Der Berg ruft: Genussreise nach Südtirol

Südtirol – bei diesem Wort träumt sich Event-Köchin Elly von Elly’s Island in die Berge. Kürzlich bekam sie von ihrem Lieblingshotel in Hafling bei Meran tiefverschneite Wintergrüße. Diese inspirierten sie zu ihrer Lieblingssuppe: Süppchen vom Südtiroler Alpapfel. „Die ist so lecker“, schwärmt Elly. „Das Rezept ist vom Koch des Hotels, Robert Salten.“ Bei Wein & Speise im Januar hat uns Elly dieses Süppchen eingebrockt.
Das Gericht ist einfach zuzubereiten, „auch mit heimischen Äpfeln. Wenn kein Südtiroler Speck zur Hand ist, funktioniert natürlich auch ein anderer, erklärt die Köchin, „aber bitte keinen rohen Schinken nehmen“.

Wein-Empfehlung

Das ist eine gute Gelegenheit für eine Wein & Speise -Regel, die immer funktioniert: Die Kombination von Gerichten und Weinen, die typisch sind für eine Region. Und Weine aus Südtirol sind einfach Spitze. Ich empfehle einen spritzigen Weißburgunder aus der Region zum Süppchen, zum Beispiel aus dem Etschtal oder dem Vinschgau. Das leicht nussige Aroma des Weins harmoniert sehr schön mit dem leicht süßlichen Geschmack der Möhren. Das Wurzelgemüse verträgt sich nicht so gut mit überbordender Frucht und rauen Gerbstoffen.

Weißburgunder und Vernatsch

Weißburgunder wartet eher mit dezenten Aromen auf, die an Apfel, Birne, Aprikose und Zitrusfrüchte erinnern. In Kombination mit einer erfrischenden Säure ist der glasklare Burgunder ein toller Wein zum Essen und passt sehr gut zum Süppchen. Wer lieber zum Rotwein greift, ist mit einem Vernatsch gut beraten. Neben Lagrein und Blauburgunder zählt sie zu den wichtigsten roten Rebsorten Südtirols. Weine aus Vernatsch sind keine Kraftprotze, ihr Alkoholgehalt ist meist moderat. Unter den gebietstypischen Spielarten wähle ich einen würzigen Meraner Vernatsch aus, der wunderbar den herzhaften Südtiroler Speck umgarnt.

Und nun ran an Töpfe und Gläser!

 Süppchen vom Südtiroler Alpapfel mit Honigmöhren
2-3 Möhren
Safran
500 g mehlige Kartoffeln
Zweig Thymian, 2 Zwiebeln
Schuss Cidre
1 l Brühe, 1 B Sahne
3 Südtiroler Äpfel (g.g.A. geschützte geografische Angabe)
1 TL Honig, Salz, Pfeffer, Öl
Südtiroler Speck in Scheiben
Mineralwasser
Alpenblüten (können auch aus einem Teebeutel stammen, gibt es in fast jedem Supermarkt: Bergblütentee, Beutel aufschneiden und auskippen)

Zwiebeln, Äpfel und Kartoffeln würfeln. Zusammen mit dem Thymian und Safran in etwas Fett andünsten und mit Cidre löschen. Brühe aufgießen und garen. Möhren schälen und in feine Stifte schneiden, in etwas Fett anschwitzen, Honig zugeben und in ein wenig Mineralwasser dünsten, würzen. Den Thymian aus der Suppe entfernen und pürieren. Mit etwas Sahne und evtl. noch einen Schuss Cidre cremig aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Sollte die Suppe zu dick sein, mit Wasser verdünnen und nachwürzen. Zum Servieren die Suppe in Teller geben, ein paar Möhrenstifte in die Mitte legen, Speck zu Röschen drehen und aufsetzen. Mit Alpenblüten bestreut servieren.

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Empfehlungen. Ich freue mich!

Zum Stöbern:

www.salten.it

www.pursuedtirol

Aufmacherfoto: susanne906/pixabay

Wein des Monats: Eine Liebeserklärung an die Pfalz

Die Pfalz: Bei diesem Thema kommt Pia Hopp wie auf Knopfdruck ins Schwärmen. Zwar lebt sie seit über 20 Jahren am Niederrhein, jedoch ist die gebürtige Pfälzerin ihrer alten Heimat bis heute treu verbunden. Mit einer Geschäftspartnerin betreibt die Expertin für Marketing und Vertrieb eine Agentur in Dinslaken. Ist das Tagwerk vollbracht, darf es gerne ein Gläschen Wein sein. Am liebsten aus der Pfalz… Pia Hopp zieht den Korken für den „Wein des Monats“ November.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblingswein?
Pia Hopp: Das ist ein Weißburgunder. Immer noch ein Weißwein, obwohl man ja im Herbst und Winter gerne einen Rotwein trinkt. Aber ich stehe im Moment auf Weißwein. Schön gekühlt und frisch aus dem Kühlschrank, dann ist das super.

