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Kathrin Küpper liebt Champagner. Und diese Liebe lebt sie seit vielen Jahren. Als Chefin des Internethandels „Küpper & Küpper“ vertreibt sie exklusive Champagner und Weine. Kennengelernt habe ich sie bei der diesjährigen Falstaff Champagner-Gala in Düsseldorf, wo sie mit Charme, Leidenschaft und Witz Winzer-Champagner aus dem Hause Laurenti präsentierte. Kurz vor den Festtagen ein Gespräch über Prickelndes im Glas.

Weinbegleiter Ruhr: Was fasziniert Sie an Champagner?
Kathrin Küpper:
Da fällt mir sofort Lily Bollinger* ein. Auf die Frage eines Journalisten, bei welchen Gelegenheiten sie Champagner trinken würde, haute sie raus: „Ich trinke Champagner, wenn ich froh bin, und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich davon, wenn ich allein bin; und wenn ich Gesellschaft habe, dann darf er nicht fehlen. Wenn ich keinen Hunger habe, mache ich mir mit ihm Appetit, und wenn ich hungrig bin, lasse ich ihn mir schmecken. Sonst aber rühre ich ihn nicht an, außer wenn ich Durst habe.“
Also es gibt für wirklich jede Gelegenheit ein Champagner…

Champagner zum Menü

Ist er auch ein guter Essensbegleiter?
Kathrin Küpper: Auf jeden Fall. Und man kann durchaus einen Champagner durchs Menü trinken und muss nicht wechseln. Aber in erster Linie kommt es auf die Gäste und deren Wünsche und Vorstellungen an. Alles, was gefällt, ist möglich. Mein Vater hat mal gesagt: ‚Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.‘

Wie heißt Ihr derzeitiger Lieblings-Champagner und woher kommt er?
Kathrin Küpper: Mein Liebling ist seit vielen Jahren das Champagnerhaus Laurenti aus Les Riceys. Das liegt ganz im Süden der Champagne, genau 4 km vor der Grenze zum Anbaugebiet Burgund und liegt damit 180 km südlich vom Zentrum der Champagne, der Stadt Reims.
So bekommen auch die Trauben mehr Sonne, was ihnen einen leicht burgundischen Einfluss verleiht und sie einfach aromatischer macht. Es gibt diese Winzer-Champagner-Familie bereits in der 4. Generation in der Champagne, die begründet wurde durch einen italienischen Einwanderer.

Wann und bei welcher Gelegenheit entflammte diese Liebe?
Kathrin Küpper: Zum ersten Mal begegnete mir Champagner Laurenti, als ich meine Kochlehre bestanden hatte und mein Vater mich zu Belohnung zu einem Schlemmerwochenende nach Belgien in ein tolles Hotel einludt. Hier gab es einen Garten, wie er um die Jahrhundertwende typisch war. Viele Hortensien und Magnolienbäume. Die Tische waren eingedeckt mit silbernem Besteck und langen weißen Decken. Am ersten Abend gab es ein 6-Gang-Menü, am zweiten Abend ein 8-Gang. Ich war 23 Jahre alt, hatte von Weißwein oder Champagner keine Ahnung und eigentlich waren mir die weißen Getränke alle zu „sauer“.
Dann kam zum Aperitif Champagner Laurenti und hat mich bis heute nicht mehr losgelassen.

Warum?
Kathrin Küpper: Die drei verschiedenen Sorten, die dort produziert werden, sind sehr weit einsetzbar. Der Blanc ist schön für den Wochenendgenuss oder für den Tag. Der Rosé gefällt mir zu Feierlichkeiten aber auch zum Dessert oder auf der Terrasse.
Der „Tradition“ mit seinem Holzausbau ist perfekt, wenn es um spezielle Gelegenheiten geht, wenn Champagner-Trinker mit Erfahrung anwesend sind oder einfach zum Essen mit Wildgeflügel.
Alle Sorten sind elegant, nicht aufdringlich, mit viel Ausdruck und steigender Trinkfreude. Laurenti ist das erste Champagner-Haus, das ich mir nicht leid getrunken habe.

Wie entdeckt jemand, der nicht so erfahren ist wie Sie, „seinen“ Champagner?
Kathrin Küpper:
Man sollt sich jemanden im Fachhandel suchen, der zuhört und sich anhört, was man wirklich will. Und der auf dieser Grundlage berät.

Was hält die Expertin davon, die Korken knallen zu lassen?
Kathrin Küpper:
Wie die Rennfahrer schütteln im Champagner-Rausch…? Das ist doch schade um den Champagner. Da tendiere ich zum „Nein“. Ich bin stolz, wenn meine Flasche mit einem „Ffffffffttttttt“ aufgeht.

Internethandel Küpper & Küpper: www.champagner-wein-shop.de

 

* Nach dem Tode ihres Mannes übernahm Lily Bollinger 1941 das gleichnamige Champagnerhaus.

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