingut Kiefer.

Helen und Martin Schmidt betreiben das Weingut Kiefer.

Gärung gestoppt

Der Wein durchlief einen spannenden Reifeprozess. 80 Prozent wurden im Edelstahltank ausgebaut. In der Endphase probierte Martin Schmidt „jeden Tag so lange, bis es passte“, dann stoppte er die Gärung durch Kühlung. Dadurch können sich Genießer über einen lieblichen Tropfen mit 21,9 g/l Restzucker freuen. Die restlichen 20 Prozent gärten im Barrique durch, was dem „ganz modernen Gewürztraminer etwas Biss gibt“, sagt der Winzer.

Mediterranes Klima am Kaiserstuhl

Familie Schmidt bewirtschaftet Weinberge am Kaiserstuhl.

Familie Schmidt bewirtschaftet Weinberge am Kaiserstuhl.

Martin Schmidt und seine Frau Helen Schmidt sind seit 2008 Besitzer des Weingutes Kiefer in Eichstetten am Kaiserstuhl. Regelmäßig im Gault Millau, Eichelmann und Falstaff empfohlen und prämiert, zählen zu ihrem Angebot natürlich auch herrliche Burgunder-Weine. Dafür ist  Baden bekannt und berühmt. Mit über 1700 Sonnenstunden im Jahr ist das südlichste Anbaugebiet Deutschlands auch das einzige, das zur wärmeren EU-Weinbauzone B zählt. Speziell der Kaiserstuhl ist ein wunderschöner Landstrich zwischen Schwarzwald und Vogesen. Im Sommer herrscht fast mediterranes Klima. Hier sind seltene Tierarten wie die Gottesanbeterin und Smaragdeidechse zuhause und es wachsen 30 Orchideenarten in der freien Natur. Hier lässt es sich anstoßen auf die Lebenslust.

Achtelfinale mit Sauvignon Blanc

Auch der sportliche Gegner Slowakei kann auf eine lange Weinbau-Tradition zurückblicken. Aber Sauvignon Blanc aus der Slowakei? Weinbegleiter Ruhr probierte einen Vertreter des Weingutes Winterberg. Es liegt in Skalica im Westen der Slowakei. Der 2014er Sauvignon ist klassisch trocken, leicht und hat eine recht knackige Säure, die beim ersten Schluck sehr präsent ist. Zunächst eher verhalten, entfalten sich später typische Aromen wie Zitrusfrüchte, Stachelbeere und Cassis. Das ist ein Wein, dem eine zweite Chance gut steht. Sauvignon Blanc ergibt mit Ziegenkäse eine besondere Kombination. Auch Fisch, Gemüse und Meeresfrüchte passen gut.

Elbsegler lieferten den Wein

Beim "Weinsegler" in Meißen.

Beim „Weinsegler“ in Meißen.

Michael Krüger ist der Lieferant dieses Weines. Er betreibt im sächsischen Meißen den „Weinsegler“, einen Weinhandel & Vertrieb, und ist auf Weine  aus Tschechien, der Slowakei, aus Slowenien und Ungarn spezialisiert. Diese Länder produzieren überwiegend Weißweine aus klassischen Rebsorten wie Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder.

Meißen

Die schöne Stadt Meißen ist eine Reise wert.

Einheimische Rebsorten tragen ungewöhnliche Namen wie Devin, Alibernet und Aurelius. Seit 2007 füllt Michael Krüger diese Marktlücke mit geographischer Nähe zu seinen bevorzugten Weinbau-Regionen aus. Der Geschäftsinhaber firmiert unter dem schönen Namen „Weinsegler“ , unter Anlehnung an die „Elbsegler“, erklärt Krüger. „Weine aus Böhmen wurden bis vor 200 Jahren mit dem Schiff auf der Elbe nach Meißen transportiert.“

Fotos: Weingut Kiefer, Weinsegler