Zauberhafte Mosel

Mosel – das war das Zauberwort, als ich Bodo Kalveram aus Essen beim Netzwerk-Neujahrsgrillen der Agentur schüngelschwarz kennenlernte. Sofort waren wir beim Wein – und schwelgten. Der Geschäftsführer der Regionalagentur NRW e.V. ist nicht nur Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsexperte. Sondern auch Künstler. Er malt wunderschön – und macht sich hier beim Wein des Monats Juni 2019 unter anderem Gedanken darüber, was Kunst und Wein gemeinsam haben.

Weinbegleiter Ruhr: Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblingswein, woher stammt er?
Bodo Kalveram:
Mein derzeitiger Lieblingswein ist ein 2018 Blanc de Noir von der Mosel. Das Weingut heißt Göbel-Schleyer-Erben und ist in Ernst beheimatet. Ernst liegt rund 5 km unterhalb von Cochem. Der Wein hat eine sattgelbe, leicht ins rötlich gehende Farbe und trägt die Bezeichnung „feinherb“. D.h. der Wein hat eine schöne leichte Restsüße mit vielen fruchtigen Aromen. In der Nase sind auch Südfrüchte und irgendwie passt der Wein zu vielen Speisen.

Wann und bei welcher Gelegenheit haben Sie diesen Wein für sich entdeckt?
Bodo Kalveram: Den Wein habe ich bei unserem diesjährigen Osterurlaub an der Mosel entdeckt. Wir fahren schon traditionell an Ostern zum Weingut und am Ostersamstag nehmen wir immer an der Weinprobe teil . Dabei waren auch schon ein paar neue Weine aus 2018. Die Moselwinzer haben meistens ein paar Überraschungen parat. Auch diesen Blanc de Noir, also ein Weißwein, der aus roten Trauben gewonnen wird.

Warum ist das dein Lieblingswein?
Bodo Kalveram: Der Wein erinnert mich auch an ein sehr sonniges Osterfest mit guten Freunden. Mit diesem leichten, fruchtigen und intensiven Wein verbinde ich aber auch tolle Sommertage an der Mosel aus dem Vorjahr. Der Wein ist superdicht und duftet nach einer sommerlichen und lieblichen Mosellandschaft.

Wie sind Sie überhaupt auf den Wein gekommen?
Bodo Kalveram: 
Auch durch die Mosel. Meine Frau und ich waren 2002 zum ersten mal an Mosel und waren sofort gefesselt von der Landschaft, dem Fluss, den Winzern und den tollen Weinen, Seit dem gehören die deutschen Weinanbaugebiete zu unseren bevorzugten Urlaubszielen. Nahe, Ahr, Rheinhessen, Kaiserstuhl, Franken und immer wieder Mosel.

Worauf achten Sie bei der Weinauswahl? Was ist Ihnen wichtig?
Bodo Kalveram: Bei der Weinauswahl gilt das einfache Prinzip, erst probieren, dann kaufen… Gerne Weine mit Fülle und feiner Süße und gerne bei Winzern, die man auch persönlich kennt. Im Winter gerne Rot, im Sommer Weiß und Rosé. Natürlich spielt der Preis auch ein Rolle, bei einer Weinmesse habe ich einmal den teuersten Wein des Winzers probiert und war total enttäuscht. Generell liegen meine Weine meistens unter 10,00 Euro.

Monalitha. Bodo Kalveram.

Sie sind (auch) Künstler und beeindrucken als Maler mit einem ganz individuellen Malstil. Bei vielen Ihrer Bilder kann der Betrachter im Farbenrausch schwelgen. Gibt es für Sie Parallelen zwischen Kunstgenuss und Weingenuss?
Bodo Kalveram: Bei Kunst und Wein gibt es aus meiner Sicht viele Parallelen. Bei Wein geht es um Genuss und Assoziationen an schöne Momente, ebenso bei der Betrachtung von (meinen) Bildern. Einen guten Wein herzustellen, hat auch etwas mit Kunst zu tun, genauso wie ein Bild zu malen. Und meiner Meinung nach, kommt Kunst von Können… darum schmeckt auch jeder Wein und Jahrgang anders und ist im Grunde ein Unikat, genauso wie ein original handgemaltes Bild.

Was hat es mit dem Bild „Monalitha“ auf sich, der Frau mit überschäumendem perlenden Getränk im Glas?
Bodo Kalveram: 
Mein Bild „Monalitha“ steht für die Ambivalenz des Lebens. Auf der einen Seite der Genuss und das Gefühl sich etwas gönnen zu können, und auf der anderen Seite der angebissene Apfel, der für den Verbrauch der Welt steht. D.h. wenn wir weiterhin hemmungslos konsumieren, dann wächst im wahrsten Sinne des Wortes bald nichts mehr nach. Aber auch die Botschaft, daß Schönes (Mona Lisa) auch Jahrhunderte überdauern kann, wenn man bewusst mit Werten und in der weiteren Konsequenz, auch mit der Natur, umgeht.

Mit wem trinken Sie am liebsten ein Glas Wein zusammen?
Bodo Kalveram: Am liebsten proste ich meiner Frau zu…..

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