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Ein  Lugana als Dezember-Weintipp? Warum nicht, schließlich geht es hier ja um persönliche Vorlieben. Björn Enno Hermans, Direktor der Essener Caritas, zieht den Korken für den Wein des Monats. Und erinnert damit an den außergewöhnlichen Sommer 2018.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Björn Enno Hermans: Ich habe mich mit einer Antwort schwer getan. Irgendwie dachte ich, dass ich für die Dezember-Ausgabe unbedingt einen schönen Rotwein nennen müsste und so richtig hat sich noch kein solcher aktueller Lieblingswein ergeben. Das liegt daran, dass ich eher Weißweinfan bin und nur im Winter auch gern mal einen guten Roten trinke. In diesem Jahr des endlosen Sommers hatte ich also wieder nur einen Weißwein vor Augen, dafür aber einen sehr schönen, der mich den Sommer über begleitet hat.Es ist ein Lugana der Famiglia Olivini aus der Lombardei aus dem Jahr 2016.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Björn Enno Hermans:
Eine befreundete Familie hatte diesen Wein empfohlen und beim Weinhändler meines Vertrauens habe ich probiert und dann gleich die erste Kiste erstanden. Da er nicht nur bei mir sehr gut ankam, blieb es auch nicht die letzte Kiste…

Schöne Erinnerungen mit Lugana

Warum ist das Ihr Lieblingswein?
Björn Enno Hermans:
Viele Lugana, die ich beim Italiener häufiger mal teste, sind entweder sehr schlicht oder mit einer gewissen Süße versehen, die ich an dieser Stelle nicht wirklich mag. Das hat auch dem Image des Lugana schon geschadet, wie ich in Gesprächen immer mal wieder erlebe. Dieser Lugana ist ein wirklich toller Wein, (nicht nur) für den Sommer. Er ist sehr frisch mit eher leichter Fruchtnote und deutlichen mineralischen Zügen.
Passte also wunderbar zum Grillen, zum lauen Sommerabend oder als Counterpart auch mal zu etwas Süßem beim Nachtisch. Jetzt trinke ich ihn noch gern, weil er mich an den tollen Sommer erinnert und an viele tolle Abende draußen mit guten Freunden. Und er bringt etwas Sonne in den Herbst und Winter und macht schon jetzt Lust auf den Weinsommer 2019.

Wenn Sie doch einmal zum Rotwein greifen, welcher darf es dann sein?
Björn Enno Hermans: Bei den Roten hab ich in diesem Jahr noch keinen Lieblingswein. Rotwein trinke ich wirklich nur im Winter. Und wenn, dann darf es gerne ein bisschen vollmundiger sein und die Aromen üppiger. Dann mag ich beispielsweise einen Chianti aus der Toskana.

Wie sind Sie auf den Wein gekommen?
Björn Enno Hermans: Das hat während meines Studiums begonnen. Und eher übers Essen, weil ich auch Fan eines guten Essens bin. Und durch Weintastings, zum Beispiel im Ski-Urlaub in Südtirol. Und in erster Linie muss mir ein Wein schmecken. Ich bin nicht so der Typ, der beim Weingenuss herumphilosophiert.

Probieren Sie dabei auch gerne Weine aus, die Sie noch nicht kennen?
Björn Enno Hermans: Ja! Mich kann man gerne mit etwas Neuem locken. Wenn ich Wein einkaufe, komme ich mit etwas Bekannten und einem neuen Wein nach Hause.

Foto: Daniela und Björn Enno Hermans

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