Welcher Weißburgunder macht Sie derzeit glücklich?
Pia Hopp: Er kommt aus der Pfalz vom Weingut Schubar in Weisenheim am Sand.

Bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein entdeckt?
Pia Hopp: Vor vielen Jahren sind wir bei einer Wanderung durch Zufall auf dieses Weingut gestoßen. Das ist ein kleines Weingut, die machen gute Weine und seither beziehen wir dort unseren Wein. Früher kauften wir Grauburgunder, seit dem vergangenen Jahr hat der Winzer Weißburgunder neu im Programm.

Was gefällt Ihnen besonders an diesem Weißburgunder?
Pia Hopp: Er fühlt sich leicht an, er ist erfrischend, wenn er schön kühl aus dem Kühlschrank kommt, und er ist fruchtig. Diese Mischung gefällt mir sehr. Kann man gut einfach so trinken und er passt auch perfekt zum Essen.

Wie sind Sie auf den Wein gekommen?
Pia Hopp: Wir besuchen wenigstens einmal im Jahr dieses Weingut in der Pfalz. Meistens im Herbst, um zu erfahren, was es Neues gibt. Dann probieren wir durch. Der Winzer ist sehr kommunikativ, nimmt sich Zeit und erklärt uns alles sehr genau: wie das Jahr klimatisch verlaufen ist, welchen Einfluss die Böden haben. Es ist spannend, wie viele Faktoren die Qualität eines Weines beeinflussen. Und es gibt immer wieder Neues zu entdecken, das ist ganz toll.

Sie stammen aus der Pfalz….
Pia Hopp: …ja. Zwar nicht aus dem Teil der Pfalz, in dem Wein angebaut wird. Aber meine ganzen Verwandten wohnen in Landau und Umgebung. Und daher hatte ich schon früh und ganz selbstverständlich eine Affinität zum Wein.

Sie leben und arbeiten seit vielen Jahren am Niederrhein…
Pia Hopp: …seit 1997. Wir wohnen in Voerde.

Die Verbindung zur alten Heimat und die Liebe zum Wein sind offensichtlich geblieben.
Pia Hopp: Das hat sich eher verstärkt. Vielleicht hat das etwas mit dem Alter zu tun, ich weiß es nicht. Meine Heimatverbundenheit ist auf jeden Fall größer geworden. Ich finde, dass es gerade in der Pfalz durch die junge Generation der Winzer wirklich tolle Weine gibt. Das war vor 30 Jahren noch ganz anders. Die jungen Winzer strengen sich richtig an, machen tolle Weine. Zum Beispiel aus der Rebsorte Auxerroir. Der liegt auch bei mir zuhause im Weinregal. Und die Pfalz, ob landschaftlich oder kulturell, ist einfach schön.

Wie schätzt die gebürtige Pfälzerin die hiesige Weinszene ein?
Pia Hopp: Es gibt hier viele schöne Möglichkeiten, um Wein zu genießen. Zum Beispiel hat Wesel ein ganz tolles Weinfest, da ist auch immer ein Winzer aus der Pfalz dabei. Es gibt inzwischen auch zwei neue Weinlokale in Voerde. Mein Mann und ich gehen oft mit Freunden einfach auf einen Wein.

Sind Sie beim der Auswahl Ihrer Weine auf die Pfalz festgelegt?
Pia Hopp: Also ich probiere auch gerne andere Weine aus. Da bin ich offen. Es gibt zum Beispiel einmal im Jahr in Voerde eine Veranstaltung, bei der Winzer von südafrikanischen Weingütern ihre Weine vorstellen. Da bin ich neugierig und probiere gerne. Die sind mir allerdings etwas zu teuer. Und dann bin ich doch wieder heimatverbunden. Ich weiß einfach, dass von meinem Weingut gute Sachen kommen. Die schmecken uns.

Wenn Ihnen im Winter dann doch einmal der Sinn nach einem Rotwein steht, für welchen entscheiden Sie sich?
Pia Hopp: Der darf dann kräftiger sein. Da trinke ich gerne einen Merlot. Mit richtig schöner dunkler Farbe und kräftig im Geschmack. Und er muss weich über die Zunge kommen.

Frau Hopp, bitte vervollständigen Sie den Satz: Wein ist für mich….
Pia Hopp: …ein Zeichen von Lebensqualität. Also, sich einen guten Wein leisten zu können. Und für mich bedeutet Wein purer Genuss. Ich genieße Wein.

