Grillsaison mit Wein macht heiß auf den Sommer

Grillsaison mit Wein im Sommer 2021: Mit Sonne im Herzen genießen wir jeden nicht verregneten Moment. Dafür hat Eventköchin Elly von Elly’s Island Köstlichkeiten auf den Holzkohle-Grill gelegt.
Los geht es mit Lammspießen von der Hochmooraner Moorschnucke in einer Kräutermarinade. Außerdem einem Bauernsalat mit gegrillten Tomaten, Gurken, Zwiebeln, milden Peperoni und Schafskäse. Das Gemüse wird angemacht mit Olivenöl und Kräutern der Provence.

Honigmelone und rauchiger Touch

Bei der Weinauswahl habe ich mich für einen Weißburgunder aus Rheinhessen entschieden, einen Silvaner aus Franken und einen Chiaretto vom Gardasee. Der säuremilde Weißburgunder hatte sehr langen Kontakt mit der Hefe. Neben einer Brioche-Note bringt er viel Frucht mit. Da verströmen Aromen, die an weißen Pfirsich und Honigmelone erinnern. Hinzu kommt ein rauchiger Touch.
Der Silvaner Tradition aus Franken reifte auf der Hefe im Holzfass aus Kastanie. Da zeigt die Rebsorte ihr ganzes Potenzial. Der Wein bringt Mineralität mit, Struktur und Frucht. Durch die Lagerung im Holzfass kommen Aromen hinzu, die an Vanille und Karamell erinnern.
Der Dritte im Glase, ein Rosé vom Gardasee, ist für alle, denen der Sinn nach fruchtiger Frische (rote Beeren, Birne, süßer Apfel) mit angenehmer Säure steht.

Das macht doch Appetit auf den Hauptgang. Elly kreiert Baconjam-Burger vom Münsterländer Tiergarten-Highlandrind mit süßem Speck und Cheddarkäse, Surf and Turf vom Taurusrind mit Riesengarnele und Steak-Zitronenbutter, mild marinierte Slow-Cook-Sparerips vom Bentheimer Schwein, anbei Grillpäckchen vom grünen Spargel mit Pfeffer-Hollandaise.

Die Weinauswahl dazu ist das reine Vergnügen: eine 2015er österreichische Cuvée aus Zweigelt und Cabertnet Sauvignon, ein 2017er Lemberger aus Württemberg und ein 2016er Nero d‘ Avola aus Sizilien. Alle 3 sind kräftig und würzig, trumpfen mit einer satten Frucht auf, die an Schwarzkirsche, Brombeeren und Cassis erinnern. Hinzu kommen rauchige, pfeffrige und ledrige Noten, der Ausbau im Barrique bzw. großen Holzfass lässt grüßen. Die Gerbstoffe sind präsent, die Reifung der Weine und die Röstnoten in den gegrillten Speisen mildern jedoch den Tannin-Eindruck am Gaumen. Grundsätzlich ist das der große Auftritt von kraftvollen, komplexen Rotweinen, die im Barrique gereift sind und sich mit dem Grillgut wunderbar ergänzen.

Als Tüpfelchen für die Grillsaison mit Wein entkore ich noch einen portugiesischen Rotwein aus dem Hause Niepoort, Jahrgang 2013. Der gereifte Wein ist elegant, die Gerbstoffe wirken am Gaumen wie Samt und Seide. Er passt perfekt zu den butterzarten Sparerips. Einfach köstlich.

Den Abschluss bildet ein Dessert aus gebrutzeltem Gewürzpfirsich mit Amaretto, Fenchel und braunem Zucker, dazu hausgemachtes Cookie-Eis mit Schokostückchen. Ein fruchtiger, halbtrockener Riesling aus Franken passt herrlich zum Pfirsich. Nicht zum Milcheis, da zieht jeder Wein den Kürzeren. Vor allem die Kälte der Süßspeise bewirkt, dass unser Geruch und Geschmack wie auf Eis liegen und die Aromen des Weins nicht zu tragen kommen.
Dann nur den Pfirsich – und der wunderbare Riesling ist ein perfekter Abschluss des Grillabends.

