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Willy W. Kellermann kennt sich aus: mit dem gedruckten Wort und Bild, mit köstlichen Netzwerk-Veranstaltungen – und mit Ripasso*. Der Unternehmer aus Essen zieht für diesen besonderen italienischen Tropfen den Korken für den Monat April 2018. Der Allrounder Kellermann ist ein alter Fuchs in der Druckbranche und inzwischen selbstständig in der Druckindustrie tätig.
Wenn er nicht gerade im Norden der Republik beratend oder medientechnisch unterwegs ist, knüpft er Netzwerke. Sein wwk-networks business-lunch in der Kochschule „Lecker Werden“ hat sich binnen kürzester Zeit etabliert. Und spätestens hier wird klar: Der Mann, verheiratet und Vater  einer Tochter, kann in vollen Zügen genießen. Zum Beispiel Ripasso. Der Rote ist reserviert für Momente, die für Sternstunden taugen.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt ihr Lieblingswein, woher stammt er?
Willy W. Kellermann: Es ist der Ripasso Superiore des italienischen Weinguts „Tenuta Santa Maria“. Das liegt im Anbaugebiet Valpolicella in Venetien.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Willy W. Kellermann:
Meine Golftouren an den Gardasee enden immer mit einer Weinprobe in einem anderen Weingut des Valpolicella. Und auf einer dieser Fahrten habe ich ihn entdeckt. Doch ich muss ein wenig zurückgreifen: Ich hatte in Essen-Werden bei „Da Omero“ einen hervorragenden Rotwein des Weinguts Tenuta Santa Maria genossen. Der Wein hieß „La Bandina“ und so etwas war mir bis dato noch nicht untergekommen.
Ich begab mich also mit meinen Mitspielern, die ebenfalls große Valpolicella-Fans sind, auf die Spuren dieses Weines. Dafür nahmen wir eine Fahrt von über 2 Stunden von unserem Golfplatz am südlichen Gardasee in die Berge in Kauf. Das ist jetzt ca. 15 Jahre her, wir haben nicht nur den „La Bandina“, sondern unter anderem auch den Ripasso probiert und waren begeistert. Wir luden das Auto voll und packten für jeden ausreichende Mengen ein. Damals waren der Ripasso und La Bandina noch erschwinglich. Mittlerweile ist sowohl der La Bandina als auch das Weingut bekannt und leider auch teuer geworden.
Seitdem ist dieser Ripasso Superiore etwas ganz Besonderes für mich. Ich gönne mir ihn immer mal wieder bei ganz besonderen Gelegenheiten.

Der Mann, der Wein und das Meer: Willy W. Kellermann. Fotos: privat

Warum ist das Ihr Lieblingswein, was begeistert Sie?
Willy W. Kellermann: Ich esse sehr gerne Fleisch, in allen Variationen – dazu passt dieser Ripasso ganz hervorragend. Der Wein hat besonders feine und weiche Tanine und Aromen von Kirschen und  Heidelbeeren. Ich schmecke auch noch ein wenig  Lakritz und Pfeffer. Die Ripasso-Methode bringt dann noch die charakteristische Weichheit und ein besonderes Aroma. Zum Niederknien!

Haben Sie auch einen Lieblingswein für den Alltag?
Willy W. Kellermann: Mein Wein, den ich bei fast jeder Gelegenheit trinke, ist ein Weißburgunder von der Nahe, vom Weingut Poss. Er ist für mich ein idealer Menüwein, trocken, leicht, er hat wenig aber eine frische Säure. Sein dezentes Aroma erinnert mich an Apfel, Birne und ein wenig an Zitrusfrüchte. Er passt besonders gut zu Meeresfrüchten und Fisch. Und gut gekühlt passt er einfach auch zu einem schönen Sommerabend auf der Terrasse.

In Ihrem Fall wurde Ihnen die Liebe zum Wein in die Wiege gelegt. Sie stammen aus dem kleinsten Weinanbaugebiet in Deutschland…
Willy W. Kellermann:
….ich bin an der Hessischen Bergstraße groß geworden, in Unterhambach bei Heppenheim. Meine Großeltern hatten einen eigenen kleinen Weinberg. Ich habe selbst die „Butt“ getragen und die Trauben mit den nackten Füßen eingestampft und dann in einer Weinpresse von Hand gekeltert. Der Wein war für den Eigenbedarf, später lieferten wir die Trauben in eine Winzergenossenschaft, die den Wein für uns machte. Von Kindesbeinen an erlebte ich also ganz direkt, wie aus Trauben Wein entsteht.

 

*Das Wort Ripasso kommt vom italienischen „ripassare“, was die „Wiederholung eines Vorgangs“ bedeutet. Nicht, dass der Wein eine zweite Chance braucht… Vielmehr kommt der Wein aus den Ripasso-Trauben (Corvina, Rondinella und Molinara) ein zweites Mal auf etwas, das eigentlich, salopp geschrieben, schon ausgelutscht ist: auf die abgepressten Traubenschalen (Trester) des berühmten Amarone-Weines. Klingt zunächst nicht lecker, ist es am Ende aber: Die Ripasso-Methode bedeutet von allem viel im Glas: Farbe, Aromen, Gerbstoffe wie Samt und Seide, langer Abgang.

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