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Fruchtig, beschwingt, süffig: Ein Sommerwein aus den mittelitalienischen Abruzzen strahlt strohgelb im Glas für den Wein des Monats August 2018. Den Korken dafür zieht Jaron Siewert, Trainer der Handballer vom TUSEM Essen in der 2. Bundesliga. Der jüngste Trainer im Profi-Handball in der gesamten Bundesligageschichte weiß einen guten Tropfen zu schätzen. Lange nach dem Abpfiff natürlich. Kurz vor dem Start in seine 2. Saison in Essen bringt es der 24-Jährige auf den Punkt:  „Schöner Abend, schöne Location, leckeres Essen, gutes Wetter – da gehört einfach ein guter Wein dazu.“

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblingswein?
Jaron Siewert: Es ist ein italienischer Weißwein und er heißt Orso. (Weingut Fosso Corno)

Bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein entdeckt?
Jaron Siewert:
Das ist jetzt über ein Jahr her. Ich war gerade als Trainer nach Essen gekommen und machte einen Ausflug nach Düsseldorf. Dort war ich in einem italienischen Restaurant. Da ich generell lieber Weißwein als Rotwein trinke, fragte ich nach einem fruchtigen Weißwein. Und das war der Orso. Es  entwickelte sich eine Liebe zu diesem Wein. Er hat mir super geschmeckt – auch zum Essen.

Was wurde serviert?
Jaron Siewert: Als Vorspeise gab es warmen Büffel-Mozzarella mit Schinken auf einem Rucola-Bett und als Hauptgang gebratenen Fisch mit Gemüse.

Der Orso.

Und beim Sommerwein Orso, einer Cuvée aus Chardonnay und Sauvignon Blanc,  sind Sie dann geblieben…
Jaron Siewert: Ich habe ihn später zufällig hier in der Getränkeabteilung bei Edeka in Essen-Haarzopf gefunden und bin ein absoluter Fan geworden.

Warum ist das Ihr Lieblingswein?
Jaron Siewert:
Weil er sehr geschmacksintensiv und fruchtig ist. Da kommt ordentlich was an Aroma. Ich kann’s schwer beschreiben, aber ich würde sagen, da klingt Pfirsich an und eine Zitrusnote. Ich mag  keine Weißweine, die so ganz leicht sind und verhalten.

Begleitet Sie ein Wein, den Sie mögen, dann über längere Zeit? Oder probieren Sie auch andere Tropfen?
Jaron Siewert: Ich probiere sehr gerne aus. Die Vielfalt bei Weinen reizt mich, man findet immer etwas Neues. Ich lasse mich auch gerne mal überraschen. Jedoch: Ein Wein, der mir gefällt, liegt auf jeden Fall im Weinregal zuhause. So hat man etwas Vertrautes, mit dem man eine schöne Erinnerung verbindet, immer zur Hand.

Wo steht Ihr Weinregal und wie groß ist es?
Jaron Siewert: In der Wohnung, in der Küche auf der Ablage. Wie viele Flaschen werden da drin sein? So ungefähr 10. Also ich betreibe keinen riesigen Aufwand dafür.

Was liegt da sonst noch griffbereit?
Jaron Siewert: Aktuell Weiß- und Grauburgunder, gerne aus Deutschland. Sehr gerne trinke ich auch Lugana. Und letztens war ich auf einem Weinfest in Mülheim an der Ruhr. Da habe ich einen Riesling, Spätlese, getrunken. Der war sehr gut.

Wie sind Sie auf den Wein gekommen?
Jaron Siewert: Es war ein Essen in Berlin mit dem Geschäftsführer der Füchse Berlin. Ich weiß es gar nicht mehr genau, ich glaube, es war eine Weihnachtsfeier mit der Geschäftsstelle. Und da gab es Wein, unter anderem auch Süßwein. Und nach und nach probierte ich auch andere Weine, machte den nächsten Schritt.
Und: Ich bin nicht angetan von übermäßigem Alkoholkonsum. Wein bietet mit einem Glas am Abend ’ne angenehme Dosierung, sage ich mal. Der Alkohol ist für mich eher im Hintergrund, der Geschmack eher im Vordergrund. Bier ist auch was Feines, aber zum Genießen trinke ich eher einen Wein.

Süße und edelsüße Weine stehen bei Ihnen hoch im Kurs?
Jaron Siewert: Klar, auch gerne zum Dessert. Ich habe einmal einen Wein vom österreichischen Weingut Kracher getrunken. Ich bin zwar noch nie dazu gekommen, dort etwas zu bestellen. Aber das war ein Wein….. Der war extrem süß und hatte eine ganz interessante Note von Rosinen.

Auch Honig und getrocknete Früchte?
Jaron Siewert: Genau, genau. Davon war ich begeistert.

Darf ein Trainer von Leistungssportlern in der Öffentlichkeit entspannt ein Glas Wein genießen oder wird er dann dumm angeschaut?
Jaron Siewert: Also ich trinke, wenn wir gewonnen haben, sicherlich mit den Jungs ein Bier mit. Aber ansonsten trinke ich im Vereinsumfeld keinen Alkohol. Und wenn ich beim Abendessen mit Wein gesehen werde, denke ich, gehört das zum normalen Leben dazu. Und genauso wie ich nicht von meinen Spielern verlange, abstinent zu leben von Alkohol oder sonstigen Verführungen, verlange ich das auch nicht von mir. Es muss alles im Maß sein, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort. Und dann finde ich nichts Schlimmes daran, sondern das ist ein Stück Lebensqualität.

 

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