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Empfehlungen. Ich freue mich!

 

Und hier gibt’s meine Degustationsliste für den Grillabend zu Ausprobieren:

Heiß auf den Sommer: Grillsaison mit Wein

Aperitif:
Deutschland/Franken
Secco weiß, 2019er, trocken, Rebsorten: Müller-Thurgau, Bacchus, Riesling
Deutscher Perlwein, Familienweingut Johannes Nickel, Nordheim
A: 11,0 % Vol., RZ: 17,0 g/l, S: 5,0 g/l

Weine zur Vorspeise
1. Deutschland/Rheinhessen
Weißburgunder vom Löss, 2019er, trocken
Dt. Qualitätswein, Erzeugerabfüllung, Weingut Lisa Bunn, Nierstein/Rhein
A: 12,5 %Vol., RZ: 1,0 g/l, S: 5,0 g/l

2. Deutschland/Franken
Silvaner Tradition, 2016er, trocken
Dt. Qualitätswein, Familienweingut Johannes Nickel, Nordheim
A: 13,0 % Vol., RZ: 4,3 g/l, S: 6,0 g/l

3. Italien/Lombardei
Chiaretto Sant‘ Emiliano, Rosé, 2019er, trocken, Rebsorten: Groppello, Syrah, Barbera, Marzemino
Bio-Wein DOC, Azienda Agricola Pratello, Padenghe sul Garda Brecia
A: 12,0 % Vol., RZ: 5,0 g/l, S: 6,3 g/l

Weine zum Hauptgericht
4. Österreich/Wagram
Zweigelt/Cabernet Sauvignon, 2015er, trocken
Bio-Wein, Weingut Mehofer, Neudeck
A: 13,0 % Vol., RZ: 1,8 g/l, S: 5,0 g/l

5. Deutschland/Württemberg
Lemberger, 2017er, trocken
Dt. Qualitätswein, Weingut Hirsch, Leingarten
A: 13,0 %Vol., RZ: 6,0 g/l, S: 5,3 g/l

6. Italien/ Sizilien
Nero d‘Avola, Reserva, 2016er, trocken
DOC, Magnum-Flasche, Weingut Feudo Arancio
A: 13,5 %Vol. RZ: 7,0 g/l S: 5,5 g/l

Wein zum Dessert
Deutschland/Franken
Riesling fruchtig, 2019er, halbtrocken
Dt. Qualitätswein, Familienweingut Johannes Nickel, Nordheim
A: 11,5% Vol., RZ: 14,5 g/l, S: 7,6 g/l

 

 

 

Spargel und Wein – ganz wild kombiniert

Spargel und Wein: Auch in diesem Jahr führt beim Wein & Speise-Tipp an dieser fantastischen Kombination kein Weg vorbei. Eventköchin Elly von Elly’s Island serviert etwas ganz Besonderes. Ein Gericht mit wildem Spargel. „Das ist ein sehr feiner Spargel und leicht zuzubereiten. Man wäscht ihn nur und schält ihn nicht“, erklärt Elly. Ist er frisch geschnitten, brauche man nicht einmal die Enden abzuschneiden.
Elly’s Tipp: „Wer ihn auf dem Markt sieht, sollte sofort zuschlagen.“ Der wilde Spargel vertrage kraftvolle Würze, „denn er schmeckt grasig-getreidig-nussig und verträgt sich gut mit hellem Geflügel oder Scampi. Und er ist günstiger, da er nicht gestochen, sondern nur geschnitten werden muss. Er wächst nämlich über der Erde, es handelt sich um feine Triebe einer Wildspargelpflanze“. Ein 250 g-Bund koste etwa 2,50 bis 3 Euro.