Wer kann besser genießen, die weiblichen Weintrinker oder die männlichen?
Pia Hopp: Die weiblichen.

Warum?
Pia Hopp: Ich persönlich glaube, dass Frauen sowieso besser genießen können als Männer. Also alles – ein gutes Essen, Urlaub, Landschaft, Sonne. Auch den Wein. Ein Mann hinterfragt den Wein mehr, und wir Frauen genießen ihn einfach.

 

Ein Weißburgunder, der glücklich macht

Wenn’s um Wein geht, kommt Angela Pröse sofort ins Schwärmen. Von 0 auf 100 sozusagen. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, arbeitet seit fast 20 Jahren bei Jacques‘ Wein-Depot, dem führenden Weinfachhandel in Deutschland. Sie leitet seit 2001 die Jacques‘-Filiale in Dorsten. Ihr Witz und Charme sind bei der Kundschaft beliebt – ihr Fachwissen ist gefragt.  Mich beeindruckt besonders ihr Gespür beim Thema „Wein und Speisen“. Ob deftiger Eintopf, Festtagsbraten oder Rote Beete-Salat – sind die Rezepte auch noch so ausgefallen, sie landet mit ihren Empfehlungen einen Volltreffer im Glas. Angela Pröse zieht den Korken für den „Wein des Monats“ September. Das wird auch Fans von Weißburgunder freuen. Viel Vergnügen!

 Weinbegleiter Ruhr: Haben Sie einen Lieblingswein? Wenn ja, welchen? Wie heißt er, woher stammt er?
Angela Pröse: Derzeit ist es „Villa Huesgen“, Jahrgang 2016; ein trockener Weißburgunder des Weinhauses Huesgen aus Traben-Trarbach an der Mosel. Auf dem Rücketikett steht „Made by happy people“, das passt zu mir.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Angela Pröse: Bei der Edition Mosel der „Langen Nacht der Weine“ im Juni auf Zeche Zollverein in Essen. Dort lernte ich Jan-Philipp Bleeke vom Weingut Witwe Dr. Thanisch, Erben Müller-Burggraef aus Bernkastel-Kues kennen. Er präsentierte auch die Weine der Villa Huesgen. Am Stand konnte ich den 2016er Weißburgunder probieren. Diese Veranstaltung war etwas ganz Besonderes und bot wieder einmal die beste Gelegenheit, den Ruhrgebietlern Wein ans Herz zu legen.

Und das Schöne: Jan-Philipp Bleeke arbeitete früher eine Zeit lang bei Jacques‘. Und nun hat sich der Kreis geschlossen: Den 2016er Weißburgunder „Villa Huesgen“ haben wir seit Juli im Sortiment. Das freut mich sehr.

Warum ist das Ihr Lieblingswein?
Angela Pröse: Er hat mich sofort überzeugt und verzaubert. Ich denke dabei an Mosel, Urlaub, Picknickdecke, ein gekühltes Fläschchen in der Hand und ein Gläschen voller Genuss. Ganz entspannt, ohne Tamtam.

Ein Gläschen voller Genuss
mit Weißburgunder

Ich will damit sagen: Dieser Weißburgunder ist ein spritziger Sommerwein, schön leicht und frisch, er hat eine angenehme, dennoch vordergründige Säure. Weißburgunder kann aus jeder Lage spannend sein, aber dieser hier ist zum Beispiel ganz anders als ein Pfälzer, nicht so kräftig und blumig.

Was ich ganz wichtig finde: Ich suche immer nach dem Besonderen, nach Ausnahmen. Und Weißburgunder ist natürlich nicht so typisch für die Riesling-Region Mosel.

Gibt es weitere Lieblinge auf Ihrer ganz persönlichen Weinkarte?
Angela Pröse: Das ist stimmungsabhängig und es spielt auch eine Rolle, wo ich gerade bin. Vor kurzem war ich in Eltville am Rhein und genoss dort bei traumhaftem Wetter und Ausblick einen süffigen, feinherben Riesling.
Was immer entscheidend ist: Der Wein muss mir schmecken und Freude bereiten. Dabei entdecke ich dann die unwahrscheinlich vielen Facetten des Weines. Diese inspirieren  mich bei der Überlegung, zu welchem Gericht ich den jeweiligen Tropfen kombinieren könnte. Ich liebe einen stimmungsvollen Wein, der mich zur Erholung zwingt.

 

1735 wurde das Weinhandelshaus Huesgen gegründet, es wird inzwischen in der 9. Generation geführt: Weitere Infos: http://www.villahuesgen.com