in Empfehlung, Wein und Speise, Weinblog

Wein zum Grünkohl…..?! Beim November-Tipp „Wein und Speise“ gibt mir Elly, Chefköchin auf Elly’s Island in Gescher, für die Weinauswahl eine harte Nuss zu knacken. Sie tischt Grünkohl auf. Nicht etwa klassisch deftig mit Kartoffeln, Kassler oder Rippchen. Wozu ich übrigens ein kräftiges, frisch gezapftes Bier empfehlen würde…
Nein, wir schlemmen Grünkohl-Pesto. Und dazu gib’s Nudeln. Spannende Kombination. Ich neige spontan zu einem kräftigen Weißwein, gerne im Barrique ausgebaut. Oder zu einem sanften Roten mit schöner klarer Frucht. Hier erst einmal das Rezept:

Auf dem Teller: Nudeln vom Wäscheständer

Grünkohl-Pesto
80 g abgezogene Mandeln
200 g Grünkohl, geschnittenen
2 Knoblauchzehen
200 ml Olivenöl
80 g Parmesan, geriebenen
Salz und Pfeffer
3 El bestes Olivenöl

Grünkohl-Pesto im Glas.

Mandeln rösten. 200 g frisch geschnittenen Grünkohl in kochendem Salzwasser 3 Minuten blanchieren und eiskalt abschrecken. Gut abtropfen lassen. Mit Mandeln und 2 Knoblauchzehen pürieren. 200 ml bestes Olivenöl und 80 g geriebenen Parmesan unterrühren, mit Salz und Pfeffer würzen. Mit 3 El Olivenöl bedecken und fest verschließen. Im Kühlschrank 1 bis 2 Tage ziehen lassen.

Wer mag, macht seine Nudeln dazu selbst:
300 g gemahlener Hartweizengrieß
3 Eier
1/2 TL Salz
1 EL Olivenöl

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen, Öl und Eier hinzugeben und mit dem Handmixer vermischen, bis Brösel entstanden sind. Mit der Hand zu einem groben Teig vermengen und auf die Arbeitsfläche geben. Hier mit den Händen gründlich zu einem glatten Teig kneten. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1/2 Stunde ruhen lassen.
Den Teig mit der Nudelmaschine (dickste Einstellung) zu möglichst exakt gleichgroßen Rechtecken ausrollen. Dann die Nudelplatten zu Bandnudeln verarbeiten. Bis zum Kochen nebeneinander auf einem Besenstiel oder einen Wäscheständer hängen.

Im Glas: Weißwein aus Burgund

Dem Griff zur Flasche geht folgende Überlegung voraus: Grünkohl ist von Natur aus eher herb und leicht bitter. In unserem Fall wird er schonend blanchiert, wodurch Vitamine und Nährstoffe nicht verloren gehen und es schön sattgrün im Pesto-Glas leuchtet. Hinzu kommen die Röstaromen der Mandeln. Dann die Pasta, die Gerbstoffe, Süße und Säure im Wein gut abpuffern.

Ich empfehle einen kräftigen, nicht zu säurebetonten Weißwein, der mit der Herbheit im Kohl nicht zusammenprallt. Einen im Barrique ausgebauten Chardonnay aus Burgund oder einen Grauburgunder aus Baden. Mit elegant eingebundener Barrique-Note, die die Frucht nicht niederzwingt. Auch ein kräftiger Silvaner aus Franken könnte hier munden.

Wer lieber Rotwein mag: Hier neige ich zu sanfter Milde und klarer, dichter Frucht: Zu einem Beaujolais, aber keine „Beaujolais Nouveau“-Plörre, die im Erntejahr am dritten Donnerstag im November unters Volk kommt. Also gerade.  Es gibt in dieser Region auch anderen Beaujolais mit längerfristigem Spaßfaktor. Als Kontrast zum Essen kann ich mir auch einen samtenen Zweigelt oder einen jungen, fruchtbetonten Dornfelder vorstellen.

Wein zum Grünkohl: Und nun ran an Töpfe und Flaschen!

P.S.: Gegen ein leckeres Mettwürstchen als Zugabe hat Köchin Elly bestimmt nichts einzuwenden…

Lust auf weitere Beratung zum Thema Wein und Speisen? Nehmen Sie Kontakt zu mir auf für individuelle Wein-Empfehlungen – zum Beispiel zum Weihnachtsschmaus. Ich freue mich!

Aktuelle Beiträge

Hinterlassen Sie einen Kommentar