Elly kombiniert den Spargel mit Scampi und Sepia-Spaghetti. Das ist ein ganz klarer Fall für Weißweine. Die leicht erdigen und bitteren Noten im Stangengemüse harmonieren perfekt mit ausgewogenen milden Tropfen. Es passt beispielsweise ein Weißburgunder aus Baden, dessen leicht nussige Noten und der cremige Schmelz am Gaumen den Spargel umgarnen. Auch ein Pinot Gris aus dem Elsass passt oder ein Gutedel aus dem Markgräfler Land.

Mein Favorit bei Spargel und Wein ist in diesem Fall ein auf Muschelkalk gewachsener Auxerrois von der Obermosel. Die aus Frankreich stammende Rebsorte erinnert aromatisch an Weißburgunder, ist jedoch etwas säuremilder. Apropos Säure: Da gegarter Spargel immer leichte Bitternoten aufweist, lasse ich die Finger von säureintensiven Tropfen. Säure und Bitterkeit verstärken sich gegenseitig und wenn beide Komponenten zusammenkommen, entsteht ein unangenehmer metallischer Geschmackseindruck.

Wäre ja schade um das tolle Rezept.

Und nun ran an Töpfe, Flaschen und Gläser.

Das schnellste Spargelrezept der Welt (für 2 Personen)

200 g wilder Spargel
gutes Olivenöl
Stich Butter
frischer gehobelter Parmesan (nicht gerieben)
Sepia-Spaghetti
Kresse (lila Kresse ist großblättriger)
geschälte Scampi
Salz, Pfeffer

Die Spaghetti in reichlich gesalzenem Wasser bissfest garen. Abgießen und etwas von dem Kochwasser auffangen.
Den Spargel in einer großen Pfanne mit einem Schuss Olivenöl und den Scampi, etwa 3 Minuten schwenken, dann die Nudeln dazu geben. Mit einem Schuss Kochwasser und Parmesan vermengen, würzen. Mit einem Stich Butter und der Kresse servieren.

Zack – fertig!

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Online Tasting – berauschend schön

Zauberwort Online Tasting. Seit dem vergangenen Jahr sind sie zum Renner gereift. Wenn man schon nicht in geselliger Runde probieren, kosten, klönen und schwärmen kann, dann soll zumindest die Weinprobe auf Distanz für Genuss und schmackhafte Eindrücke im Glas sorgen.

Lisa Bunn und Bastian Strebel bei der Arbeit. Fotos: Lucie Greiner

Gesagt, getan. Obwohl ich, zugegeben, bisher kein Fan vom Bespaßen im virtuellen Raum war. Winzerin Lisa Bunn aus Nierstein am Rhein belehrte mich eines Besseren. Mit ihrem Mann Bastian Strebel gründete sie 2013 das Weingut Lisa Bunn. Seit der Zusammenführung der elterlichen Betriebe bewirtschaften sie 21 Hektar Rebfläche vom berühmten Roten Hang im Norden bis nach Wintersheim im Süden Rheinhessens und überzeugen mit vielfach preisgekrönten Weinen. Für mich zählt das Paar zu den besten jungen Winzern, die unser Land zu bieten hat.
Meine Begeisterung soll gerne überschwappen auf andere. Beim Online Tasting stellte Lisa mir und einem Freund einige Weine des neuen 2020er Jahrgangs vor. Nach einem Spätsommer und Herbst 2020, in dem alle Hitzerekorde gebrochen wurden, strotzen ihre Weine aus Aroma-Rebsorten vor Frucht. Und die Burgunder sind voll Kraft und Reife.

Lisa Bunn: Wir starten mit dem Riesling „Fleißiges Lieschen“, das ist unser Einstiegs-Riesling. Er ist in diesem Jahr super knackig und fruchtbetont. Eine Cuvée aus 2 verschiedenen Weinbergen. Zum einen ein sehr, sehr karger Kalksteinboden mit richtig massiven Kalkstein-Brocken. Der sorgt dafür, dass der Riesling eine schöne Leichtfüßigkeit und Mineralität hat. Auf der anderen Seite haben wir einen Wingert, den wir schon immer genutzt haben fürs Fleißige Lieschen, einen tiefgründigen Lössboden, der für sehr viel Frucht sorgt. Das erinnert an gelben Apfel und Birne. Das ist eine schöne Balance zwischen Mineralität und einer satten gelben Frucht.

