Happy mit Wein von der Mosel

An die Mosel führt uns der erste „Wein des Monats“ im Jahr 2020. Gastautorin Stephanie Siegert hat Deutschlands älteste Weinregion schon vor Jahren ins Herz geschlossen. Geprägt durch die Wein-Begeisterung ihrer Eltern, schätzt die Diplom-Oecotrophologin aus Dortmund deutsche Weine. Die Unternehmerin, Inhaberin von ess: Ernährungsberatung und -therapie, würde nach eigenem Bekunden nicht auf die Idee kommen, sich abends allein eine Flasche Wein aufzumachen. Geselligkeit beim Weingenuss spielt bei ihr eine große Rolle.
Das Interview:

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt dein derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Stephanie Siegert: Ich habe mir den Riesling Feinherb von Fritz Haag ausgesucht.

Wann und bei welcher Gelegenheit hast du diesen Wein entdeckt?
Stephanie Siegert: Ich war mal mit meiner Schwiegermutter und Schwägerin in Münster in einem Restaurant essen. Da hat uns der Wein so gut geschmeckt, dass ich danach gleich ein paar Flaschen geordert habe.

Wann war das?
Stephanie Siegert: Ist schon länger her, im Oktober 2016. Und seitdem wünsche ich ihn mir jedes Jahr von meinem Mann zu Weihnachten.

Wunderschöne Mosel. Foto: privat

Warum ist das dein Lieblingswein?
Stephanie Siegert: Ja, weil er mir einfach schmeckt. Ich brauche immer einen frisch-fruchtigen Weißwein. Und ich finde, dass dieser Riesling ein bisschen trockener schmeckt und nicht feinherb (in Deutschland Synonym – oft für halbtrocken, inzwischen sogar auch für lieblich), obwohl er als feinherb ausgezeichnet ist.
Ich habe noch einen anderen Lieblingswein, „Bis in die Puppen“, vom Weinhaus Bettina Schumann.

Wie bist du überhaupt auf den Wein gekommen?
Stephanie Siegert: Ganz klar über meine Eltern. Die fahren seit Jahrzehnten ins Elsass oder an die Mosel und beziehen da Weine. Ganz früher sind sie mit einem Riesenanhänger loskutschiert und haben die Kisten nach Hause gebracht. Später ließen sie sich das auch sehr gerne schicken. Mein Vater war ein absoluter Wein-Philosoph. Er ist 2018 verstorben.
Ich war noch im Dezember 2019 mit meinem Mann in Spay in der Nähe von Koblenz im Anbaugebiet Mittelrhein, um Wein für meine Mutter vom Familienweingut Matthias Müller abzuholen. Das  liegt direkt am Rhein. Meine Eltern waren früher dort oft zur Weinprobe.

Du bist studierte, professionelle Ernährungsberaterin und schreibst auf deiner Internetseite: „Ernährung schafft Lebensqualität“. Schafft Wein auch Lebensqualität?
Stephanie Siegert: Das glaube ich schon. Zu einem guten Essen in schönem Ambiente gehört für mich ein guter Wein dazu. In gewissen Momenten, mit Nachbarn und Freunden, trinke ich auch gerne Wein.

Spielt Wein in deiner Beratung eine Rolle, zum Beispiel beim Thema Histamingehalt im Rotwein oder bei veganen Weinen?
Stephanie Siegert: Das Thema Histamine, die ja aus eiweißreichen Bausteinen entstehen, taucht bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeit definitiv auf. Bei Menschen die lange gelagerte Weine oder lang gereifte Lebensmittel nicht gut vertragen. Dagegen spielen vegane Weine kaum eine Rolle, weil das in meiner Beratung selten thematisiert wird.
Auch beim Thema Fettstoff-Wechselstörung spreche ich den Wein an – auch Bier und Schnaps und andere alkoholische Getränke. Dann geht’s wirklich um komplette Vermeidung. Was ich aus gesundheitlichen Gründen anrate.

Wie kommt es eigentlich zur Histamin-Unverträglichkeit?
Stephanie Siegert:  Das weiß man noch gar nicht so genau. Sehr wahrscheinlich hat es mit einer Aufsummierung zu tun. Also wenn ich an einem Tag viele histaminreiche Lebensmittel zu mir nehme: Histamin kann immer nur bis zu einer gewissen Menge im Körper abgebaut werden, weil die Enzyme entsprechend begrenzt sind, so dass wir dann einen Überschuss haben, der das System zum Knallen bringen kann. Bei Allergikern, die sowieso schon eine hohe Histamin-Ausschüttung im Körper haben, kann es durch zusätzliches Histamin von außen schwierig werden.

Worauf achtest du persönlich bei der Weinauswahl? Was ist dir wichtig?
Stephanie Siegert: Wir haben mit Nachbarn schon mehrere Weinproben gemacht und ich habe über diese Frage lange nachgedacht. Wenn ich im Laden einen Wein kaufe, muss ich ganz ehrlich gestehen, kaufe ich nach Etikett.
Bei einer Weinprobe brauche ich schon einen leicht-süffigen, fruchtig-trockenen Wein.

Wo ist preislich deine Schmerzgrenze?
Stephanie Siegert: Bei so um die 15 Euro für die Flasche.

Du erzähltest mir, dass du in den vergangenen Monaten nicht viel Wein getrunken hast. Gibt es dafür einen besonderen Grund?
Stephanie Siegert: Ich glaube, weil ich einfach gar nicht mehr so viel vertrage. (lacht). Es ist nicht so, dass wir uns zuhause den Wein literweise reinkippen. Aber wenn ich mehr als ein, zwei Gläser trinke, dann merke ich das am nächsten Tag schon. Dann wäge ich vorher ab: Was habe ich morgen vor? Welche Termine stehen an?
Aber wenn ich in einer Trinklaune in geselliger Runde sitze, dann ist das nicht so…

Mit wem trinkst du am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Stephanie Siegert: Immer wieder gerne mit Freunden, Nachbarn, auch mit meiner Mutter. Mein Mann trinkt auch mal Wein, ist aber eher Biertrinker. Wenn wir Wein zusammen trinken, dann eher, wenn wir was Schönes gekocht haben.

Mit wem würdest du gerne mal ein Glas Wein trinken? Und warum?
Stephanie Siegert: Mit meiner Freundin Livia, sie wohnt in Australien. Weil ich so selten die Gelegenheit habe, mit ihr ein Glas Wein zu trinken.
Ich habe mal 3 Jahre In Sydney gewohnt. Es begann mit einem Austauschjahr, als ich 16 war. Es gefiel mir so gut, dass ich nach dem Abi nochmal hingegangen bin. Livia lernte ich damals kennen. Sie hat deutsche Wurzeln und Verwandte in Münster. Sie kommt alle drei, vier Jahre mal hierher. 2020 fliegen wir in Familie nach Australien.

 

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