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René Pascal und der „Wein des Monats“?! Er trinkt lieber Wasser und ein Körnchen. Aber es passt doch: Der „Schlagergott“ aus Essen-Rüttenscheid ist nicht zur am 1. April für einen Spaß zu haben.

Es geht um Wein, nicht wahr?!“,  vergewissert sich René Pascal augenzwinkernd zum Beginn des Interviews. Ich treffe ihn in seiner Kneipe „Drehscheibe“ in Essen-Rüttenscheid. Das ist ein Schlager-Tempel, aber kein Ort für gehobenen Wein-Genuss. Ein Roter und ein Weißer aus der Literflasche vom Discounter kommen hier ins Glas. Basta.

René Pascal, der sympathische Mann mit dem markanten Blondschopf, macht darum kein Gewese. Entweder es schmeckt oder es landet etwas anderes im Glas. Aber der Rebensaft komme bei Gästen gut an – und das ist für den „Schlagergott“ die Hauptsache.

René Pascal in seiner „Drehscheibe“.

„Ich bin kein großer Weintrinker“, sagt René Pascal. „Ich trinke meist Wasser und ein Körnchen“, also erst Wasser und das Körnchen hinterher. „Und wenn ich davon genug habe“, der gelernte Friseur kennt sein Limit, „dann trinke ich auch schon mal ein Glas Wein. Rotwein. Da nippel ich ein bisschen dran, der ist lecker.“

Mit Bier braucht dem Mann, der so viele Stunden seines Lebens schon hinterm Tresen gestanden hat, niemand kommen. „Das ist mir einfach zu viel Flüssigkeit.“ Wenn er die Leute so sehe, die in Nullkommanichts ihr Bierchen zischen, kommt er nur ins Staunen. Dann lieber die bewährte Pascal-Mischung Wasser und Korn. „Denn so ganz nüchtern kann man das hier auch nicht ertragen“ – im Laufe eines Party-Abends in der Drehscheibe. „Alle haben einen unter der Mütze, auf Deutsch gesagt. Und du stehst hier stocknüchtern. Nee, das geht nicht.“  Dann süppelt er sein Körnchen, und es geht.  So hält er es auch vor Auftritten:  „Das machen ja alle Künstler…“

René Pascal hinterm Tresen

In der Drehscheibe sind vor allem Bier und Longdrinks  wie Wodka-Redbull und Bacardi-Cola angesagt. Der ambitionierte DJ und stolze Besitzer von drei „Raab der Woche“- Trophäen macht das nun seit über 20 Jahren und hat so manche Wandlung und Entwicklung miterlebt. Die Öffnungszeiten von freitags bis montags (und vor Feiertagen) seien dem Rauchverbot in der Kneipe geschuldet. Die Leute wollten nun mal beim Knobeln und Trinken rauchen und hätten keine Lust rauszugehen. Was sie aber machen, „und dann gibt’s Ärger wegen der Laberei draußen“.

Morgens um 4 Uhr schließt die Drehscheibe. Bis alle in den frühen Morgen entschwinden, dauert es. Gäste mit ausgeprägtem Sitzfleisch bringt René Pascal auf Trab: „Ich mache einfach das Flutlicht an. Dann erschrecken sich alle“ und schwirren brav ab.

Bis zum nächsten Abend in der Drehscheibe – mit Musik, Discounter-Wein und Körnchen.

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