Weinbegleiter Ruhr: Jetzt wird’s „Scheu“ – mit kleinem Reh auf dem Etikett. So nennt und etikettiert ihr eure Scheurebe, die zu meinem großen Vergnügen mit nur 1 g/l Restzucker staubtrocken ausgebaut ist.
Lisa Bunn: Die Scheurebe ist in diesem Jahr mein absoluter Liebling. Sie lebt davon, dass man die Trauben möglichst lange hängenlassen und die volle Reife ausschöpfen kann. 2016 und 2017 kam uns die Fäulnis dazwischen, da musste früher gelesen werden. 2020 konnten wir sehr, sehr spät lesen und die komplette Aromareife auskosten. Darum auch 13 Volumenprozent Alkohol. Das ist der enormen Reife geschuldet. Dadurch hat die Scheurebe aber auch diese unglaubliche Frucht. Also ganz viel Grapefruit. Ich finde sogar, dass sie einen Tick mehr in die Sauvignon Blanc-Richtung geht als jemals zuvor. Wir haben ein bisschen Holunderblüte und frisch gemähtes Gras.

Nun probieren wir noch einen fabelhaften Sommerwein. Den „Wild Wedding“ habt ihr für eure eigenen Hochzeit 2015 kreiert und seitdem im Sortiment. Ich reiche die weiße Variante bevorzugt zu Weinproben bei Junggesellinnenabschieden, was die Mädels immer in Entzücken versetzt.
Lisa Bunn: Der Wild Wedding besteht aus Scheurebe und Sauvignon Blanc, hier haben wir fifty-fifty. Die Scheurebe wurde nach 24-stündiger Maischestandzeit gepresst und mit einer Aromahefe vergoren. Der Sauvignon Blanc kommt hier ein bisschen deutlicher heraus. Er wurde mit Trockeneis behandelt, wodurch wir die flüchtigen Aromen des Sauvignon Blancs halten können. Aromatisch geht es in Richtung Johannisbeere, da ist auch ein Tick Brennessel und ein bisschen Pfirsich. Man will mehr trinken davon!

Weiter geht’s mit dem 2020er Weißburgunder.
Lisa Bunn: Der hat noch erstaunlich viel Gärungs-Kohlensäure. Die wir erhalten haben, weil wir den Wein wenig umgepumpt haben. Der wurde vor der Abfüllung einmal filtriert. Bis dahin hat er auf der Hefe gelegen. Und wurde auch nicht abgestochen. Das heißt, er hatte sehr langen Kontakt mit der Hefe. Das gibt ihm eine Brioche-Note. Und er hat einen BSA* gemacht, ungeplant. Das ist aber okay und er wirkt nicht zu breit. Er hat eher an Spannung gewonnen, weil man noch ein Element im Nachhall hat.
Die Trauben kommen aus 2 Weinbergen. Der eine ist ganz alt, hat einen tiefgründigen Löss-Boden. Die Stöcke sind um die 35 Jahre alt. Der bringt die Frucht mit. Der andere Teil der Trauben stammt aus einer jüngeren Anlage. Die Rebstöcke wurden erst vor 5 Jahren gepflanzt und stehen auf einem richtig schönen Kalksteinboden. Da spielt dann das Mineralisch-Salzige rein. Insgesamt ist das so eine aromatische Mischung aus geräuchertem Schinken und butterweicher Honigmelone.

Online Tasting mit krönendem Abschluss: Der Grauburgunder 2020 strahlt in einem satten Goldgelb im Glas.
Lisa Bunn: Ja, der hat eine Wahnsinnsfarbe. Die enorme Hitze im Spätsommer und Herbst hat wie eine Maischestandzeit am Rebstock gewirkt. Wir haben die Trauben geerntet und gepresst und hatten tatsächlich schon so viel Farbe wie bei einem Rosé. Es ist einfach eine extreme Farbausbeute, was man bei den Rotweinen ja gerne hat. Beim Grauburgunder ist es eher fraglich, ob man in so eine pinke Richtung gehen will. Es war anfangs auch viel mehr und ist dann langsam weggegangen. Bei der Gärung verlieren die Weine ganz viel Farbe. Auch beim Schwefeln. Und bei Filtrieren sowieso. In der Nase kommt fast etwas Rosinenartiges rüber.
Es ist wichtig, dass Grauburgunder nicht zu weich ist. Er ist komplett trocken, hat nur 1 g/l Restzucker, aber Mundfülle und Schmelz kommen von der enormen Reife. Er hat auch lange auf der Hefe gelegen. Der zeigt richtig, was uns 2020 gebracht hat mit dieser intensiven Farbe und enormen Frucht. Er hat Struktur und einen langen Abgang. Das ist ein Grauburgunder, den man beim Essen, zum Beispiel beim Grillen, gut als Alternative zum Rotwein einsetzen kann.

Lust auf ein Online Tasting mit Lisa Bunn und Bastian Strebel? Das nächste findet am 30. April 2021 statt und wird auf Youtube übertragen. Weitere Infos zu allen Termingen gibt’s hier: https://weingut-bunn.de/veranstaltungen

* BSA: Biologischer Säureabbau; bakterielle Umwandlung von Apfelsäure in die viel milder schmeckende Milchsäure

Der Berg ruft: Genussreise nach Südtirol

Südtirol – bei diesem Wort träumt sich Event-Köchin Elly von Elly’s Island in die Berge. Kürzlich bekam sie von ihrem Lieblingshotel in Hafling bei Meran tiefverschneite Wintergrüße. Diese inspirierten sie zu ihrer Lieblingssuppe: Süppchen vom Südtiroler Alpapfel. „Die ist so lecker“, schwärmt Elly. „Das Rezept ist vom Koch des Hotels, Robert Salten.“ Bei Wein & Speise im Januar hat uns Elly dieses Süppchen eingebrockt.
Das Gericht ist einfach zuzubereiten, „auch mit heimischen Äpfeln. Wenn kein Südtiroler Speck zur Hand ist, funktioniert natürlich auch ein anderer, erklärt die Köchin, „aber bitte keinen rohen Schinken nehmen“.

Wein-Empfehlung

Das ist eine gute Gelegenheit für eine Wein & Speise -Regel, die immer funktioniert: Die Kombination von Gerichten und Weinen, die typisch sind für eine Region. Und Weine aus Südtirol sind einfach Spitze. Ich empfehle einen spritzigen Weißburgunder aus der Region zum Süppchen, zum Beispiel aus dem Etschtal oder dem Vinschgau. Das leicht nussige Aroma des Weins harmoniert sehr schön mit dem leicht süßlichen Geschmack der Möhren. Das Wurzelgemüse verträgt sich nicht so gut mit überbordender Frucht und rauen Gerbstoffen.

Weißburgunder und Vernatsch

Weißburgunder wartet eher mit dezenten Aromen auf, die an Apfel, Birne, Aprikose und Zitrusfrüchte erinnern. In Kombination mit einer erfrischenden Säure ist der glasklare Burgunder ein toller Wein zum Essen und passt sehr gut zum Süppchen. Wer lieber zum Rotwein greift, ist mit einem Vernatsch gut beraten. Neben Lagrein und Blauburgunder zählt sie zu den wichtigsten roten Rebsorten Südtirols. Weine aus Vernatsch sind keine Kraftprotze, ihr Alkoholgehalt ist meist moderat. Unter den gebietstypischen Spielarten wähle ich einen würzigen Meraner Vernatsch aus, der wunderbar den herzhaften Südtiroler Speck umgarnt.

Und nun ran an Töpfe und Gläser!

 Süppchen vom Südtiroler Alpapfel mit Honigmöhren
2-3 Möhren
Safran
500 g mehlige Kartoffeln
Zweig Thymian, 2 Zwiebeln
Schuss Cidre
1 l Brühe, 1 B Sahne
3 Südtiroler Äpfel (g.g.A. geschützte geografische Angabe)
1 TL Honig, Salz, Pfeffer, Öl
Südtiroler Speck in Scheiben
Mineralwasser
Alpenblüten (können auch aus einem Teebeutel stammen, gibt es in fast jedem Supermarkt: Bergblütentee, Beutel aufschneiden und auskippen)

Zwiebeln, Äpfel und Kartoffeln würfeln. Zusammen mit dem Thymian und Safran in etwas Fett andünsten und mit Cidre löschen. Brühe aufgießen und garen. Möhren schälen und in feine Stifte schneiden, in etwas Fett anschwitzen, Honig zugeben und in ein wenig Mineralwasser dünsten, würzen. Den Thymian aus der Suppe entfernen und pürieren. Mit etwas Sahne und evtl. noch einen Schuss Cidre cremig aufgießen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Sollte die Suppe zu dick sein, mit Wasser verdünnen und nachwürzen. Zum Servieren die Suppe in Teller geben, ein paar Möhrenstifte in die Mitte legen, Speck zu Röschen drehen und aufsetzen. Mit Alpenblüten bestreut servieren.

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein & Speise? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Empfehlungen. Ich freue mich!

Zum Stöbern:

www.salten.it

www.pursuedtirol

Aufmacherfoto: susanne906/pixabay

Wein des Monats: Eine Liebeserklärung an die Pfalz

Die Pfalz: Bei diesem Thema kommt Pia Hopp wie auf Knopfdruck ins Schwärmen. Zwar lebt sie seit über 20 Jahren am Niederrhein, jedoch ist die gebürtige Pfälzerin ihrer alten Heimat bis heute treu verbunden. Mit einer Geschäftspartnerin betreibt die Expertin für Marketing und Vertrieb eine Agentur in Dinslaken. Ist das Tagwerk vollbracht, darf es gerne ein Gläschen Wein sein. Am liebsten aus der Pfalz… Pia Hopp zieht den Korken für den „Wein des Monats“ November.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblingswein?
Pia Hopp: Das ist ein Weißburgunder. Immer noch ein Weißwein, obwohl man ja im Herbst und Winter gerne einen Rotwein trinkt. Aber ich stehe im Moment auf Weißwein. Schön gekühlt und frisch aus dem Kühlschrank, dann ist das super.

Welcher Weißburgunder macht Sie derzeit glücklich?
Pia Hopp: Er kommt aus der Pfalz vom Weingut Schubar in Weisenheim am Sand.

Bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein entdeckt?
Pia Hopp: Vor vielen Jahren sind wir bei einer Wanderung durch Zufall auf dieses Weingut gestoßen. Das ist ein kleines Weingut, die machen gute Weine und seither beziehen wir dort unseren Wein. Früher kauften wir Grauburgunder, seit dem vergangenen Jahr hat der Winzer Weißburgunder neu im Programm.

Was gefällt Ihnen besonders an diesem Weißburgunder?
Pia Hopp: Er fühlt sich leicht an, er ist erfrischend, wenn er schön kühl aus dem Kühlschrank kommt, und er ist fruchtig. Diese Mischung gefällt mir sehr. Kann man gut einfach so trinken und er passt auch perfekt zum Essen.

Wie sind Sie auf den Wein gekommen?
Pia Hopp: Wir besuchen wenigstens einmal im Jahr dieses Weingut in der Pfalz. Meistens im Herbst, um zu erfahren, was es Neues gibt. Dann probieren wir durch. Der Winzer ist sehr kommunikativ, nimmt sich Zeit und erklärt uns alles sehr genau: wie das Jahr klimatisch verlaufen ist, welchen Einfluss die Böden haben. Es ist spannend, wie viele Faktoren die Qualität eines Weines beeinflussen. Und es gibt immer wieder Neues zu entdecken, das ist ganz toll.

Sie stammen aus der Pfalz….
Pia Hopp: …ja. Zwar nicht aus dem Teil der Pfalz, in dem Wein angebaut wird. Aber meine ganzen Verwandten wohnen in Landau und Umgebung. Und daher hatte ich schon früh und ganz selbstverständlich eine Affinität zum Wein.

Sie leben und arbeiten seit vielen Jahren am Niederrhein…
Pia Hopp: …seit 1997. Wir wohnen in Voerde.

Die Verbindung zur alten Heimat und die Liebe zum Wein sind offensichtlich geblieben.
Pia Hopp: Das hat sich eher verstärkt. Vielleicht hat das etwas mit dem Alter zu tun, ich weiß es nicht. Meine Heimatverbundenheit ist auf jeden Fall größer geworden. Ich finde, dass es gerade in der Pfalz durch die junge Generation der Winzer wirklich tolle Weine gibt. Das war vor 30 Jahren noch ganz anders. Die jungen Winzer strengen sich richtig an, machen tolle Weine. Zum Beispiel aus der Rebsorte Auxerroir. Der liegt auch bei mir zuhause im Weinregal. Und die Pfalz, ob landschaftlich oder kulturell, ist einfach schön.

Wie schätzt die gebürtige Pfälzerin die hiesige Weinszene ein?
Pia Hopp: Es gibt hier viele schöne Möglichkeiten, um Wein zu genießen. Zum Beispiel hat Wesel ein ganz tolles Weinfest, da ist auch immer ein Winzer aus der Pfalz dabei. Es gibt inzwischen auch zwei neue Weinlokale in Voerde. Mein Mann und ich gehen oft mit Freunden einfach auf einen Wein.

Sind Sie beim der Auswahl Ihrer Weine auf die Pfalz festgelegt?
Pia Hopp: Also ich probiere auch gerne andere Weine aus. Da bin ich offen. Es gibt zum Beispiel einmal im Jahr in Voerde eine Veranstaltung, bei der Winzer von südafrikanischen Weingütern ihre Weine vorstellen. Da bin ich neugierig und probiere gerne. Die sind mir allerdings etwas zu teuer. Und dann bin ich doch wieder heimatverbunden. Ich weiß einfach, dass von meinem Weingut gute Sachen kommen. Die schmecken uns.

Wenn Ihnen im Winter dann doch einmal der Sinn nach einem Rotwein steht, für welchen entscheiden Sie sich?
Pia Hopp: Der darf dann kräftiger sein. Da trinke ich gerne einen Merlot. Mit richtig schöner dunkler Farbe und kräftig im Geschmack. Und er muss weich über die Zunge kommen.

Frau Hopp, bitte vervollständigen Sie den Satz: Wein ist für mich….
Pia Hopp: …ein Zeichen von Lebensqualität. Also, sich einen guten Wein leisten zu können. Und für mich bedeutet Wein purer Genuss. Ich genieße Wein.

Wer kann besser genießen, die weiblichen Weintrinker oder die männlichen?
Pia Hopp: Die weiblichen.

Warum?
Pia Hopp: Ich persönlich glaube, dass Frauen sowieso besser genießen können als Männer. Also alles – ein gutes Essen, Urlaub, Landschaft, Sonne. Auch den Wein. Ein Mann hinterfragt den Wein mehr, und wir Frauen genießen ihn einfach.

 

Ein Weißburgunder, der glücklich macht

Wenn’s um Wein geht, kommt Angela Pröse sofort ins Schwärmen. Von 0 auf 100 sozusagen. Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, arbeitet seit fast 20 Jahren bei Jacques‘ Wein-Depot, dem führenden Weinfachhandel in Deutschland. Sie leitet seit 2001 die Jacques‘-Filiale in Dorsten. Ihr Witz und Charme sind bei der Kundschaft beliebt – ihr Fachwissen ist gefragt.  Mich beeindruckt besonders ihr Gespür beim Thema „Wein und Speisen“. Ob deftiger Eintopf, Festtagsbraten oder Rote Beete-Salat – sind die Rezepte auch noch so ausgefallen, sie landet mit ihren Empfehlungen einen Volltreffer im Glas. Angela Pröse zieht den Korken für den „Wein des Monats“ September. Das wird auch Fans von Weißburgunder freuen. Viel Vergnügen!

 Weinbegleiter Ruhr: Haben Sie einen Lieblingswein? Wenn ja, welchen? Wie heißt er, woher stammt er?
Angela Pröse: Derzeit ist es „Villa Huesgen“, Jahrgang 2016; ein trockener Weißburgunder des Weinhauses Huesgen aus Traben-Trarbach an der Mosel. Auf dem Rücketikett steht „Made by happy people“, das passt zu mir.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Angela Pröse: Bei der Edition Mosel der „Langen Nacht der Weine“ im Juni auf Zeche Zollverein in Essen. Dort lernte ich Jan-Philipp Bleeke vom Weingut Witwe Dr. Thanisch, Erben Müller-Burggraef aus Bernkastel-Kues kennen. Er präsentierte auch die Weine der Villa Huesgen. Am Stand konnte ich den 2016er Weißburgunder probieren. Diese Veranstaltung war etwas ganz Besonderes und bot wieder einmal die beste Gelegenheit, den Ruhrgebietlern Wein ans Herz zu legen.

Und das Schöne: Jan-Philipp Bleeke arbeitete früher eine Zeit lang bei Jacques‘. Und nun hat sich der Kreis geschlossen: Den 2016er Weißburgunder „Villa Huesgen“ haben wir seit Juli im Sortiment. Das freut mich sehr.

Warum ist das Ihr Lieblingswein?
Angela Pröse: Er hat mich sofort überzeugt und verzaubert. Ich denke dabei an Mosel, Urlaub, Picknickdecke, ein gekühltes Fläschchen in der Hand und ein Gläschen voller Genuss. Ganz entspannt, ohne Tamtam.

Ein Gläschen voller Genuss
mit Weißburgunder

Ich will damit sagen: Dieser Weißburgunder ist ein spritziger Sommerwein, schön leicht und frisch, er hat eine angenehme, dennoch vordergründige Säure. Weißburgunder kann aus jeder Lage spannend sein, aber dieser hier ist zum Beispiel ganz anders als ein Pfälzer, nicht so kräftig und blumig.

Was ich ganz wichtig finde: Ich suche immer nach dem Besonderen, nach Ausnahmen. Und Weißburgunder ist natürlich nicht so typisch für die Riesling-Region Mosel.

Gibt es weitere Lieblinge auf Ihrer ganz persönlichen Weinkarte?
Angela Pröse: Das ist stimmungsabhängig und es spielt auch eine Rolle, wo ich gerade bin. Vor kurzem war ich in Eltville am Rhein und genoss dort bei traumhaftem Wetter und Ausblick einen süffigen, feinherben Riesling.
Was immer entscheidend ist: Der Wein muss mir schmecken und Freude bereiten. Dabei entdecke ich dann die unwahrscheinlich vielen Facetten des Weines. Diese inspirieren  mich bei der Überlegung, zu welchem Gericht ich den jeweiligen Tropfen kombinieren könnte. Ich liebe einen stimmungsvollen Wein, der mich zur Erholung zwingt.

 

1735 wurde das Weinhandelshaus Huesgen gegründet, es wird inzwischen in der 9. Generation geführt: Weitere Infos: http://www.villahuesgen.com